DB zahlte 156 Mio. Euro — Ihr Anspruch
Die Deutsche Bahn zahlte im vergangenen Jahr 156 Millionen Euro an Fahrgäste für Verspätungen und Zugausfälle. Viele Berechtigte stellen keinen Antrag, weil sie den Prozess nicht kennen oder für zu kompliziert halten. Dabei ist die Erstattung einfacher als gedacht — und die Frist beträgt 12 Monate.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: -A1AN/Pixabay · Pixabay License
156 Millionen Euro. So viel zahlte die Deutsche Bahn an ihre Fahrgäste als Entschädigung für Verspätungen und Zugausfälle. Keine Schätzung — reale Auszahlungen an Menschen, die einen Antrag gestellt haben. Aber viele Berechtigte fordern ihr Geld gar nicht erst ein.
Wer regelmäßig mit der Bahn fährt (und wer tut das in Deutschland nicht?), kennt das Spiel. Die Anzeige am Gleis springt von "pünktlich" auf "+15", dann auf "+37". Irgendwann kommt der Zug. Oder auch nicht. Was viele Reisende nicht wissen: Ab 60 Minuten Verspätung steht ihnen eine Entschädigung zu. Und der Prozess ist einfacher, als die meisten denken.
Die Regel ist klar. Ab 60 Minuten gibt es 25 Prozent des Fahrpreises zurück, ab 120 Minuten die Hälfte. Das ist kein Kulanzangebot der Bahn, sondern geltendes EU-Recht — festgelegt in der europäischen Fahrgastrechte-Verordnung.
So funktioniert der Antrag
Der schnellste Weg führt über das Internet. Auf der Fahrgastrechte-Seite der Deutschen Bahn lässt sich das digitale Formular in wenigen Minuten ausfüllen. Benötigt werden die Fahrkarte (oder deren Buchungsnummer), das Reisedatum und die tatsächliche Ankunftszeit. Fünf Minuten — mehr braucht es nicht.
Wer es lieber persönlich erledigt, kann in jedes Reisezentrum an größeren Bahnhöfen gehen (etwa im Berlin Hauptbahnhof) und dort das Formular in Papierform ausfüllen. Die Mitarbeiter sind zur Hilfe verpflichtet. Aber gerade für Menschen, deren Deutsch noch nicht fließend ist, bietet das Online-Formular einen Vorteil: Man kann sich Zeit nehmen und die Felder in Ruhe übersetzen.
Fristen und weitere Rechte
Die Antragsfrist beträgt 12 Monate ab dem Reisetag. Das bedeutet: Auch Verspätungen vom vergangenen Frühjahr sind jetzt noch reklamierbar. Einzeln mögen die Beträge klein erscheinen — doch wer regelmäßig pendelt, sammelt schnell mehrere Fälle. Ein Beispiel: Bei einem 100-Euro-Ticket und 120 Minuten Verspätung stehen 50 Euro Erstattung an.
Und es geht über Geld hinaus. Bei Zugausfall oder verpasstem Anschluss haben Reisende Anspruch auf alternative Beförderung. Fällt der letzte Zug des Tages aus und gibt es keine Alternative, wies die Verbraucherzentrale darauf hin, dass die Bahn die Hotelkosten übernehmen muss — vorausgesetzt, man bewahrt die Quittungen auf.
Warum viele auf ihr Geld verzichten
Schätzungen zufolge verzichtet ein erheblicher Teil der berechtigten Fahrgäste auf eine Entschädigung. Die Gründe? Manche kennen ihre Rechte schlicht nicht. Andere halten den Antrag für zu kompliziert oder zu bürokratisch — ein Irrtum, der bares Geld kostet. Und gerade wer sich mit deutschen Formularen unsicher fühlt, schreckt schnell zurück.
Dabei betonte die Verbraucherzentrale, dass die Fahrgastrechte unabhängig vom Grund der Verspätung gelten — ob technischer Defekt, Streik oder andere Ursachen. Wichtig ist nur, die Fahrkarte aufzubewahren und die tatsächliche Ankunftszeit zu notieren. Das sind die einzigen Belege, die man für den Antrag braucht.
156 Millionen Euro wurden an diejenigen gezahlt, die ihren Anspruch geltend gemacht haben. Die Frage ist nicht, ob das System funktioniert. Sondern ob Sie es beim nächsten Mal nutzen.
Hinweis: Alle in diesem Artikel genannten Zahlen und Quellen sind im Quellenverzeichnis unten dokumentiert.
Quellen
- Tagesschau — DB-Entschädigungen 2025/2026
- Deutsche Bahn — Fahrgastrechte und Online-Antrag
- Verbraucherzentrale — Ihre Rechte als Bahnfahrer
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