Nachrichten

Drei Einstellungen, die Ihr Kind schützen

70 Prozent der 13- bis 17-Jährigen verbringen mehr als eine Stunde täglich auf TikTok.

Teilen
Smartphone mit Symbolen sozialer Netzwerke auf dem Bildschirm

Symbolbild: Apps sozialer Netzwerke auf einem Smartphone.Bildquelle: mikemacmarketing · CC BY 2.0

Redaktioneller BelegVon der Berlinuna RedaktionBerlinuna MethodikAktualisiert 23. März 2026Methodik

Drei Einstellungen auf dem Handy Ihres Kindes sind wahrscheinlich deaktiviert. Sie zu aktivieren dauert zehn Minuten. Die meisten Eltern haben es noch nicht getan.

In Deutschland und den USA bewegt sich gerade einiges in der Regulierung von Social-Media-Plattformen. Nach Angaben von DW prüft Deutschland verschärfte Strafen für Plattformen, die Minderjährige nicht ausreichend schützen. In den USA steht ein Urteil in der Klage von Anwalt Matthew Bergman gegen Instagram und TikTok bevor. Beide Entwicklungen signalisieren einen Wandel. Doch bis Gesetze greifen, vergehen Monate oder Jahre.

Welche Rechte Eltern schon heute haben

Der Digital Services Act (DSA) der EU gilt seit 2024 und verpflichtet große Plattformen zu konkreten Kinderschutzmaßnahmen. Eltern können schädliche Inhalte direkt bei der Plattform melden, und diese muss innerhalb einer angemessenen Frist reagieren. Außerdem haben Eltern das Recht, die Löschung personenbezogener Daten ihrer minderjährigen Kinder zu verlangen. Das ist kein Gefallen, sondern ein durchsetzbares Recht nach Artikel 28 des DSA.

Drei Einstellungen für sofortigen Schutz

Erstens: Bildschirmzeit begrenzen. Auf iPhones unter Einstellungen, dann Bildschirmzeit, dann App-Limits. Auf Android-Geräten unter Digital Wellbeing in den Einstellungen. Eine Stunde pro Tag für TikTok und Instagram ist ein sinnvoller Startwert. Nach Ablauf der Zeit sperrt sich die App automatisch.

Zweitens: Den eingeschränkten Modus aktivieren (Restricted Mode). TikTok, Instagram und YouTube bieten jeweils einen Modus, der unangemessene Inhalte für jüngere Nutzer ausblendet. Besonders praktisch bei TikTok: Die Familienkopplung erlaubt es, das Konto des Kindes direkt vom eigenen Handy aus zu steuern. Laut TikTok-eigenen Daten verbringen 70 Prozent der 13- bis 17-Jährigen mehr als eine Stunde täglich auf der Plattform.

smartphone screen time settings parental controls digital wellbeing
Die Bildschirmzeit-Einstellungen auf iPhone und Android bieten sofortigen Schutz

Drittens: Benachrichtigungen abschalten. Und zwar in den Systemeinstellungen des Handys, nicht innerhalb der App. Push-Benachrichtigungen sind darauf ausgelegt, Nutzer alle paar Minuten zurückzuholen. Wer sie deaktiviert, gibt dem Kind die Entscheidung zurück, wann es die App öffnet.

Was in Deutschland diskutiert wird

Nach Angaben von DW prüft die Bundesregierung mehrere Maßnahmen: eine verbindliche Altersverifikation, die über die einfache Geburtstagsabfrage hinausgeht, sowie Einschränkungen für Empfehlungsalgorithmen bei Nutzern unter 18 Jahren. Diese Vorschläge befinden sich in der Diskussionsphase. Ein Gesetzentwurf liegt noch nicht vor.

Bisher tragen Eltern in Deutschland die rechtliche Verantwortung für die Internetnutzung ihrer Kinder im Rahmen der Aufsichtspflicht. Der neue Regulierungsansatz zielt darauf ab, einen größeren Teil dieser Verantwortung auf die Plattformen selbst zu verlagern.

Anlaufstellen für Eltern

Wer sich Sorgen um die Social-Media-Nutzung seines Kindes macht, findet sofort Hilfe. Die Nummer gegen Kummer ist unter 116 111 erreichbar, für Kinder und Jugendliche kostenlos und anonym. Für Eltern gibt es die Beratung unter 0800 111 0550. Die Website klicksafe.de bietet praktische Anleitungen zu den Sicherheitseinstellungen jeder Plattform.

Die Regulierung kommt. Aber Sie müssen nicht darauf warten. Zehn Minuten mit dem Handy Ihres Kindes heute bewirken mehr als jeder Gesetzentwurf in den kommenden Monaten.

Teilen

Berlinuna Redaktion · Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

So arbeiten wir: redaktionelle Methodik

Weiter von hier

Passende Lektüre, ein praktischer nächster Schritt oder das Spiel des Tages.

  1. 01

    Chemie-Nobelpreis: Was das für Arzneien heißt

    Zwei Molekülvarianten können wie rechte und linke Hand aufgebaut sein und unterschiedliche Eigenschaften haben. Der Chemie-Nobelpreis 2026 würdigt Henri B. Kagan und Kenso Soai für Entdeckungen, mit denen sich die Bildung eines Spiegelbilds gezielt begünstigen lässt. Das hilft beim Planen chemischer Reaktionen für Arzneimittel. Eine therapeutische Wirkung belegt die Auszeichnung jedoch nicht. Welche Forschung dahintersteht und worauf es beim Teilen einer Meldung über ein angeblich neues Medikament ankommt.

    Nachrichtenفريق برليننا
  2. 02

    Wie führte IceCubes Nachweis zum Nobelpreis?

    28 hochenergetische Neutrinos kosmischen Ursprungs registrierte IceCube 2013 unter dem Eis der Antarktis, berichtet die tagesschau. Zu dem internationalen Projekt gehören auch DESY in Zeuthen und das KIT in Karlsruhe. Deutsche Forschungsgruppen entwickeln und testen empfindliche Lichtsensoren für den Nachweis. Der Physik-Nobelpreis für Francis Halzen rückt diese Messungen in den Blick: Wie lassen sich Teilchen beobachten, die kaum mit Materie wechselwirken?

    Nachrichtenفريق برليننا

Kommentare

Kommentare werden geladen...