Flüge in den Nahen Osten: teurer und länger
Viele Familien werden diesen Sommer deutlich mehr für denselben Flug bezahlen, den sie letztes Jahr gebucht haben. Und wer seinen Flug in den Nahen Osten annulliert bekommt, hat Anspruch auf bis zu 600 Euro, nimmt aber meist einfach den Gutschein. Was sich seit März 2026 auf diesen Routen verändert hat und welche Entscheidungen jetzt zählen.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: 3093594/Pixabay · Pixabay License
Wer aktuell einen Flug von Deutschland nach Beirut, Amman oder Kairo buchen will, erlebt eine unangenehme Überraschung. Die gewohnte Verbindung existiert nicht mehr, die Flugzeit hat sich verdoppelt, der Preis liegt weit über dem Vorjahresniveau.
Hintergrund sind die seit Ende Februar 2026 geltenden Warnungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) zu Flugrouten über weite Teile des Nahen Ostens, ausgelöst durch den bewaffneten Konflikt mit Iran. Mehrere große Airlines haben daraufhin ihre Streckenführung angepasst, Verbindungen gestrichen oder auf Umwege umgestellt.
Welche Strecken betroffen sind
Laut einem Bericht von DW sind Verbindungen in den Libanon, nach Jordanien, Ägypten und in die Golfstaaten betroffen. Lufthansa hat die meisten Nahost-Destinationen bis Oktober 2026 komplett eingestellt, Turkish Airlines änderte Umsteigeverbindungen über Istanbul, Emirates operiert mit einem stark reduzierten Flugplan.
Lufthansa hat die Strecke Frankfurt-Beirut komplett ausgesetzt. Wer aktuell fliegen will, muss auf andere Airlines wie Turkish Airlines über Istanbul ausweichen. Die Reisezeit beträgt dann sechs bis acht Stunden statt der üblichen vier Stunden, bei deutlich höheren Kosten.
Preise: 30 bis 60 Prozent über Vorjahr
Laut Auswertungen von Flugsuchmaschinen liegen die Ticketpreise für Nahostverbindungen aktuell 30 bis 60 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ein Hin- und Rückflug Frankfurt-Beirut, im Sommer 2025 noch für rund 400 Euro zu haben, kostet jetzt teilweise über 650 Euro. Ähnliche Steigerungen zeigen sich auf Strecken wie Düsseldorf-Amman oder Berlin-Kairo.

Das Timing ist ungünstig. Viele Familien mit Wurzeln im Nahen Osten planen gerade ihre Sommerreisen, um Verwandte zu besuchen. Frühes Buchen ist keine optionale Empfehlung mehr, sondern entscheidend, um Last-Minute-Aufschläge zu vermeiden.
EU-Fluggastrechte: bis zu 600 Euro Entschädigung
Bei Annullierungen oder erheblichen Verspätungen (ab drei Stunden am Zielort) greift die EU-Fluggastrechteverordnung 261/2004. Sie gilt für alle Flüge, die von einem EU-Flughafen abgehen, unabhängig von der Airline.
Die Entschädigungshöhe richtet sich nach der Entfernung: 250 Euro bis 1.500 km, 400 Euro bis 3.500 km, 600 Euro darüber. Flüge in den Nahen Osten ab Deutschland fallen in der Regel in die höchste Kategorie. Pro Person können also bis zu 600 Euro geltend gemacht werden.
Voraussetzung: Die Annullierung wurde weniger als 14 Tage vor Abflug mitgeteilt, und es liegen keine aussergewöhnlichen Umstände vor, die ausserhalb der Kontrolle der Airline liegen. Eine blosse Routenänderung hebt den Anspruch nicht auf, wenn sie zu einer erheblichen Ankunftsverspätung führt.
Was Reisende jetzt tun sollten
Früh buchen. Wer im Sommer fliegen will, sollte jetzt Preise vergleichen. Mehrere Suchportale parallel nutzen, nicht nur die Airline-Website.
Flexible Tarife wählen. Bei der aktuellen Volatilität lohnen sich Tickets mit Umbuchungsoption. Der Aufpreis kann sich rechnen, wenn Verbindungen kurzfristig gestrichen werden.
Alternativrouten prüfen. Manchmal ist ein Umweg über Athen oder Kairo als Zwischenstopp günstiger und schneller als die umgeleitete Direktverbindung.
Bei Annullierung: Rechte einfordern. Nicht einfach einen Gutschein akzeptieren. Zuerst prüfen, ob ein Anspruch auf Barentschädigung besteht. Wird der Antrag abgelehnt, vermittelt die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) kostenlos.
Die Lage wird sich kurzfristig nicht entspannen. Aber wer seine Rechte kennt und rechtzeitig plant, kann zumindest Kosten und Überraschungen reduzieren.
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