Führerschein für Ausländer: Der lange Weg
Der Führerschein in Deutschland ist für Ausländer oft eine Herausforderung. Zwischen Umschreibung und Neuanfang liegt ein bürokratisches Labyrinth. Hier erfahren Sie, was Sie wirklich wissen müssen.
فريق برليننا
Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.
صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: Mufid Majnun/Unsplash
Samer, ein syrischer Ingenieur, der vor zwei Jahren nach Berlin kam, fährt seit 15 Jahren Auto. In Damaskus. Aber sein syrischer Führerschein? Hier wertlos. "Sie sagten mir: Fang von vorne an. Als ob ich nie hinterm Steuer gesessen hätte."
Das ist nicht nur Samers Geschichte. Tausende Araber in Deutschland stehen vor demselben Problem: gültige Führerscheine aus ihren Heimatländern, die hier nicht – oder nur teilweise – anerkannt werden. Der Unterschied kann Tausende Euro ausmachen.
Wer braucht was?
Die Grundregel: Wenn Sie einen Führerschein aus einem Land auf der Liste der vollständig anerkannten Staaten haben (EU-Länder, Schweiz, Japan, Südkorea usw.), können Sie ihn direkt umschreiben – ohne Prüfung. Die meisten arabischen Länder? Stehen nicht auf der Liste.
Es gibt drei Kategorien für ausländische Führerscheine in Deutschland, und zu wissen, in welche Sie fallen, spart viel Zeit und Geld.
Kategorie 1: Vollständige Umschreibung
Führerscheine aus EU- und EWR-Ländern: Keine Prüfung, nur Verwaltungsgebühren (ca. 35 Euro). Das Verfahren dauert einige Wochen.
Kategorie 2: Nur theoretische Prüfung
Führerscheine aus bestimmten Ländern (leider kein arabisches Land): Sie brauchen nur die theoretische Prüfung, die praktische entfällt. Kosten: ca. 150-200 Euro.
Kategorie 3: Von vorne anfangen
Hier landen die meisten Araber. Führerscheine aus Syrien, Irak, Libanon, Ägypten, Jordanien, Palästina, Marokko, Tunesien, Algerien – alle erfordern sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung. Aber warten Sie – es gibt eine wichtige Ausnahme.
Wenn Ihr arabischer Führerschein noch gültig ist, können Sie möglicherweise von der Pflichtstundenanzahl befreit werden (12 Theorie- und 12 Praxisstunden als Minimum für Anfänger). Das spart Hunderte Euro. Die Entscheidung liegt bei der Fahrschule und der zuständigen Behörde.
Die wahren Kosten
Reden wir über Zahlen. Nach Angaben des ADAC lagen die durchschnittlichen Führerscheinkosten in Deutschland 2025 bei:
In Berlin: 3.200-4.500 Euro. In Bayern: 3.500-5.000 Euro. Der Unterschied? Die Fahrstundenpreise variieren je nach Bundesland – und ob man beim ersten Versuch besteht. Jede Wiederholungsprüfung kostet 150-300 Euro zusätzlich.
Aber – und das ist wichtig – wenn Sie ein erfahrener Fahrer mit arabischem Führerschein sind, brauchen Sie vielleicht nur 10-15 Praxisstunden statt 30-40 für Anfänger. Das bedeutet eine Ersparnis von 1.000-1.500 Euro.
Tipps aus der Praxis
Wir haben mit mehreren Personen gesprochen, die den Prozess kürzlich durchlaufen haben. Was sie gelernt haben:
Wählen Sie die Fahrschule sorgfältig. Nicht alle Fahrschulen sind gleich. Manche verlangen mehr Fahrstunden als nötig. Fragen Sie nach Erfahrungen anderer in Community-Gruppen auf Facebook, bevor Sie sich entscheiden. Suchen Sie nach Fahrschulen mit arabisch- oder englischsprachigen Fahrlehrern, falls Ihr Deutsch noch nicht so gut ist.
Die theoretische Prüfung gibt es auf Arabisch. Ja, Sie können die Theorieprüfung in den meisten Bundesländern auf Arabisch ablegen. Aber Vorsicht: Die Übersetzung ist manchmal ungenau. Es wird empfohlen, die Fragen auch auf Deutsch zu lernen.
Bringen Sie Ihren alten Führerschein übersetzt mit. Eine beglaubigte Übersetzung Ihres arabischen Führerscheins (von einem vereidigten Übersetzer) kann helfen, die erforderlichen Fahrstunden zu reduzieren. Kosten: 50-80 Euro für die Übersetzung.
Erwarteter Zeitrahmen
Von der Anmeldung in der Fahrschule bis zum Erhalt des Führerscheins: zwei bis vier Monate unter normalen Umständen. Aber Termine für die praktische Prüfung in Berlin können 6-8 Wochen Wartezeit bedeuten. Planen Sie voraus.
Und denken Sie daran: Ihr ausländischer Führerschein gilt in Deutschland nur 6 Monate nach Ihrer Anmeldung. Danach bedeutet Fahren ohne deutschen Führerschein Bußgeld und Probleme mit der Versicherung.
Wo fangen Sie an?
Erster Schritt: Gehen Sie zum LABO (Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten) in Berlin oder zur Führerscheinstelle in Ihrer Stadt. Bringen Sie mit: Reisepass, Aufenthaltstitel, biometrisches Foto, Sehtest-Bescheinigung (von jedem Optiker), und Erste-Hilfe-Kurs-Bescheinigung (vom Roten Kreuz oder ähnlich, kostet 30-50 Euro).
Der Weg ist lang. Aber nicht unmöglich.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
Quellen
- LABO Berlin - Umschreibung ausländischer Führerscheine
- ADAC - Führerscheinkosten in Deutschland
- Bundesministerium für Verkehr - Gültigkeit ausländischer Führerscheine
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