Haftpflicht: Schutz ab 3 Euro im Monat
Ein kleiner Unfall kann Tausende Euro kosten. Die Privathaftpflichtversicherung schützt Sie bereits ab dem Preis eines Kaffees im Monat.
فريق برليننا
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: Micheile Henderson/Unsplash
Vor drei Monaten besuchte Ahmed seinen Freund in einer Neuköllner Wohnung. Ein Moment der Unachtsamkeit — ein Glas Tee kippte auf den neuen Laptop — und die Rechnung kam: 1.200 Euro. Ahmed hatte keine Haftpflichtversicherung. Er zahlte alles aus eigener Tasche.
Solche Geschichten passieren häufiger, als man denkt. Viele Zugewanderte wissen schlicht nicht, dass es diese Versicherung gibt — oder halten sie für unnötigen Luxus. Aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache.
Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) besitzen rund 85 Prozent der Menschen in Deutschland eine Privathaftpflichtversicherung. Eine Zahl, die zeigt, wie selbstverständlich dieser Schutz hierzulande ist — und wie groß die Lücke bei vielen Neuzuwanderern bleibt.
Was genau ist eine Haftpflichtversicherung?
Das Prinzip ist simpel: Wenn Sie unbeabsichtigt einer anderen Person oder deren Eigentum Schaden zufügen, übernimmt die Versicherung die Kosten. Die Brille des Kollegen zerbrochen? Gedeckt. Ihr Kind hat das Handy des Nachbarn beschädigt? Ebenfalls gedeckt. Sogar der Verlust eines Mietschlüssels (Schlüsselverlust) — der schnell Tausende Euro kosten kann, wenn das gesamte Schloss-System des Gebäudes ausgetauscht werden muss — fällt unter den Schutz.
Und was kostet das Ganze? Zwischen 3 und 10 Euro im Monat. Weniger als ein Döner in Berlin. Die Deckungssumme aber reicht bis zu 10 Millionen Euro oder mehr — manche Verträge decken sogar bis zu 50 Millionen Euro ab. Gibt es eine andere Versicherung mit einem besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis?
Was deckt sie nicht ab?
Wichtig zu verstehen: Die Privathaftpflicht deckt keine Schäden an Ihren eigenen Sachen ab — wenn Sie Ihr eigenes Handy fallen lassen, ist das Ihre Angelegenheit. Auch vorsätzliche Schäden sind ausgeschlossen (logisch), ebenso wie die berufliche Haftung, für die eine separate Berufshaftpflichtversicherung nötig ist. Ein feiner, aber wesentlicher Unterschied.
Eine Sprecherin der Verbraucherzentrale erklärte, dass viele Verbraucher die Haftpflicht mit der Hausratversicherung verwechseln. Sie wies darauf hin, dass die Berliner Beratungsstelle am Hardenbergplatz täglich Fragen von Neuzuwanderern zu genau diesem Thema erhält.
Familientarif: Ein Vertrag für alle
Was viele nicht wissen: Der Familientarif schließt Ehepartner und Kinder in einem einzigen Vertrag ein. Stiftung Warentest — Deutschlands vertrauenswürdigste Institution für Produktbewertungen — bestätigte, dass die besten Familientarife ab etwa 5 Euro monatlich beginnen. Ein Familientarif für 60 Euro im Jahr schützt vier oder fünf Personen vor Forderungen, die in die Millionen gehen können.
Ein Berliner Versicherungsexperte berichtete, dass arabische Familien diese Versicherung oft erst spät entdecken — manchmal nach einem teuren Vorfall. Und er betonte, dass es kaum Informationen auf Arabisch über das deutsche Versicherungssystem gebe. Eine Informationslücke mit realen Folgen.
Wie findet man den richtigen Vertrag?
Vergleiche von Stiftung Warentest zeigten, dass der Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif über 100 Euro pro Jahr betragen kann — bei ähnlicher Deckung. Erster Tipp: Achten Sie darauf, dass der Vertrag Schlüsselverlust und Gefälligkeitsschäden (Schäden an geliehenen Gegenständen) abdeckt. Zweiter Tipp: Lesen Sie das Kleingedruckte, oder lassen Sie sich bei der Verbraucherzentrale beraten, die günstige Beratungen anbietet.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) rät dazu, Angebote vor Vertragsabschluss zu vergleichen und sicherzustellen, dass der Versicherer offiziell zugelassen ist. Ein einfacher Schritt, der spätere Probleme verhindert.
Die Haftpflichtversicherung ist kein Luxus und keine weitere deutsche Bürokratie-Hürde. Sie ist ein Sicherheitsnetz — unsichtbar, bis man es braucht. Drei Euro im Monat können Sie davor bewahren, dreitausend auf einen Schlag zu verlieren.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
Quellen
- GDV – Schäden und Leistung: Statistiken des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft
- Stiftung Warentest – Privathaftpflicht-Vergleich
- Verbraucherzentrale – Privathaftpflichtversicherung: Rundumschutz im Alltag
- BaFin – Verbraucherinformationen zu Versicherungen
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