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Haustiere in Deutschland: Was Migranten wissen müssen

Dein deutscher Nachbar redet mehr mit seinem Hund als mit dir. Deine Tochter will eine Katze. Und du weißt nicht: Ist das im Mietvertrag erlaubt? Und was kostet das? Ein praktischer Guide für arabische Familien.

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فريق برليننا

Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

•13. Januar 2026•4 Min. Lesezeit•59 Aufrufe
Haustiere in Deutschland: Was Migranten wissen müssen

صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: Christian Lue/Unsplash

In ihrer ersten Woche in Deutschland sah Sara ihre deutsche Nachbarin ihren Hund auf den Mund küssen. "Ich dachte, ich halluziniere vor Erschöpfung", lacht sie jetzt. "In Aleppo sind Hunde auf der Straße. Hier haben sie eigene Betten und Winterkleidung."

Sechs Jahre später besitzt Sara eine Katze namens "Lulu". Aber der Weg dahin war weder einfach noch billig.

In Deutschland besitzen 47% der Haushalte mindestens ein Haustier. Das bedeutet, dass dein potenzieller Nachbar wahrscheinlich einen Hund, eine Katze oder ein Kaninchen hat. Diese Kultur zu verstehen ist kein Luxus – es ist Teil der Integration.

Die religiöse Frage zuerst

Sprechen wir über den Elefanten im Raum – oder besser gesagt, den Hund.

Viele arabische Familien fragen sich: Ist es haram, einen Hund zu halten? Die Antwort ist komplexer als gedacht. Die meisten Gelehrten sind sich einig, dass Hunde zum Schutz, zur Jagd oder als Assistenztiere (wie Blindenhunde) erlaubt sind. Die Haltung "nur zum Vergnügen" ist jedoch umstritten.

Aber Katzen? Keine Diskussion. Der Prophet (Friede sei mit ihm) liebte sie, und es gibt viele Überlieferungen über seine Freundlichkeit zu Katzen.

"Ich habe eine Katze gewählt, weil es islamisch einfacher ist", sagt Sara. "Aber auch, weil sie in der Wohnung einfacher ist. Hunde brauchen tägliche Spaziergänge – auch im Regen."

Katze schaut aus dem Fenster
Symbolbild. Photo by Kari Shea on Unsplash

Mietvertrag: Genau lesen

Bevor du über ein Haustier nachdenkst, öffne deinen Mietvertrag. Suche nach "Haustiere" oder "Tierhaltung".

Die allgemeine Regel in Deutschland: Der Vermieter kann Kleintiere (Fische, Vögel, Hamster) nicht komplett verbieten. Aber Hunde und Katzen? Das braucht meistens eine schriftliche Genehmigung.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat bestätigt, dass der Vermieter einen Hund oder eine Katze ablehnen kann, aber die Ablehnung muss "aus vernünftigem Grund" sein – wie Allergien der Nachbarn oder zu kleine Wohnfläche. Willkürliche Ablehnung ist rechtswidrig.

Tipp: Auch wenn dein Vertrag es erlaubt, informiere den Vermieter schriftlich, bevor du das Tier holst. Das schützt dich rechtlich.

Die wahren Kosten

Hier kommt die Überraschung. Haustiere in Deutschland sind nicht billig.

Für eine Katze: Du zahlst 50-150 Euro für die Adoption aus einem Tierheim oder 200-1000 Euro für eine Katze vom Züchter. Dazu kommen die ersten Impfungen (etwa 100 Euro), Kastration (150-300 Euro) und monatliches Futter (30-50 Euro).

Für einen Hund: Es ist viel teurer. Adoption aus dem Tierheim 150-350 Euro, oder vom Züchter 500-2000 Euro je nach Rasse. Aber das ist nicht alles: In Deutschland zahlen Hunde eine jährliche Steuer (Hundesteuer) von 90 bis 180 Euro je nach Stadt. Berlin verlangt 120 Euro jährlich.

Laut Deutschem Tierschutzbund kostet ein Hund seinen Besitzer etwa 1.200-2.000 Euro jährlich (einschließlich Futter, Tierarzt und Versicherung).

Versicherung: Pflicht oder freiwillig?

Für Hunde ist die Haftpflichtversicherung (Hundehaftpflichtversicherung) in den meisten Bundesländern Pflicht – einschließlich Berlin. Wenn dein Hund jemanden beißt oder Eigentum beschädigt, bist du finanziell verantwortlich. Die Versicherung kostet 40-70 Euro jährlich.

Für Katzen ist die Versicherung freiwillig. Aber eine Tierkrankenversicherung kann eine gute Idee sein: Eine einzige Operation kann 1.000 Euro oder mehr kosten.

Hund läuft in einem deutschen Park
Symbolbild. Photo by Karsten Winegeart on Unsplash

Soziale Regeln

In Deutschland gibt es ungeschriebene Regeln über Haustiere:

Erstens: Sammle die Hinterlassenschaften deines Hundes auf. Immer. Es gibt Bußgelder bis zu 150 Euro, wenn du es nicht tust. Du findest kostenlose Tüten in den meisten Parks.

Zweitens: Frage, bevor du den Hund eines anderen streichelst. Manche Hunde sind nervös, und die Besitzer schätzen es, wenn man fragt.

Drittens: Füttere keine Tiere anderer ohne Erlaubnis – auch wenn sie hungrig aussehen.

"Ich habe diese Regeln auf die harte Tour gelernt", sagt Sara. "Ich gab dem Hund meines Nachbarn einen Keks, und seine Besitzerin wurde wütend, weil der Hund Allergien hat."

Woher bekommst du ein Tier?

Der beste Ort: Tierheime. Die Tiere dort sind kastriert und geimpft, und die Preise sind fair. In Berlin gibt es das Tierheim Berlin, eines der größten in Europa.

Vermeide den Kauf im Internet ohne das Tier zu sehen. Es gibt viele Betrügereien – kranke oder gestohlene Tiere oder solche, die gar nicht existieren.

Die endgültige Entscheidung

Bevor du dich entscheidest, frage dich: Habe ich die Zeit? Ein Hund braucht 1-2 Stunden Spaziergang täglich. Habe ich das Geld? Tierarztrechnungen können überraschend sein. Bleibe ich in Deutschland? Ein Tier ins Ausland mitzunehmen ist kompliziert und teuer.

Sara bereut nichts. "Lulu ist Teil der Familie geworden. Meine Tochter lernt Verantwortung, und ich habe eine Freundin in einsamen Zeiten gefunden."

Aber sie fügt hinzu: "Hätte ich die Kosten vorher gekannt, wäre ich besser vorbereitet gewesen. Das ist der Artikel, den ich mir vor sechs Jahren gewünscht hätte."

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen

  1. Deutscher Tierschutzbund - Tierschutzverband
  2. Tierheim Berlin - Tierheim
  3. Stadt Berlin - Hundesteuer

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