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Heuschnupfen: Was zahlt die Krankenkasse?

Du kaufst seit Wochen Cetirizin in der Apotheke und denkst, das war's.

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Heuschnupfen: Was zahlt die Krankenkasse?

SymbolbildBildquelle: smellypumpy · Pixabay License

Redaktioneller BelegVon der Berlinuna RedaktionBerlinuna MethodikAktualisiert 25. März 2026Methodik

Jedes Frühjahr das gleiche Bild: Die Nase läuft, die Augen jucken, der Kopf fühlt sich an wie in Watte gepackt. Viele halten es für eine hartnäckige Erkältung, besonders wer das Phänomen Heuschnupfen aus dem Herkunftsland nicht kennt. Dabei ist Pollenallergie in Deutschland eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, gut diagnostizierbar und größtenteils von der Krankenkasse abgedeckt.

Die Saison 2026 hat begonnen

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind die Pollenkonzentrationen von Birke und Erle seit Mitte März deutlich angestiegen, vor allem in Norddeutschland. Die genauen Zeiträume variieren regional, aber wer gerade morgens niest, hat wahrscheinlich schon die Antwort.

Unbehandelter Heuschnupfen ist nicht nur lästig. Über Jahre kann sich daraus ein allergisches Asthma entwickeln. Frühzeitige Behandlung beugt dem vor.

Was die gesetzliche Krankenkasse übernimmt

Der erste Schritt ist ein Termin beim Hausarzt. Dort schildert man die Symptome und bittet um eine Überweisung zum Allergologen. Die Überweisung ist rechtlich nicht zwingend nötig, verkürzt aber bei vielen Praxen die Wartezeit.

Den Allergietest selbst, den sogenannten Prick-Test, zahlt die gesetzliche Krankenkasse vollständig. Dabei werden kleine Mengen verschiedener Allergene auf den Unterarm aufgetragen. Innerhalb von 20 Minuten steht das Ergebnis fest.

Verschreibungspflichtige Antihistaminika werden nach Diagnose ebenfalls komplett von der Kasse übernommen. Hier entstehen für gesetzlich Versicherte keine Kosten.

Hyposensibilisierung: Langzeittherapie auf Kassenkosten

Bei starken Beschwerden kann der Allergologe eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) empfehlen. Dabei wird der Körper über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren schrittweise an das Allergen gewöhnt, bis die Überreaktion nachlässt. Die Behandlung muss außerhalb der Hochsaison begonnen werden.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten vollständig. Es handelt sich um eine anerkannte medizinische Behandlung.

Was man selbst zahlen muss

Rezeptfreie Antihistaminika wie Cetirizin oder Loratadin werden für Erwachsene nicht von der Kasse übernommen. Laut Verbraucherzentrale kosten sie in der Apotheke zwischen 3 und 8 Euro. Sie lindern akute Symptome und sind ohne Rezept erhältlich.

Die Faustregel: Was der Arzt verschreibt, zahlt die Kasse. Was man selbst aus dem Regal nimmt, zahlt man selbst.

Die kostenlose Pollenflug-App des DWD

Der Deutsche Wetterdienst bietet mit dem Pollenflug-Gefahrenindex eine kostenlose App, die täglich aktualisierte Pollenbelastungen nach Region anzeigt. Die App ist auf Deutsch, aber die Farbskala ist selbsterklärend: Grün bedeutet geringe Belastung, Gelb mittlere, Rot hohe.

birch tree pollen spring Germany
Birkenpollen gehören zu den häufigsten Auslösern von Heuschnupfen in Deutschland

An Tagen mit hoher Belastung helfen einfache Maßnahmen: Fenster geschlossen halten, morgens nicht lüften und nach dem Aufenthalt draußen das Gesicht waschen.

Was jetzt zu tun ist

Wer jeden Frühling unter den gleichen Symptomen leidet, sollte einen Termin beim Hausarzt machen und gezielt nach einem Allergietest fragen. Die DWD-Pollenflug-App hilft, die tägliche Belastung einzuschätzen. Heuschnupfen ist kein Schicksal, das man jedes Jahr aushalten muss.

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