HiPP-Erpressung: Ein Glas fehlt noch
HiPP-Gläschen wurden in einem Erpressungsfall mit Rattengift versetzt. Nach Angaben von HiPP und lebensmittelwarnung.de ist Deutschland NICHT betroffen — das bestätigte Glas wurde im österreichischen Burgenland sichergestellt, weitere Gläser werden in Österreich, Tschechien und der Slowakei vermutet. Wer HiPP in diesen Ländern gekauft hat, sollte die Losnummern mit lebensmittelwarnung.de abgleichen. Wer in Deutschland eingekauft hat, muss nichts unternehmen.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: jarmoluk/Pixabay · Pixabay License
HiPP-Gläschen wurden in einem Erpressungsfall mit Rattengift versetzt. Wichtig vorab: Nach Angaben von HiPP und lebensmittelwarnung.de ist Deutschland nicht betroffen — die bestätigten Gläser wurden in Österreich (Burgenland), Tschechien und der Slowakei gefunden bzw. vermutet. Wer in diesen Ländern eingekauft hat, sollte heute, nicht morgen, einen Blick in den Küchenschrank werfen.
Der Hersteller ist nicht Täter, sondern Opfer. Laut Tagesschau-Bericht vom 21. April 2026 hat ein Erpresser Gläschen manipuliert und in den Handel zurückgeschleust. Nach Angaben von HiPP und lebensmittelwarnung.de wurde ein Glas im österreichischen Burgenland sichergestellt, weitere werden in Österreich, Tschechien und der Slowakei vermutet. HiPP stellt ausdrücklich klar: Deutschland ist von diesem Rückruf nicht betroffen. Der Warnhinweis gilt fuer Kaeufe in den betroffenen Laendern.
Warum Rattengift bei Säuglingen besonders tückisch ist
Rattengifte enthalten in der Regel Cumarin-Derivate, die die Blutgerinnung hemmen. Die Wirkung setzt verzögert ein. Bei einem Säugling reicht eine deutlich kleinere Menge als bei Erwachsenen, und innere Blutungen können Stunden bis Tage lang nicht sichtbar sein. Ein Kind kann also zunächst unauffällig wirken und sich dann schnell verschlechtern. Aus diesem Grund gilt: Ein verdächtiges Glas wird nicht geöffnet, nicht entsorgt, sondern gemeldet.
Was Eltern jetzt konkret prüfen
Entscheidend ist nicht der Produktname, sondern die Losnummer (oder Chargennummer). Sie ist auf dem Deckelrand oder dem Glasboden aufgedruckt und besteht aus Buchstaben und Ziffern. Nur dieser Code erlaubt einen sicheren Abgleich. HiPP produziert Dutzende Sorten, betroffen sind ausschließlich einzelne, bestätigte Chargen.
Stand Mittag des 21. April liegt noch keine vollständige, öffentlich gelistete Chargentabelle vor. Die Ermittlungen laufen, weitere Angaben können im Lauf des Tages ergänzt werden. Zwei Quellen sollten Eltern offen halten: lebensmittelwarnung.de, das offizielle Portal der Bundesländer und des Bundesamtes für Verbraucherschutz (BVL), auf dem jeder Lebensmittelrückruf in Deutschland erscheint, und hipp.de, wo der Hersteller selbst Updates veröffentlicht. Beide als Lesezeichen speichern lohnt sich.
Wenn die Losnummer übereinstimmt
Das Glas bleibt geschlossen, wird nicht weggeworfen und nicht verfüttert. Es ist in diesem Moment ein potenzielles Beweismittel. Am besten in eine separate Tüte, außer Reichweite von Kindern und Haustieren, und dann die Polizei unter 110 oder das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren. Die Beamten oder das Amt sagen, wohin das Glas übergeben wird.
Wenn ein Kind möglicherweise schon davon gegessen hat
Weil Cumarin-Derivate die Blutgerinnung stören, zeigen sich Vergiftungszeichen meist als Blutungen: Nasenbluten ohne erkennbaren Grund, Zahnfleischbluten, ungewöhnliche blaue Flecken, Blut im Urin oder Stuhl, auffällige Müdigkeit oder plötzliche Blässe. Bei einem einzigen dieser Zeichen nicht auf einen Kinderarzttermin warten, sondern direkt in die Kindernotaufnahme.
Parallel den Giftnotruf anrufen. In Berlin: 030 19240, rund um die Uhr erreichbar, besetzt mit Toxikologinnen und Toxikologen. Eine bundesweite Liste aller regionalen Giftinformationszentren führt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Wichtig: Das Glas und die Verpackung mit in die Klinik nehmen. Die Produktdaten helfen dem medizinischen Team, Wirkstoff und passendes Gegenmittel (meist Vitamin K1 / Phytomenadion, das spezifische Antidot bei Cumarin-Derivaten — aber das ist eine ärztliche Entscheidung) schneller zuzuordnen.
Was aus dieser Meldung nicht folgt
Nicht jedes Gläschen im Regal ist jetzt verdächtig, und HiPP als Marke ist nicht unsicher. Der Fall ist ein gezielter Erpressungsversuch, der sich auf klar definierte Einzelgläser bezieht. Geprüft werden muss nur, was zu den bestätigten Losnummern passt. Alles andere bleibt im Rahmen der üblichen Lebensmittelkontrolle.
Fünf Minuten reichen: Schrank öffnen, Losnummern vergleichen, lebensmittelwarnung.de als Lesezeichen setzen. Eltern, Großeltern und Tagesmütter im Bekanntenkreis, die HiPP verwenden, sollten den Hinweis heute bekommen, nicht in drei Tagen.
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