Inflation trifft Familien: Was März kostet
Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im März auf 2,7 Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit Januar 2024. Energiekosten kletterten um 7,2 Prozent. Familien spüren den Druck beim Heizen, beim Einkaufen und an der Tankstelle. Die EZB erwägt eine Zinserhöhung, die auch Mieter und Kreditnehmer treffen könnte.
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Fatima K. aus Berlin-Moabit hat ihre Nebenkostenabrechnung dreimal gelesen. 327 Euro fuer Gas und Heizung im Maerz, 47 Euro mehr als im Januar. Ihr Mann arbeitet Vollzeit als Lagerarbeiter, sie halbtags in einer Kita. Fuer eine fuenfkoepfige Familie wird jeder Euro zweimal umgedreht. Die neuen Inflationszahlen erklaeren, warum.
Von 1,9 auf 2,7 Prozent in vier Wochen
Das Statistische Bundesamt meldete fuer Maerz 2026 eine Inflationsrate von 2,7 Prozent gegenueber dem Vorjahresmonat. Im Februar lag der Wert noch bei 1,9 Prozent. Einen solchen Sprung innerhalb eines Monats gab es zuletzt waehrend der Energiekrise 2022.
Hauptursache sind die Energiepreise: Sie stiegen um 7,2 Prozent im Jahresvergleich. Der Nahostkonflikt, insbesondere die seit Ende Februar andauernden Angriffe auf den Iran und die Teilsperrung der Strasse von Hormus, hat die globalen Energiemaerkte erschuettert. Deutschland, das stark von fossilen Energieimporten abhaengt, ist besonders verwundbar.
Was Familien konkret spueren
2,7 Prozent klingt abstrakt. Konkret bedeutet es: Eine vierkoepfige Familie, die monatlich 700 Euro fuer Lebensmittel ausgibt, zahlt jetzt rund 19 Euro mehr. Dazu kommen hoehere Heizkosten, steigende Spritpreise und teurere Monatskarten. In Summe kann das 80 bis 120 Euro zusaetzlich pro Monat ausmachen.
Fuer Familien mit Migrationshintergrund, die regelmaessig Geld an Angehoerige im Ausland ueberweisen, verschaerft sich die Lage doppelt. Jeder Euro, der fuer Energie und Lebensmittel draufgeht, fehlt bei den Ueberweisungen.
Zinserhoehung: Auch Mieter betroffen
Die Europaeische Zentralbank warnte vor anhaltendem Preisdruck und schwaecher werdendem Wachstum. Analysten von FactSet rechnen mit einer Zinserhoehung bereits im April. Das betrifft nicht nur Eigentuemer mit variablen Hypotheken. Vermieter, deren Finanzierungskosten steigen, geben den Druck haeufig ueber Mietanpassungen weiter.
Die Bundesregierung hat reagiert: Ab Mittwoch, dem 1. April, gilt die sogenannte Einmalpreisregel. Tankstellen duerfen ihre Preise nur noch einmal taeglich erhoehen. Ausserdem prueft Berlin eine Uebergewinnsteuer fuer Energiekonzerne.
Was Verbraucher jetzt tun koennen
Wer seinen Strom- oder Gasvertrag laenger als ein Jahr nicht gewechselt hat, sollte jetzt vergleichen. Portale wie Check24 und Verivox zeigen aktuelle Tarife. Autofahrer koennen mit der App Clever Tanken die guenstigste Tankstelle in der Naehe finden.
Familien mit geringem Einkommen sollten pruefen, ob sie Anspruch auf Wohngeld haben. Die Einkommensgrenzen wurden 2023 angehoben, sodass mehr Haushalte berechtigt sind als frueher. Den Antrag stellt man beim zustaendigen Bezirksamt.
Quellen
Statistisches Bundesamt, vorlaeufige Daten Maerz 2026 · The Local Germany · Europaeische Zentralbank
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