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Iran-Krieg treibt Wohnkosten in Deutschland

Der Brent-Oelpreis ist seit den Angriffen auf den Iran Ende Februar um 41 Prozent gestiegen. Fuer Mieter bedeutet das hoehere Nebenkosten bei der naechsten Abrechnung, fuer Kaeufer teurere Baukredite, weil die EZB die Zinswende verschieben koennte. Was sich konkret aendert, welche Staedte besonders betroffen sind und welche Hilfen Mietern jetzt zustehen, von Wohngeld bis Vorauszahlungsanpassung.

Redaktioneller BelegAusstehendBerlinuna MethodikAktualisiert 24. März 2026Methodik

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Am 28. Februar 2026 griffen die USA und Israel Ziele im Iran an. Innerhalb von drei Wochen stieg der Brent-Oelpreis von rund 71 auf 100 Dollar pro Barrel, ein Plus von ueber 41 Prozent. Die Auswirkungen reichen weit ueber die Krisenregion hinaus und treffen auch den deutschen Wohnungsmarkt.

Die Wirkungskette ist klar: Steigende Oelpreise verteuern Heizoel, Strom und Baumaterialien. Die Europaeische Zentralbank koennte geplante Zinssenkungen verschieben, was Baukredite teuer haelt. Und moegliche Fluechtlingsstroeme erhoehen die Nachfrage in einem ohnehin angespannten Mietmarkt.

Energiepreise: Was Mieter erwartet

Deutschland importiert ueber 90 Prozent seines Oelbedarfs. Rund 25 Prozent der deutschen Haushalte heizen mit Heizoel. Laut Destatis waren die Energiepreise bis Februar 2026 noch ruecklaeufig: Erdgas minus 4,4 Prozent, Strom minus 4,1 Prozent, Heizoel minus 4,7 Prozent. Diese Zahlen spiegeln den Zeitraum vor den Militaerschlaegen wider. Die Maerz- und Aprildaten werden das tatsaechliche Ausmass des Preisanstiegs zeigen.

Der aktuelle Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds weist einen Durchschnitt von 2,88 Euro pro Quadratmeter aus. Bei einer 65-Quadratmeter-Wohnung koennte der Anstieg der Energiepreise die monatlichen Nebenkosten um etwa 20 Euro erhoehen, also rund 240 Euro im Jahr. Besonders betroffen sind Mieter in oelbeheizten Gebaeuden. Wer an Fernwaerme angeschlossen ist, spuert den Effekt mit einigen Monaten Verzoegerung.

Baufinanzierung: Die Zinswende verzoegert sich

Der EZB-Leitzins liegt aktuell bei 4,50 Prozent. Vor der Iran-Krise rechneten Analysten mit schrittweisen Senkungen im Laufe des Jahres 2026. Steigende Oelpreise schaffen jedoch neuen Inflationsdruck. Die Gesamtinflation in Deutschland lag im Februar bei 1,9 Prozent, die Kerninflation bei 2,5 Prozent. Sollte die Energiekomponente wieder anziehen, koennte die EZB die Zinswende weiter hinauszuzoegern.

Fuer Immobilienkaeufer bedeutet das: Der Festzins fuer zehnjaehrige Baukredite bewegt sich zwischen 3,5 und 4 Prozent. Bei einem Darlehen von 250.000 Euro macht jedes halbe Prozent Zinsunterschied rund 60 Euro im Monat aus. Ueber zehn Jahre summiert sich das auf mehr als 7.000 Euro. Noch vor drei Jahren lagen die Zinsen unter 2 Prozent.

Weniger Neubau, mehr Nachfrage

Die Baubranche steht seit 2022 unter Druck. Steigende Oelpreise verteuern Stahl, Zement und Glas, allesamt energieintensive Materialien. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie meldete im Februar 2026 einen Anstieg der Baustoffkosten um 8 Prozent gegenueber dem Vorjahr. Die Zahl der Baugenehmigungen sank 2025 laut Destatis um 17 Prozent. Deutschland braeuchte laut Bundesregierung 400.000 neue Wohnungen pro Jahr, gebaut wurden zuletzt deutlich weniger.

Gleichzeitig koennte ein laengerer Konflikt die Zuwanderung nach Deutschland erhoehen. Das Land hat seit 2022 ueber eine Million ukrainische Fluechtlinge aufgenommen und verzeichnete 2023 mehr als 350.000 Asylerstantraege. In Berlin liegt die Leerstandsquote laut IBB Wohnungsmarktbericht unter 1 Prozent. In Muenchen uebersteigen die Neuvertragsmieten 20 Euro pro Quadratmeter. Jede zusaetzliche Nachfrage verschaerft den Druck.

Welche Hilfen es gibt

Die Bundesregierung hat das Wohngeld seit Januar 2023 im Rahmen der Wohngeld-Plus-Reform deutlich ausgeweitet. Die Zahl der anspruchsberechtigten Haushalte stieg von rund 600.000 auf ueber zwei Millionen. Der Antrag laeuft ueber die oertliche Wohngeldstelle, den voraussichtlichen Anspruch kann man mit dem Wohngeldrechner auf der Website des BMWSB pruefen.

Die Mietpreisbremse gilt weiterhin in den meisten Grossstaedten und begrenzt die Miete bei Neuvermietungen auf maximal 10 Prozent ueber dem ortstueblichen Mietspiegel. Gegen steigende Nebenkosten schuetzt sie allerdings nicht, da Betriebskosten separat abgerechnet werden.

Was Mieter und Kaeufer jetzt tun sollten

Mieter sollten pruefen, welcher Heizungstyp in ihrem Gebaeude installiert ist. Bei Oelheizung oder Gasheizung empfiehlt es sich, monatlich 20 bis 30 Euro als Ruecklage fuer die naechste Nebenkostenabrechnung einzuplanen. Wer Anspruch auf Wohngeld haben koennte, sollte den Antrag jetzt stellen. Der Anspruch beginnt ab dem Monat der Antragstellung, nicht ab dem Monat der Bewilligung.

Immobilienkaeufer sollten abwarten, bis sich die Zinslage klaert. Ein Kauf bei 4 Prozent Zinsen mit der Hoffnung auf spaetere Senkungen ist riskant. Als Faustregel gilt: Die monatliche Kreditrate sollte 35 Prozent des Nettoeinkommens nicht uebersteigen. Mieter sollten ausserdem pruefen, ob ihre Nebenkostenvorauszahlung noch aktuell ist. Wenn sie seit ueber einem Jahr nicht angepasst wurde, kann eine freiwillige Erhoehung jetzt eine hohe Nachzahlung am Jahresende vermeiden.

Der Iran-Krieg allein wird den deutschen Wohnungsmarkt nicht umkrempeln. Aber er verstaerkt bestehende Probleme: zu wenig Angebot, zu hohe Zinsen, steigende Baukosten. Wer jetzt handelt, seine Rechnungen prueft, verfuegbare Hilfen beantragt und vorausschauend plant, mindert die Folgen.

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24. März 2026
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