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Mammographie: Ihr Recht auf Früherkennung

Deutschland hat das Mammographie-Screening auf Frauen von 45 bis 74 Jahren ausgeweitet.

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Mammographie: Ihr Recht auf Früherkennung

Bildquelle: Berlinuna / AI Generated · Berlinuna Original

Redaktioneller BelegVon der Berlinuna Redaktion5 QuellenlinksAktualisiert 13. Februar 2026Methodik
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Samira, Mutter von drei Kindern in Berlin-Neukölln, hielt den Brief für eine Rechnung. "Einladung zum Mammographie-Screening" stand darauf, mit einem Termin und einer Telefonnummer. Erst ihr Mann übersetzte: eine kostenlose Einladung zur Brustkrebsfrüherkennung. Solche Briefe erreichen Millionen Frauen in Deutschland alle zwei Jahre - aber viele arabische Frauen wissen nicht, dass es sich um einen gesetzlichen Anspruch handelt.

Neu in diesem Jahr: Deutsche Kliniken setzen zunehmend KI-gestützte Werkzeuge bei der Mammographie-Auswertung ein. Aber wie können arabische Frauen dieses System nutzen? Und was, wenn sie kaum Deutsch sprechen?

Wer hat Anspruch auf das kostenlose Screening?

Bis Mitte 2024 richtete sich das deutsche Mammographie-Screening-Programm ausschließlich an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Dann hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Altersgrenze erweitert: Ab sofort sind Frauen von 45 bis 74 Jahren anspruchsberechtigt. Das bedeutet rund 5,5 Millionen zusätzliche Frauen, die alle zwei Jahre kostenlos zur Mammographie gehen können.

Die Untersuchung ist vollständig kostenlos. Keine Zuzahlung, keine Überweisung nötig. Die Einladung kommt per Post von der "Zentralen Stelle" des jeweiligen Bundeslandes - mit einem vorgeschlagenen Termin und der nächstgelegenen Screening-Einheit.

Das Problem? Viele arabische Frauen (besonders die erst kürzlich nach Deutschland Gekommenen) ignorieren diesen Brief. Manche können kein Deutsch lesen, andere scheuen das Thema Brustuntersuchung - ein Thema, das in einigen Gemeinschaften noch immer tabu ist.

KI als zweites Augenpaar

Wie die Deutsche Welle im Februar 2026 berichtete, nutzen immer mehr deutsche Kliniken KI-Systeme, die Mammographie-Aufnahmen parallel zum menschlichen Radiologen auswerten. Die Software analysiert das Bild und markiert verdächtige Bereiche, die der Arzt allein möglicherweise übersehen würde.

Eine große schwedische Studie (veröffentlicht 2023 in The Lancet Oncology, über 80.000 Frauen) ergab, dass KI-gestütztes Screening 20 Prozent mehr Krebsfälle erkennt als die herkömmliche Doppelbefundung allein. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) betonte allerdings, dass die Technologie den Arzt nicht ersetze, sondern als zusätzliches diagnostisches Instrument diene.

Aber bedeutet das, dass jede Mammographie jetzt genauer ist? Nicht unbedingt. Die Einführung erfolgt schrittweise, und nicht jede Screening-Einheit verfügt bereits über KI-Unterstützung. Und vor allem: Die beste Technologie nützt nichts, wenn Frauen gar nicht erst zum Screening gehen.

Termin buchen - auch ohne perfektes Deutsch

Wer die Einladung erhalten hat, aber den vorgeschlagenen Termin nicht wahrnehmen kann, ruft einfach die angegebene Nummer an und vereinbart einen neuen. Und wer keine Einladung bekommen hat, obwohl sie in der richtigen Altersgruppe ist? Dann sollte sie zuerst prüfen, ob ihre Adresse beim Einwohnermeldeamt aktuell ist - denn die Einladungen basieren auf den Meldedaten.

Was die Sprachbarriere betrifft: Die Zentrale Stelle in Berlin wies darauf hin, dass Informationsbroschüren in mehreren Sprachen vorliegen, darunter Arabisch und Türkisch. Außerdem darf man eine Begleitperson mitbringen, die übersetzt. Einige Berliner Screening-Zentren - etwa in Charlottenburg und Neukölln - sind es gewöhnt, Frauen ohne Deutschkenntnisse zu betreuen.

Die Untersuchung selbst dauert nicht länger als zehn Minuten. Schmerzhaft ist sie nicht wirklich (wenn auch etwas unangenehm). Pro Brust werden zwei Aufnahmen gemacht, das Ergebnis kommt innerhalb von etwa sieben Werktagen per Post.

Nicht auf Symptome warten

Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass Brustkrebs mit rund 2,3 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebsart bei Frauen weltweit ist. Früherkennung - bevor Symptome auftreten - erhöht die Heilungschancen laut DKFZ auf über 90 Prozent. Das Ziel der Mammographie ist nicht, auf einen tastbaren Knoten zu warten, sondern das zu finden, was man noch nicht spüren kann.

Samira ging schließlich zu ihrem Termin. Sie erzählte mir, es sei einfacher gewesen als erwartet. "Am Anfang habe ich mich geschämt", sagte sie. "Aber die Krankenschwester war sehr nett und gab mir ein Blatt auf Arabisch, das alles erklärte." Das Ergebnis? Unauffällig. Aber das hätte sie nie erfahren, wenn sie den Brief ignoriert hätte.

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen / المصادر

  1. DW Arabic - Brustkrebserkennung mit KI (Februar 2026)
  2. Kooperationsgemeinschaft Mammographie - Teilnahme-Informationen
  3. G-BA - Mammographie-Screening (Altersgrenzen-Erweiterung)
  4. The Lancet Oncology - KI-gestütztes Mammographie-Screening (Schwedische Studie, 2023)
  5. DKFZ - Deutsches Krebsforschungszentrum (Pressemitteilungen)

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