Neue Heizungsregeln: Was jetzt gilt
Die KfW zahlt bis zu 40 Prozent der Heizungssanierung. Aber die Antragsfrist endet im dritten Quartal 2026, und die meisten wissen nichts davon. Wer zur Miete wohnt, denkt oft, das Thema betreffe nur Eigentümer. Stimmt nicht. Über die Modernisierungsumlage landet ein Teil der Kosten auf Ihrer Mietrechnung. Wer seine Rechte nicht kennt, zahlt mit.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: ri/Pixabay · Pixabay License
Samers letzte Nebenkostenabrechnung lag 38 Prozent über dem Vorjahr. Seine Wohnung in Berlin-Schöneberg, Baujahr 1974, Gasheizung. Er hatte nicht damit gerechnet. Und er ist bei Weitem nicht der Einzige.
Nach Angaben von DW hat die Bundesregierung ein neues Klimaschutzpaket beschlossen, das Gebäude, Energie und Verkehr umfasst. Verschärfte Anforderungen an Heizsysteme, Förderung von Wärmepumpen und Fernwärme, Entlastungsmaßnahmen für Haushalte. Doch was bedeutet das konkret für Mieter und Eigentümer?
Die Unterscheidung ist entscheidend, und viele Haushalte (gerade in älteren Mietwohnungen mit Gasheizung) kennen ihre Rechte und Pflichten nicht genau.

Was ändert sich bei der Heizung?
Wie DW berichtete, verschärft die Regierung die Standards für Heizsysteme in Neu- und Bestandsbauten. Gebäude, die älter als 30 Jahre sind (und davon gibt es in Vierteln wie Neukölln, Wedding und Schöneberg jede Menge), stehen vor konkreten Fristen zur Modernisierung. Der Umstieg auf Wärmepumpen und Fernwärmeanschlüsse wird nicht nur gefördert, sondern schrittweise vorgeschrieben.
Für Mieter gilt: Der Vermieter ist für den Heizungstausch verantwortlich. Das Gesetz ist hier eindeutig. Aber das heißt nicht, dass die Kosten spurlos an der Miete vorbeigehen. Über die Modernisierungsumlage darf der Vermieter bis zu 8 Prozent der Sanierungskosten jährlich auf die Miete umlegen. Das kann je nach Umfang der Maßnahmen 50 bis 150 Euro monatlich bedeuten.
Und als Eigentümer? Die Zeit drängt. Für größere Gebäude beginnen die Umstellungsfristen Anfang 2027, für kleinere Gebäude gestaffelt bis 2030.
KfW-Förderung: Wer kann Anträge stellen?
Die KfW hat nach aktuellem Stand neue Förderprogramme für Mieter und Eigentümer aufgelegt. Eigentümer können zinsgünstige Kredite und direkte Zuschüsse für den Einbau von Wärmepumpen oder die Gebäudedämmung beantragen. Die Zuschüsse betragen in bestimmten Fällen bis zu 40 Prozent der Projektkosten.
Mieter profitieren indirekt: Förderfähig sind etwa energiesparende Geräte (wie smarte Lüftungssysteme) und Stromkostenzuschüsse für Haushalte mit geringem Einkommen. Der Antrag läuft über die KfW-Website und erfordert Mietvertrag oder Eigentumsnachweis sowie Meldebestätigung.
Ein Detail, das viele übersehen: Für einige dieser Programme endet die Antragsfrist Ende des dritten Quartals 2026. Wer den Termin verpasst, zahlt den vollen Preis.

Was bedeutet das für die Energierechnung?
Laut DW-Berichten bleiben die Energiekosten für Privathaushalte aufgrund der globalen Energiekrise hoch. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in einer 80-Quadratmeter-Wohnung zahlt derzeit zwischen 250 und 350 Euro monatlich für Energie und Heizung. Das Paket enthält Entlastungsmaßnahmen, doch die konkreten Einsparungen hängen vom Heizungstyp und der Dämmqualität des Gebäudes ab.
In der Praxis heißt das: Wer in einem Gebäude mit alter Gasheizung wohnt, muss mit steigender CO2-Abgabe rechnen. Diese Abgabe wird anteilig zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt, abhängig von der Energieeffizienzklasse des Gebäudes. Je schlechter die Klasse, desto höher der Vermieteranteil.
Was jetzt zu tun ist
Der erste Schritt ist einfach. Finden Sie heraus, welches Heizsystem in Ihrer Wohnung installiert ist und ob es unter die neuen Fristen fällt. Fragen Sie Ihren Vermieter direkt nach geplanten Maßnahmen. Warten Sie nicht auf das offizielle Schreiben. Und als Eigentümer: Prüfen Sie Ihre Förderberechtigung auf der KfW-Seite zur energetischen Sanierung, bevor die Antragsfristen ablaufen.
Sind zehn Minuten Recherche die Tausende Euro wert, die Sie möglicherweise sparen? Die Antwort dürfte klar sein.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
Quellen
- DW — Neues Klimaschutzpaket für Deutschland: Reicht das?
- DW — Wie Staaten weltweit die globale Energiekrise bewältigen
- KfW — Energieeffizient Sanieren: Förderprogramme
- BMJ — Mietrecht: Modernisierungsumlage und Nebenkosten
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