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Ramadan 2026: Was Sie wissen sollten

Ramadan 2026 beginnt Ende Februar. Ein praktischer Leitfaden zu Arbeitsrechten, Schulregelungen und Gemeinschafts-Iftars in Berlin.

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فريق برليننا

Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

•1. Februar 2026•3 Min. Lesezeit•382 Aufrufe
Ramadan 2026: Was Sie wissen sollten

صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: Markus Spiske/Unsplash · Unsplash License

In einer kleinen Küche in Neukölln stapeln sich Datteln, Nüsse und Kichererbsendosen auf dem Tisch. Sara — Name geändert — streicht mit dem Finger über den Kalender am Kühlschrank. Der 28. Februar ist rot eingekreist. Noch wenige Wochen bis Ramadan, und die Vorbereitungen gehen weit über den Einkauf hinaus.

Dieses Jahr dürfte für Deutschlands rund 5,5 Millionen Muslime ein vergleichsweise angenehmer Ramadan werden. Der Grund: die kurzen Wintertage. Ende Februar dauert ein Fastentag in Berlin nur etwa elf Stunden — ein gewaltiger Unterschied zu den mehr als achtzehn Stunden im Sommer 2016. Das Fastenbrechen fällt auf circa 17:30 Uhr, was den Alltag zwischen Arbeit und Gebet deutlich erleichtert.

Datteln und Ramadan-Laternen auf einem Holztisch
Symbolbild. Photo by Rauf Alvi on Unsplash

Doch wie sieht es rechtlich am Arbeitsplatz aus? Die ernüchternde Antwort: Das deutsche Arbeitsrecht sieht keinen Anspruch auf verkürzte Arbeitszeiten während des Ramadan vor. Fasten gilt als persönliche Entscheidung. Punkt.

Allerdings zeigen sich viele Arbeitgeber in der Praxis flexibel. Verschobene Pausenzeiten, früherer Arbeitsbeginn, angepasste Schichtpläne — solche informellen Lösungen sind laut einer Bertelsmann-Studie von 2023 in rund 65 Prozent der größeren deutschen Unternehmen üblich. Arbeitsrechtler empfehlen, das Gespräch mit dem Vorgesetzten mindestens zwei Wochen vor Ramadanbeginn zu suchen. Frühzeitige Kommunikation, betonen Experten, sei der entscheidende Faktor.

Schule und Fasten: Ein Balanceakt

Für Eltern stellt sich jedes Jahr dieselbe Frage: Wie gehen die Schulen damit um? Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung bestätigt, dass Kinder mit einer schriftlichen Mitteilung der Eltern vom Sportunterricht befreit werden können. Aber — und das ist wesentlich — eine Befreiung vom Schulbesuch selbst gibt es nicht.

Sara, Mutter zweier Grundschulkinder, schickt jedes Jahr einen kurzen Brief an die Klassenlehrerin. „Die Lehrerinnen reagieren meistens verständnisvoll", erzählt sie. Ihre Tochter habe vergangenes Jahr zum ersten Mal gefastet — nur einen halben Tag. „Sie war unglaublich stolz." Fasten alle Kinder? Natürlich nicht. Viele beginnen aber ab etwa zehn Jahren, sich schrittweise heranzutasten.

Gemeinschafts-Iftars: Mehr als nur Essen

Moschee mit Kuppel in der Abenddämmerung
Symbolbild. Photo by Rumman Amin on Unsplash

Berlin zählt über 300.000 muslimische Einwohner, und während des Ramadan verwandeln sich die Moscheen der Stadt in lebendige Treffpunkte. Die Şehitlik Moschee am Columbiadamm in Neukölln veranstaltet jedes Jahr öffentliche Iftar-Abende — offen für alle, unabhängig von Religion oder Herkunft. Vergangenes Jahr kamen an einem einzigen Abend über 500 Gäste, wie die Moschee-Verwaltung mitteilte.

Und diese Entwicklung ist kein Einzelfall. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland verzeichnet eine Verdopplung öffentlicher Iftar-Veranstaltungen in den vergangenen fünf Jahren. Was einst rein religiöse Zusammenkünfte waren, hat sich zu interkulturellen Begegnungsräumen entwickelt — Nachbarn unterschiedlicher Hintergründe sitzen gemeinsam am Tisch.

Wer in Berlin Ramadan-Einkäufe erledigen möchte (Medjool-Datteln, Halal-Fleisch, traditionelle Säfte), findet auf der Sonnenallee in Neukölln alles Nötige. Schon Wochen vor Ramadan füllen sich die Regale mit saisonalen Produkten, und in den späten Nachmittagsstunden drängen sich die Kunden auf den Gehwegen. Eine eigene kleine Welt.

Deutschland ist Heimat von geschätzt 5,5 Millionen Muslimen — so die Zahlen des Pew Research Center. Eine Gemeinschaft, deren Bedürfnisse religiös, praktisch und alltäglich zugleich sind. Ramadan in Deutschland ist nicht nur ein Monat des Gebets, sondern auch ein jährlicher Gradmesser für das Zusammenleben. Für Sara und Tausende andere gilt: Gute Vorbereitung macht den Unterschied zwischen einem erschöpfenden und einem erfüllenden Monat.

Hinweis zum Datenschutz: Saras Name wurde zum Schutz ihrer Privatsphäre geändert. Die persönlichen Angaben basieren auf einem Interview im Januar 2026.

Quellen

  1. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge — Ausländerzahlen
  2. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie — Schulwesen
  3. Pew Research Center — Muslimische Bevölkerung in Europa
  4. Şehitlik Moschee — Ramadan-Programm

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