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Schluss mit Antibiotika bei Blasenentzündung? Neue Impfung in Deutschland verfügbar

Nach Jahren des Leidens mit Antibiotika ist eine Impfung gegen Blasenentzündungen in Deutschland verfügbar. Arabische Frauen berichten von ihren Erfahrungen mit der neuen Behandlung, die den Teufelskreis wiederkehrender Schmerzen beenden könnte.

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Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

•6. Januar 2026•4 Min. Lesezeit•55 Aufrufe
Schluss mit Antibiotika bei Blasenentzündung? Neue Impfung in Deutschland verfügbar

Photo by National Cancer Institute on Unsplash

In ihrer Wohnung in Friedrichshain saß Leyla zum siebten Mal in diesem Jahr mit einer Wärmflasche da. Blasenentzündung. Schon wieder. Antibiotika. Schon wieder. Der Kreislauf wiederholt sich.

Doch das könnte sich bald ändern. Im Januar 2026 begannen deutsche Apotheken und Arztpraxen, eine neue Impfung gegen wiederkehrende Blasenentzündungen anzubieten - eine lang erwartete Entwicklung für Millionen von Frauen, die unter diesem schmerzhaften Gesundheitsproblem leiden.

Sechs Millionen deutsche Frauen betroffen

Laut dem Statistischen Bundesamt leiden etwa 6 Millionen Frauen in Deutschland jährlich an einer Blasenentzündung. Für 30% von ihnen kommt das Problem immer wieder zurück - manchmal 4-5 Mal pro Jahr.

Frau mit Bauchschmerzen
Photo by Ava Sol on Unsplash

"Antibiotika waren nur eine vorübergehende Lösung," sagt Fatima, eine zweifache Mutter, die seit 2018 in Wedding lebt. "Nach jeder Behandlung wusste ich, dass die Entzündung in zwei oder drei Monaten zurückkommen würde. Und jedes Mal wurde mein Körper resistenter gegen Antibiotika."

Diese Antibiotikaresistenz war genau das, was deutsche Forscher zur Entwicklung einer Alternative motivierte. Im November 2025 genehmigte das Bundesgesundheitsministerium den Impfstoff StroVac - die erste präventive Behandlung gegen wiederkehrende Harnwegsinfektionen.

Wie funktioniert die Impfung?

Der Impfstoff wirkt anders als Antibiotika. Anstatt Bakterien nach der Infektion zu töten, trainiert er das Immunsystem, sie zu erkennen und anzugreifen, bevor sie eine Entzündung verursachen. Laut AOK zeigen erste Studien einen Rückgang wiederkehrender Infektionen um 60% bei geimpften Frauen.

Das Protokoll ist einfach: drei Injektionen über drei Monate, dann eine jährliche Auffrischung. Aber wichtig - die Impfung ist nicht für alle geeignet.

Wer kann die Impfung erhalten?

Derzeit ist der Impfstoff nur für Frauen zugelassen, die unter wiederkehrenden Infektionen leiden - das heißt drei oder mehr Fälle innerhalb von 12 Monaten. Bei Ihrer ersten Infektion bleiben Antibiotika die erste Wahl.

Medizinische Spritze und Impfstoff
Photo by Mat Napo on Unsplash

Aber es gibt eine Hürde: die Kosten. Jede Dosis kostet etwa 45 Euro, was bedeutet, dass das vollständige Protokoll 135 Euro kostet. Und bisher übernehmen nicht alle Krankenkassen die Kosten.

Wie stehen die Krankenkassen dazu?

Hier wird es kompliziert. Die Techniker Krankenkasse kündigte im Dezember 2025 an, die Kosten vollständig zu übernehmen - aber nur nach der dritten nachgewiesenen Infektion innerhalb eines Jahres. Im Gegensatz dazu prüfen AOK und Barmer das Thema noch und bieten möglicherweise erst Mitte 2026 eine Erstattung an.

Wenn Sie privat versichert sind (Private Krankenversicherung), kontaktieren Sie Ihre Kasse direkt - einige haben sofort mit der Erstattung begonnen.

Erfahrungen arabischer Frauen in Berlin

Sara, eine syrische Apothekerin, die in Schöneberg lebt, war eine der ersten Frauen in Berlin, die die Impfung ausprobierte. "Nach der dritten Dosis im November sind zwei Monate ohne Infektion vergangen," sagt sie vorsichtig. "Normalerweise bekam ich alle 6-8 Wochen eine Entzündung."

Aber sie warnt: "Die Impfung ist keine Zauberlösung. Sie müssen immer noch ausreichend Wasser trinken, regelmäßig zur Toilette gehen und enge Kleidung vermeiden. Es ist Teil eines umfassenden Behandlungsplans, kein Ersatz für gesunde Gewohnheiten."

Wie bekommt man die Impfung?

Erster Schritt: Besuchen Sie Ihren Hausarzt oder Frauenarzt. Er wird Sie untersuchen, um sicherzustellen, dass Ihre Infektionen tatsächlich durch E. coli-Bakterien verursacht werden - diese sind für 85% der Fälle verantwortlich.

Wenn Sie qualifiziert sind, erhalten Sie ein Rezept. Bringen Sie es zu jeder Apotheke - die meisten haben den Impfstoff jetzt vorrätig oder können ihn innerhalb von 48 Stunden bestellen.

Ärztin im Gespräch mit Patientin
Photo by National Cancer Institute on Unsplash

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie schwanger sind oder stillen, konsultieren Sie zuerst Ihren Arzt. Studien zur Impfung während der Schwangerschaft sind noch begrenzt.

Was ist mit Nebenwirkungen?

Die meisten Frauen berichten von milden Nebenwirkungen: Rötung an der Injektionsstelle, leichtes Fieber für ein oder zwei Tage und Muskelschmerzen. Das ist normal - es bedeutet, dass Ihr Immunsystem reagiert.

Fatima, die wir bereits erwähnten, probierte die Impfung im Dezember. "Ich hatte nach der zweiten Spritze leichtes Fieber, aber es war nach 24 Stunden verschwunden. Im Vergleich zu den ständigen Schmerzen wiederkehrender Infektionen? Es war es absolut wert."

Ist das das Ende der Antibiotika?

Nicht ganz. Antibiotika sind immer noch für akute Fälle notwendig - wenn Sie bereits infiziert sind. Die Impfung ist ein Präventionsmittel, keine Behandlung für eine aktuelle Infektion.

Aber für Frauen, die den endlosen Kreislauf satt haben - Infektion, Antibiotika, kurze Erholung, dann wieder Infektion - könnte diese Impfung ihr Leben verändern.

Wie ein aktueller Tagesschau-Bericht erläuterte, arbeiten Forscher auch an wirksameren Impfstoffen, die bis 2028 auf den Markt kommen könnten.

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen

  1. Tagesschau - Impfung gegen Blasenentzündung (Januar 2026)
  2. Statistisches Bundesamt - Gesundheitsstatistik
  3. AOK - Leistungen und Services
  4. Techniker Krankenkasse - Internationale Services

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