Steuererklärung 2025: Jetzt starten
Jedes Jahr verschenken Tausende Arbeitnehmer mit Migrationsgeschichte über 1.000 Euro, weil sie keine Steuererklärung abgeben. Die Frist für 2025 endet am 31. Juli 2026 — aber die Elster-Registrierung dauert zwei Wochen per Post. Wer dieses Wochenende nicht anfängt, verschiebt alles um einen weiteren Monat. Und wie viele Steuerjahre sind schon verjährt?
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: viarami/Pixabay · Pixabay License
1.000 Euro. Mindestens. So viel Geld lassen viele Arbeitnehmer in Deutschland jedes Jahr beim Finanzamt liegen — einfach weil sie keine Steuererklärung abgeben. Wer aus dem Ausland kommt und zum ersten Mal vom deutschen Steuersystem hört, denkt oft: Das ist kompliziert, das ist nur was für Deutsche, das lohnt sich nicht. Falsch, falsch und nochmal falsch.
Laut Schätzungen des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine bekommen Angestellte, die freiwillig eine Steuererklärung einreichen, häufig über 1.000 Euro zurück. Und die Frist für das Steuerjahr 2025? Die läuft am 31. Juli 2026 ab — wer ohne Steuerberater einreicht, hat also noch Zeit. Aber nicht so viel, wie man denkt.
Die Fristen: Wann ist Schluss?
Gemäß § 149 Abs. 2 AO gilt für die Steuererklärung 2025 (ohne Steuerberater) der 31. Juli 2026 als Abgabefrist — eine der verlängerten Post-Corona-Fristen. Wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, hat sogar bis zum 2. Juni 2027 Zeit. Ein nicht unerheblicher Unterschied.
Elster: Jetzt registrieren, nicht im August
Das offizielle Online-Portal der Finanzverwaltung heißt Elster und ist kostenlos. Der Haken: Die Registrierung erfordert einen Aktivierungscode, der per Post kommt. Dauert circa zwei Wochen. Wer also im August anfangen will, ist im September schon zu spät dran. Deshalb: Dieses Wochenende registrieren. Steueridentifikationsnummer raussuchen (steht auf der Lohnsteuerbescheinigung oder jedem Schreiben vom Finanzamt), Daten eingeben, warten.

Muss ich überhaupt abgeben?
Kurze Antwort: Wenn du nur einen Arbeitgeber hast und keine Nebeneinkünfte, wahrscheinlich nicht. Das nennt sich Antragsveranlagung — freiwillige Abgabe. Und genau da liegt das Geld. Viele Arbeitnehmer sind nicht verpflichtet, könnten aber hunderte oder tausende Euro zurückbekommen. Warum also nicht?
Absetzungen, die Zugezogene oft übersehen
Hier wird es interessant. Laut § 9 EStG können Arbeitnehmer sogenannte Werbungskosten geltend machen — also berufsbedingte Ausgaben. Und gerade für Menschen, die nach Deutschland gezogen sind, gibt es Posten, die oft vergessen werden.
Umzugskosten: Wer für den Job umgezogen ist, kann Transport, doppelte Miete und Nebenkosten absetzen. Sprachkurskosten: Deutschkurse, die beruflich relevant sind (und das sind sie fast immer), zählen als Werbungskosten. Kinderbetreuungskosten: Kita-Gebühren sind absetzbar — bis zu zwei Drittel, maximal 4.000 Euro pro Kind. Und doppelte Haushaltsführung: Wer in einer Stadt arbeitet, aber die Familie in einer anderen wohnt, kann die Zweitwohnung absetzen. Das sind Beträge, die sich schnell summieren.
Alternativen zu Elster
Elster ist kostenlos, aber — sagen wir es diplomatisch — nicht gerade intuitiv. Wer eine benutzerfreundlichere Oberfläche sucht, hat Optionen. Laut Make it in Germany bieten Programme wie WISO Steuer, SteuerSparErklärung und Taxfix geführte Eingabe im Frage-Antwort-Stil, teilweise auf Englisch. Taxfix kostet rund 40 Euro und ist besonders bei Ersteinreichern beliebt.
Und dann gibt es noch die Lohnsteuerhilfevereine. Das sind gemeinnützige Vereine, die Arbeitnehmern bei der Steuererklärung helfen — für einen einkommensabhängigen Jahresbeitrag zwischen 50 und 400 Euro. Der Vorteil: echte Menschen, persönliche Beratung, und die verlängerte Abgabefrist (bis Juni 2027) gibt's automatisch dazu. Für den ersten Anlauf eine sehr solide Wahl.

Was passiert, wenn ich nichts mache?
Wer nicht abgabepflichtig ist, bekommt keinen Ärger. Aber das Geld? Das bleibt beim Finanzamt. Jedes Jahr ohne freiwillige Erklärung ist bares Geld, das verfällt. Die Festsetzungsfrist erlaubt zwar eine rückwirkende Abgabe für vier Jahre — aber die Uhr tickt. Und wer abgabepflichtig ist (etwa bei mehreren Arbeitgebern oder Nebeneinkünften), dem drohen Verspätungszuschläge. Kein Spaß.
Dein Plan für dieses Wochenende
Erstens: Auf elster.de registrieren. Selbst wenn du am Ende Taxfix oder einen Lohnsteuerhilfeverein nutzt — ein Elster-Konto schadet nie. Zweitens: Unterlagen sammeln. Lohnsteuerbescheinigung, Belege für Umzug, Sprachkurse, Kinderbetreuung, Fahrtkosten. Drittens: Entscheiden. Selbst machen, Software nutzen oder Hilfe holen? Alle drei Wege führen zum gleichen Ziel — Geld zurück.
Die Steuererklärung in Deutschland ist kein Hexenwerk. Sie ist Bürokratie — und Bürokratie kann man lernen. Erst recht, wenn am Ende ein vierstelliger Betrag auf dem Konto landet.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Steuerberatung dar. Bei komplexen Sachverhalten wende dich bitte an einen zugelassenen Steuerberater.
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