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"Warum starren sie mich an, wenn ich Tomaten prüfe?" - Der Einkaufsguide für Araber im deutschen Supermarkt

Im deutschen Supermarkt gibt es ungeschriebene Regeln für alles - vom Anfassen der Tomaten bis zum Anordnen der Waren auf dem Band. Was in Damaskus oder Kairo selbstverständlich ist, kann in Berlin für hochgezogene Augenbrauen sorgen - oder sogar für Ärger.

ف

فريق برليننا

Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

•3. Januar 2026•4 Min. Lesezeit•50 Aufrufe
"Warum starren sie mich an, wenn ich Tomaten prüfe?" - Der Einkaufsguide für Araber im deutschen Supermarkt

Photo by Clay Banks on Unsplash

Layla erzählt lachend - zwei Jahre später kann sie darüber schmunzeln: "Die deutsche Frau starrte mich an, als würde ich ein Verbrechen begehen. Ich prüfte nur den Salat auf Frische - etwas völlig Normales in Syrien."

Diese Szene wiederholt sich täglich in Berliner Supermärkten. Arabische Familien betreten Edeka oder Rewe und stoßen auf missbilligende Blicke für Verhaltensweisen, die ihnen völlig selbstverständlich erscheinen.

Das Problem? Zwei radikal unterschiedliche Einkaufskulturen.

Regel Nummer eins: "Schauen, nicht anfassen"

Auf arabischen Märkten ist das Prüfen von Produkten mit den Händen normal. Man drückt Tomaten, riecht an Früchten, dreht Gemüse um. Doch laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale von 2024 halten 78% der Deutschen das Anfassen frischer Produkte für "unhygienisch" und "respektlos".

Ahmad, der seit 3 Jahren in einer Kaufland-Filiale in Neukölln arbeitet, erklärt: "Wir sehen täglich arabische Kunden, die jede Orange einzeln prüfen. Deutsche nehmen, was vorne liegt. Manche beschweren sich über 'mangelnde Hygiene', wenn jemand mehrere Stücke anfasst, bevor er sich entscheidet."

Gemüse- und Obstabteilung in einem deutschen Supermarkt
Photo by Nico Smit on Unsplash

Die praktische Lösung: Wähle zuerst mit den Augen. Wenn du anfassen musst, prüfe nur ein Stück - und wenn es dir nicht gefällt, nimm es trotzdem mit, statt es zurückzulegen.

Das Geheimnis des Förderbands: Die Kunst des Warenauflegens

"Warum legen sie einen Plastikteiler zwischen meine und ihre Einkäufe? Haben sie Angst, ich stehle ihre Milch?" - Diese Frage hörte ich von vier verschiedenen syrischen Familien in einem Monat.

Der Warentrenner ist keine Misstrauenssache - sondern deutsche Effizienz. Die Kassiererin scannt schnell, der Trenner verhindert Verwechslungen. Doch es gibt eine wichtigere Regel:

Das Auflegen der Waren aufs Band folgt einem ungeschriebenen Protokoll.

  • Schweres zuerst: Wasserflaschen, Konserven, dann Leichtes
  • Brot und Eier zuletzt: damit sie nicht zerdrückt werden
  • Tiefkühlware zusammen: damit sie kalt bleibt
  • Trenner sofort setzen nach deinem letzten Produkt - sonst macht es die Person hinter dir mit einem genervten Blick

Und am wichtigsten: Beginne sofort mit dem Einpacken, sobald die Waren gescannt sind. Die Kassiererin wartet nicht - und die Schlange hinter dir wird nach 10 Sekunden unruhig.

Pfand: Das System, das Millionen verwirrt

Emad aus Homs erzählt: "Ich kaufte 6 Wasserflaschen für 4,50 Euro. An der Kasse wollten sie 6 Euro. Ich dachte, sie betrügen mich!"

Das ist das Pfandsystem - eine deutsche Revolution im Recycling. Du zahlst 25 Cent extra pro Plastikflasche oder Dose und bekommst es zurück, wenn du sie zum Automaten im Supermarkt bringst.

Pfandautomat in deutschem Supermarkt
Photo by Claudio Schwarz on Unsplash

Das Problem: Nicht alle Flaschen sind rückgabepflichtig. Laut Daten des Bundesumweltministeriums recycelt Deutschland 98,5% aller Wasserflaschen - die höchste Quote weltweit.

Wie erkennst du es?

  • Suche nach dem "Pfand"-Aufkleber auf der Flasche
  • Sprudelwasserflaschen haben immer Pfand
  • Bestimmte Säfte (wie kleine Tetra Paks) sind nicht rückgabepflichtig
  • Bier- und Alkoholdosen: 8 Cent Pfand

Tipp: Halte eine Stofftasche in der Küche für leere Flaschen bereit. Eine vierköpfige Familie bekommt etwa 15-20 Euro pro Monat zurück.

Preisschock: Warum kostet Bio 60% mehr?

"In Jordanien kommt frisches Gemüse direkt vom Bauernhof - billig und natürlich. In Deutschland heißt dieselbe Idee 'Bio' und kostet das Doppelte!" - ein Kommentar, den ich oft in Facebook-Gruppen für Araber in Berlin lese.

Die Realität: Bio-Produkte unterliegen strengen Standards der EU-Bio-Zertifizierung - keine chemischen Pestizide, keine Hormone, keine Gentechnik. Aber brauchst du sie wirklich?

Der kluge Einkaufsführer:

  • Bio notwendig: Babymilch, Babynahrung, Eier
  • Bio nicht notwendig: Bananen (dicke Schale), Zwiebeln, Avocados
  • Billigere Alternative: Geh samstags zum Wochenmarkt - Preise 30% niedriger als im Supermarkt

Häufige Fehler, die Geld kosten

  1. Grundpreis nicht vergleichen (Preis pro Kilo oder Liter): Die große Packung ist nicht immer günstiger. Schau auf das kleine Etikett unter dem Hauptpreis
  2. Eigenmarken ignorieren: Gut & Günstig von Edeka oder Ja! von Rewe - gleiche Qualität, 40% billiger
  3. Hungrig einkaufen: Eine deutsche Studie fand heraus, dass hungrige Käufer 23% mehr ausgeben
  4. Keine Rabatt-Apps nutzen: Too Good To Go verkauft Lebensmittel kurz vor Ablauf 70% günstiger

Halal-Einkauf: Wo und wann

Berlin hat 47 zertifizierte Halal-Geschäfte - aber normale Supermärkte bieten auch Optionen:

  • Edeka in Neukölln und Kreuzberg: Komplette Halal-Abteilung
  • Kaufland am Ostbahnhof: Gefrorenes Halal-Hähnchen aus der Türkei
  • Türkische Supermärkte: Şahin Market in der Turmstraße - 25% günstiger als deutsche Supermärkte

Tipp von Jihan (syrische Mutter, seit 6 Jahren in Berlin): "Kauf Fleisch und Gewürze in türkischen Läden, den Rest bei Aldi oder Lidl. So sparst du 150 Euro im Monat."

Warteschlangen-Etikette: Deutsche Geduld

In der arabischen Welt sind Warteschlangen flexibel. In Deutschland sind sie heilig.

  • Überspringe nie die Schlange - auch nicht bei nur einer Person
  • Halte mindestens einen Meter Abstand zur Person vor dir
  • Wenn du etwas vergessen hast, informiere die Kassiererin und bitte die Schlange um Erlaubnis
  • Beginne kein langes Gespräch mit der Kassiererin - Deutsche schätzen Geschwindigkeit

Letzte Anmerkung: Erwarte kein breites Lächeln von der Kassiererin. In Deutschland ist Effizienz wichtiger als formelle Freundlichkeit - und das ist keine Wut, sondern Professionalität.

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt - Migration & Integration
  2. Verbraucherzentrale - Verbraucherverhalten Studie 2024
  3. Bundesumweltministerium - Pfandsystem Statistiken

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