Der lange Rückgang des Bevölkerungsanteils in Familien hat sich seit Mitte der 2010er-Jahre nicht fortgesetzt. Nach einer am 17. September 2026 veröffentlichten Auswertung des Statistischen Bundesamtes lebten 2025 rund 49 Prozent der Menschen in privaten Hauptwohnsitzhaushalten als Eltern oder Kinder in einer Familie. 2015 waren es 48 Prozent, 1996 noch 57 Prozent.
Entscheidend ist dabei das Wort Haushalt. Der Mikrozensus bildet ab, wer zusammenlebt. Über familiäre Beziehungen zwischen verschiedenen Wohnungen sagt diese Einteilung nichts aus. Eltern, deren Kinder ausgezogen sind, können deshalb als Paar ohne Kind erfasst werden, obwohl sie selbstverständlich weiterhin Eltern sind.
Eine statistische Grenze an der Wohnungstür
Die Bundeszentrale für politische Bildung erläutert im Sozialbericht 2024 den Familienbegriff des Mikrozensus als Eltern-Kind-Gemeinschaft im selben Haushalt. Dazu gehören verheiratete und unverheiratete Paare sowie Alleinerziehende mit Kindern. Leibliche Kinder, Stief-, Pflege- und Adoptivkinder sind eingeschlossen.
Die aktuelle Destatis-Auswertung setzt zunächst keine Altersgrenze für Kinder. Wer mit den Eltern wohnt, dort aber bereits eigene Kinder versorgt oder mit einem Partner zusammenlebt, bildet nach der beschriebenen Systematik eine eigene Familie beziehungsweise Lebensform. Die Quote ist daher keine Zählung aller verwandtschaftlichen Verbindungen.
Alleinstehend ist nicht gleich alleinlebend
Destatis ordnet für 2025 weitere 28 Prozent der Bevölkerung Paaren ohne Kind und 23 Prozent den Alleinstehenden zu. Letztere leben ohne Ehe- oder Lebenspartner und ohne Kinder im Haushalt, können die Wohnung aber mit anderen Menschen teilen. Nur wer tatsächlich allein wohnt, gilt als alleinlebend. Keine dieser Kategorien misst, ob jemand sich einsam fühlt.
Auch die Grundgesamtheit ist begrenzt: Der Bericht betrachtet private Hauptwohnsitzhaushalte. Menschen in Gemeinschaftsunterkünften, etwa Pflegeheimen, bleiben in dieser Auswertung unberücksichtigt. Das muss bei Vergleichen mit anderen Bevölkerungszahlen mitgelesen werden.
Wer die Ergebnisse selbst prüfen möchte, findet im Originalbericht von Destatis den Abschnitt „Was ist eine Familie?“ und in Grafik 11 die Bevölkerungsanteile. Achten Sie beim Vergleich auf Jahr und Bezugsgröße: Der Anteil der Menschen in Familien ist etwas anderes als der Anteil der Familien an sämtlichen Lebensformen.
Foto: Bärbel Miemietz / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0.
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