Bei neuen vernetzten Produkten muss der Zugang zu Gerätedaten künftig schon im Design berücksichtigt werden. Die Übergangsregel in Artikel 50 des Data Act auf EUR-Lex erfasst Produkte und verbundene Dienste, die nach dem 12. September 2026 in Verkehr gebracht werden. Das Kaufdatum allein beantwortet diese Frage nicht.
Die Verordnung gilt grundsätzlich bereits seit dem 12. September 2025. Neu ist jetzt die Anwendung der Designpflicht aus Artikel 3 Absatz 1. Erfasste Daten müssen einfach, sicher und kostenlos in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format zugänglich sein. Einen direkten Zugriff verlangt die Vorschrift dort, wo er relevant und technisch machbar ist.
Den Exportweg vor dem Kauf klären
Für Käufer eines smarten Thermostats oder Haushaltsgeräts lohnt sich deshalb ein Blick in die produktspezifischen Data-Act-Informationen. Die Verbraucherzentrale nennt Nutzerkonto, App, Online-Portal und eine direkte Anfrage beim Anbieter als mögliche Zugangswege. Fragen Sie nach dem konkreten Modell und der Möglichkeit, seine Nutzungsdaten herunterzuladen. Bewahren Sie die Antwort auf.
Ein fehlender Exportknopf beweist für sich genommen noch keinen Rechtsverstoß. Artikel 4 sieht unter seinen Voraussetzungen auch die Bereitstellung auf Anfrage vor, wenn ein direkter Zugang fehlt. Für bestimmte kleinere Unternehmen gelten Ausnahmen nach Artikel 7. Eine pauschale Nachrüstpflicht für sämtliche Altgeräte lässt sich aus dem neuen Stichtag nicht ableiten.
Gerätedaten sind nicht sämtliche Inhalte
Die Europäische Kommission beschreibt den erfassten Bereich als rohe und vorverarbeitete Nutzungsdaten, die dem Dateninhaber ohne unverhältnismäßigen Aufwand zugänglich sind. Abgeleitete Informationen und audiovisuelle Inhalte gehören nicht dazu. Beim vernetzten Fernseher kann es um technische Messwerte gehen, nicht um einen Anspruch auf die Filme.
Auch der Schutz personenbezogener Daten bleibt bestehen. Vor einer Weitergabe müssen die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sein. Wer den Datenzugang in seine Kaufentscheidung einbezieht, sollte sich daher den tatsächlichen Weg erklären lassen und sich nicht auf ein allgemeines Versprechen zur Vernetzung verlassen.
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