Deutschland lehnt Trumps Friedensrat ab
Berlin lehnt offiziell die Teilnahme an Trumps Friedensrat für den Nahen Osten ab. Die Entscheidung zeigt wachsende Spannungen zwischen Washington und Europa. Was bedeutet das für arabische Flüchtlinge in Deutschland?
فريق برليننا
Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.
صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: Ansgar Scheffold/Unsplash
Die Ablehnung kam schnell und deutlich. Deutschland wird sich nicht am Friedensrat beteiligen, den US-Präsident Donald Trump für den Nahen Osten angekündigt hat — das bestätigten deutsche Regierungskreise diese Woche.
Die Entscheidung überrascht nicht. Aber sie hat wichtige Auswirkungen auf die Region und auf Millionen von Arabern in Deutschland.
Was ist dieser Rat überhaupt? Und warum lehnt Berlin ihn ab?
Eine Milliarde Dollar Mitgliedsbeitrag
Trump stellte den Rat beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor. Die Idee? Ein internationales Gremium unter US-Führung zum Wiederaufbau von Gaza und der Region — parallel zu oder anstelle der Vereinten Nationen.
Der Preis? Eine Milliarde Dollar Jahresbeitrag pro teilnehmendem Land, wie DW berichtet.
Das Auswärtige Amt kommentierte nicht offiziell. Aber informierte Quellen berichten, dass die Position klar ist: Berlin unterstützt die Vereinten Nationen als Rahmen für internationale Zusammenarbeit und lehnt jede Alternative ab, die dieses System untergräbt.
Warum betrifft das Araber in Deutschland?
Die berechtigte Frage: Was hat Trumps Rat mit dem Leben eines Syrers in Neukölln oder eines Irakers in Frankfurt zu tun?
Der Zusammenhang ist enger als es scheint. Die deutsche Nahostpolitik beeinflusst direkt Asylverfahren, Familiennachzug und humanitäre Hilfe. Ein Experte für internationale Beziehungen — der anonym bleiben wollte — erklärte: Deutschlands Haltung zu diesem Rat spiegelt sein Bekenntnis zur regelbasierten internationalen Ordnung wider, und das schützt die Rechte von Flüchtlingen.
Er fügte hinzu: Hätte Deutschland dem Trump-Rat zugestimmt, wäre das ein Signal für einen grundlegenden Wandel in der Außenpolitik gewesen — und möglicherweise auch in der Asylpolitik.
Wahlen stehen bevor
Das Timing ist nicht zufällig. Mit den Bundestagswahlen am 23. Februar 2026 versuchen die deutschen Parteien, die Balance zwischen Beziehungen zu Washington und ihren Grundsätzen zu halten.
Die konservative CDU/CSU — Favoritin — schweigt bisher. Die SPD betont ihr Bekenntnis zu Multilateralismus und den Vereinten Nationen. Die Grünen waren am deutlichsten: Sie lehnten den Rat offen ab und nannten ihn einen Versuch, die internationale Ordnung zu untergraben.
Reaktionen in der arabischen Community
In einem Café an der Sonnenallee in Berlin wird heftig diskutiert. Ahmed, syrischer Flüchtling seit 2015, sieht das Thema aus einem anderen Blickwinkel.
Ich vertraue Trump nicht, erzählte er Berlinuna. Aber ich vertraue auch denen nicht, die von Frieden reden und nichts tun. Gaza wird zerstört und alle schauen zu.
Eine andere Meinung hat Huda, Palästinenserin-Deutsche der zweiten Generation. Deutschland tut das Richtige, diesen Rat abzulehnen, betonte sie. Aber wo war Deutschland, als es um den Schutz von Zivilisten ging?
Die Wut ist spürbar. Das Vertrauen in westliche Politik — ob amerikanisch oder europäisch — ist auf dem Tiefpunkt.
Wie geht es weiter?
Trump wird voraussichtlich weiter Druck auf europäische Verbündete ausüben. Großbritannien und Frankreich haben sich noch nicht geäußert. Die Golfstaaten — besonders Saudi-Arabien und die Emirate — scheinen eher zur Teilnahme bereit.
Für Araber in Deutschland lautet die wichtigste Botschaft: Berlin steht — zumindest derzeit — zur bestehenden internationalen Ordnung. Wird das nach der Wahl so bleiben? Die kommenden Wochen werden es zeigen.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
Quellen
- DW - Trump in Davos 2026
- DW Arabisch - Trumps Friedensrat
- Auswärtiges Amt - USA-Beziehungen
- Tagesschau - Trumps Friedensrat
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