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Spaniens Modell: Vorbild für Deutschland?
Spaniens Modell zur Legalisierung irregulärer Migranten sorgt für eine neue Debatte in Deutschland. Das Land regularisiert Einwanderer mit Arbeit und ohne Vorstrafen. Könnte dieser Ansatz auch hierzulande funktionieren? Was die Debatte für die arabische Gemeinschaft bedeutet.
Berlinuna Redaktion
Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.
Spanien hat eine alte Debatte in Deutschland neu entfacht: Was tun mit Hunderttausenden Menschen, die ohne Papiere arbeiten und leben? Das spanische Modell ist im Kern simpel - wer arbeitet und keine Vorstrafen hat, bekommt eine Aufenthaltserlaubnis.
Wie die Deutsche Welle am Mittwoch berichtete, wird im Bundestag intensiv darüber diskutiert, ob ein ähnliches Modell auch in Deutschland funktionieren könnte. Die Zahl der irregulären Migranten hierzulande wird auf 200.000 bis eine Million geschätzt - viele davon (besonders aus der arabischen Gemeinschaft) arbeiten in der Gastronomie, auf dem Bau oder in der Reinigungsbranche.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser betonte, die Regierung prüfe "alle verfügbaren Optionen" zur Regelung irregulärer Arbeitsverhältnisse. Eine klare Zusage blieb aus. Aber der Druck wächst - von den Grünen und von den Gewerkschaften.
Wie funktioniert das spanische Modell?
Das sogenannte "arraigo"-System existiert seit dem Jahr 2000. Es erlaubt irregulären Migranten eine befristete Aufenthaltserlaubnis, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen: mindestens drei Jahre ununterbrochener Aufenthalt in Spanien, ein Arbeitsvertrag oder nachweisbares Einkommen und ein sauberes Führungszeugnis.
Die Ergebnisse? Die spanische Regierung gab an, zwischen 2019 und 2024 mehr als 600.000 Menschen regularisiert zu haben. Für die Wirtschaft bedeutete das: neue Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitskräften, die zuvor im Schatten arbeiteten.
Reaktionen in Berlin
Abgeordnete der CDU/CSU warnten, ein solches Modell könnte ein "falsches Signal" senden und weitere irreguläre Migration fördern. Die Grünen sehen das anders.
Die Grünen-Abgeordnete Filiz Polat erklärte: "Hunderttausende in der Unsichtbarkeit zu halten, ist keine Migrationspolitik - das ist wirtschaftliche Verschwendung." Deutschland brauche laut Schätzungen des Statistischen Bundesamts jährlich 400.000 zugewanderte Fachkräfte. Wer bereits hier arbeite, solle legalisiert werden.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wies darauf hin, dass irreguläre Beschäftigung oft mit Ausbeutung einhergeht - Stundenlöhne von 4 oder 5 Euro seien keine Seltenheit. Das drücke die Lohnstandards in ganzen Branchen und schade auch deutschen Arbeitnehmern.
Was bedeutet das für die arabische Gemeinschaft?
Die Auswirkungen sind unmittelbar spürbar. Viele Mitglieder der arabischen Gemeinschaft in Berlin - vor allem in Vierteln wie Neukölln und Kreuzberg - kennen jemanden mit unsicherem Aufenthaltsstatus. Einen Kellner auf der Sonnenallee. Oder einen Handwerker mit informellem Arbeitsvertrag. Aber kann sich ihre Situation wirklich ändern?
Fachanwälte für Migrationsrecht räumten ein, dass der Weg noch lang sei. Selbst wenn Deutschland ein ähnliches Modell einführe, wären erhebliche Gesetzesänderungen nötig - Monate parlamentarischer Debatte mindestens. Und die nach der Bundestagswahl im Februar 2025 gebildete Koalition ringt noch immer um einen internen Konsens in der Migrationsfrage.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verzeichnete 2025 einen Rückgang der Asylanträge um 30 Prozent im Vergleich zu 2023. Doch die Duldungsproblematik betrifft weiterhin Zehntausende, die in rechtlicher Ungewissheit leben.
Wie geht es weiter?
Beobachter wiesen darauf hin, dass die Bundesregierung im zweiten Quartal 2026 einen Gesetzentwurf vorlegen könnte. Die entscheidende Frage ist nicht nur 'ob', sondern 'wie' - die Details werden bestimmen, wer tatsächlich profitiert und wer im Schatten bleibt.
Für diejenigen, die diese Realität täglich erleben, geht das Warten weiter. Aber diesmal - zumindest - mit einem Funken Hoffnung.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
المصادر / Quellen
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- 13. Februar 2026
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