Eid al-Adha am Freitag: Urlaub jetzt stellen
Wer den Urlaubsantrag fuer den Freitag 5. Juni erst Ende Mai einreicht, bekommt legal ein Nein. § 7 BUrlG gibt dem Arbeitgeber das Recht, kurzfristige Wuensche gegen betriebliche Gruende abzulehnen, und je naeher der Termin, desto staerker diese Position. Das Kind bleibt ohne Antrag unentschuldigt im Klassenbuch. Und das Opfertier aus dem Hinterhof ist kein Grauzonen-Thema, sondern eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz. Drei Briefe, diese Woche, sonst kippt jede Frist gegen dich.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: suhailsuri/Pixabay · Pixabay License
Eid al-Adha faellt 2026 voraussichtlich auf Freitag, den 5. Juni. Je nach Mondsichtung kann sich das Datum auf Samstag, den 6. Juni verschieben. Der Tag ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Wer an diesem Tag freihaben will, muss aktiv Urlaub beantragen, und zwar jetzt. Wer das erst Ende Mai tut, riskiert eine Absage mit Verweis auf betriebliche Gruende.
Urlaubsantrag: die Frist laeuft bereits
Rechtlich stuetzt sich der Anspruch auf § 7 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Der Arbeitgeber muss Urlaubswuensche beruecksichtigen, solange keine dringenden betrieblichen Gruende oder vorrangige soziale Gesichtspunkte anderer Mitarbeiter entgegenstehen. Eine feste gesetzliche Antragsfrist gibt es nicht. In der Praxis gilt: vier bis sechs Wochen Vorlauf sind der Massstab, an dem sich die Zumutbarkeit der Planung misst. Je kurzfristiger der Antrag, desto leichter kann der Arbeitgeber mit Personalplanung und Schichtlage ablehnen.
Der Antrag gehoert schriftlich auf den Tisch, idealerweise per E-Mail oder ueber das Urlaubssystem der Firma. Eine religioese Begruendung ist nicht noetig, aber sie schadet auch nicht. Eine bewaehrte Formulierung:
Hiermit beantrage ich einen Tag Urlaub am Freitag, den 5. Juni 2026 (bzw. ersatzweise Samstag, den 6. Juni 2026) aus persoenlichen, familiaeren Gruenden. Ich bitte um Beruecksichtigung meines Wunsches gemaess § 7 BUrlG.
Der Hinweis auf das Ersatzdatum ist wichtig, weil der genaue Termin erst ein bis zwei Tage vorher durch die Mondsichtung feststeht und je nach Moscheeverband variieren kann. Wird der Antrag abgelehnt, sollte die Ablehnung schriftlich mit konkreter Begruendung erfolgen. Ein pauschales Nein ohne betrieblichen Grund ist rechtlich angreifbar.
Schulbefreiung fuer die Kinder
Schulpflichtige Kinder bekommen den Tag nicht automatisch frei. Die Schulgesetze der Laender sehen eine Befreiung aus religioesen Gruenden auf vorherigen schriftlichen Antrag vor. In Berlin regelt das § 46 Abs. 5 SchulG; ueblich ist ein Tag pro Fest (Eid al-Fitr und Eid al-Adha). Die Entscheidung trifft die Schulleitung. Der Antrag sollte spaetestens zwei Wochen vor dem Termin in der Sekretariatsmappe liegen:
Sehr geehrte Schulleitung, hiermit beantrage ich die Befreiung meines Kindes [Name, Klasse] vom Unterricht am Freitag, den 5. Juni 2026 (ggf. Samstag, 6. Juni 2026), aus religioesen Gruenden anlaesslich des Opferfests (Eid al-Adha) gemaess § 46 Abs. 5 SchulG Berlin. Ich bitte um schriftliche Bestaetigung.
In anderen Bundeslaendern gelten vergleichbare Regelungen, die konkreten Paragraphen unterscheiden sich. Ein Blick in das jeweilige Landesschulgesetz oder auf die Website des Kultusministeriums klaert das. Wer ohne Antrag fernbleibt, erhaelt eine unentschuldigte Fehlstunde; diese kann im Zeugnis vermerkt werden und im Wiederholungsfall schulische Massnahmen nach sich ziehen.

Opfertier: nur ueber den zertifizierten Betrieb
Privat zu schlachten ist in Deutschland nicht zulaessig, weder im Garten, noch im Hinterhof, noch auf gepachtetem Grundstueck. Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass Tiere nur in zugelassenen Betrieben und grundsaetzlich nur nach vorheriger Betaeubung geschlachtet werden duerfen. Schaechten ohne Betaeubung ist nach § 4a TierSchG ausschliesslich mit einer behoerdlich erteilten Ausnahmegenehmigung moeglich. Diese Genehmigung wird nicht an Privatpersonen vergeben, sondern an Schlachtbetriebe, die religioese Nachfrage ihrer Kundschaft nachweisen.
In der Praxis heisst das: das Opfertier frueh bei einer Halal-Metzgerei reservieren, die mit einem genehmigten Schlachthof zusammenarbeitet. Viele Moscheegemeinden in Berlin, vor allem in Neukoelln, Wedding und Kreuzberg, organisieren Sammelbestellungen, bei denen der rechtliche Rahmen bereits geklaert ist. Die entscheidende Frage an den Metzger lautet: Haben Sie eine Ausnahmegenehmigung nach § 4a TierSchG? Fehlt die, ist der Betrieb nicht rechtskonform. Verstoesse werden mit Bussgeldern geahndet und koennen im Wiederholungsfall strafrechtlich verfolgt werden.
Was diese Woche zu tun ist
Drei Schritte, einer pro Adressat. Urlaubsantrag mit Ersatzdatum an die Personalabteilung oder direkte Fuehrungskraft. Befreiungsantrag mit Paragraphenverweis an das Schulsekretariat. Reservierung beim Halal-Metzger, der die Genehmigung nach § 4a TierSchG nachweisen kann. Sieben Wochen klingt viel, sind aber in der betrieblichen Urlaubsplanung keine lange Vorwarnzeit. Jede Woche Verzoegerung staerkt die Position des Arbeitgebers, abzulehnen.
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