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Einbürgerung: Wartezeiten und Checkliste
Seit Juni 2024 erlaubt Deutschland die doppelte Staatsangehörigkeit, und die Mindestaufenthaltsdauer sank von acht auf fünf Jahre. Doch allein in Berlin warten Antragsteller bis zu 18 Monate auf einen Bescheid. Welche Unterlagen wirklich nötig sind, wie der Schnellweg über drei Jahre funktioniert und wie man typische Fehler vermeidet — ein praktischer Leitfaden.
Berlinuna Redaktion
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Fünf Jahre Aufenthalt, B1-Deutschkenntnisse, gesicherter Lebensunterhalt. Auf dem Papier klingt der Weg zum deutschen Pass seit der Reform von Juni 2024 übersichtlich. In der Praxis sieht es anders aus - wer in Berlin einen Einbürgerungsantrag stellt, wartet derzeit zwischen 12 und 18 Monaten auf einen Bescheid.
Der Grund: Das reformierte Staatsangehörigkeitsgesetz hat die Hürden gesenkt und gleichzeitig einen Ansturm ausgelöst, den die Behörden kaum bewältigen können. Die doppelte Staatsangehörigkeit ist nun für alle Antragsteller möglich - bisher mussten insbesondere Nicht-EU-Bürger ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben. Und die Mindestaufenthaltsdauer sank von acht auf fünf Jahre.
Aber genau das hat die Warteschlangen verlängert. Tausende, die jahrelang gezögert hatten, stellen jetzt ihre Anträge.

Was sich geändert hat
Zwei Änderungen stechen hervor. Erstens: die doppelte Staatsangehörigkeit. Das Bundesinnenministerium bestätigte, dass seit Juni 2024 kein Antragsteller mehr seine ursprüngliche Staatsangehörigkeit abgeben muss. Zweitens: die verkürzte Aufenthaltsdauer. Wer besondere Integrationsleistungen nachweisen kann (C1-Deutschkenntnisse, regelmäßiges Ehrenamt oder herausragende berufliche Leistungen), kann bereits nach drei Jahren einen Antrag stellen. Allerdings - und das ist wichtig - interpretiert jede Einbürgerungsbehörde diese Kriterien etwas anders.
Voraussetzungen im Überblick
Laut BAMF müssen Antragsteller folgende Voraussetzungen erfüllen: mindestens fünf Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland, Deutschkenntnisse auf B1-Niveau, ein bestandener Einbürgerungstest, der Nachweis der eigenständigen Lebensunterhaltssicherung (also keine Abhängigkeit von Sozialleistungen) sowie ein sauberes Führungszeugnis.
Der Einbürgerungstest selbst ist machbar. 33 Fragen, 17 richtige Antworten reichen zum Bestehen, Kosten: 25 Euro. Buchbar ist er bei jeder Volkshochschule. Wer sich vorbereiten will, findet die Übungsfragen kostenlos online auf der BAMF-Website.

Typische Fehler vermeiden
Der häufigste Grund für Verzögerungen? Unvollständige Unterlagen. Wer ein veraltetes Sprachzertifikat einreicht oder den Einkommensnachweis vergisst, dessen Akte wandert ans Ende der Warteschlange. In Berlin bedeutet das: Monate zusätzliche Wartezeit. Das muss nicht sein.
Beratungsstellen empfehlen, alle Dokumente vor der Antragstellung zusammenzustellen: aktuelles B1-Zertifikat, Testergebnis, Einkommensnachweise der letzten drei Monate und - falls man früher Sozialleistungen bezogen hat - eine Bestätigung des Jobcenters. Die Berliner Einbürgerungsstelle weist darauf hin, dass das BAMF-Onlinetool zur Eignungsprüfung ein guter erster Schritt ist. Und ja, es lohnt sich tatsächlich, dieses Tool vor dem Gang zur Behörde zu nutzen.
Für viele arabischstämmige Berlinerinnen und Berliner (besonders jene, die seit fünf oder mehr Jahren hier leben) war der Wegfall der Verzichtspflicht der entscheidende Anstoß. Der deutsche Pass bedeutet Reisefreiheit in der EU, Wahlrecht und langfristige Rechtssicherheit. Die Wartezeit ist lang, das stimmt. Aber ein vollständiger Antrag von Anfang an spart am Ende mehr Zeit als jede Abkürzung.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
Quellen
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- Aktualisiert
- 21. März 2026
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