Einbuergerung: Wo man bis zu 50 Monate wartet
In Leipzig warten Antragsteller bis zu 50 Monate auf ihre Einbuergerung. Die Reform des Staatsangehoerigkeitsrechts 2024 hat eine Antragswelle ausgeloest, die viele Behoerden ueberfordert. Daten der Kanzlei Migrando zeigen die tatsaechlichen Bearbeitungszeiten, die oft weit ueber den offiziellen Schaetzungen liegen. Ein Ueberblick fuer alle, die den deutschen Pass anstreben.
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Bis zu 50 Monate Wartezeit auf die Einbuergerung. Das ist die Realitaet in Leipzig, wie Daten der Kanzlei Migrando zeigen. Waehrend Antragsteller dort ueber vier Jahre auf ihren Pass warten, dauert es in Nuernberg gerade einmal sechs Monate. Die Reform des Staatsangehoerigkeitsrechts, seit Juni 2024 in Kraft, hat die Nachfrage massiv erhoeht. Viele Behoerden kommen nicht hinterher.
Das neue Gesetz verkuerzt die erforderliche Aufenthaltsdauer von acht auf fuenf Jahre und erlaubt erstmals Mehrstaatigkeit. Die Folge: ein sprunghafter Anstieg der Antraege, der Einbuergerungsbehoerden in ganz Deutschland unter Druck setzt.
Die schnellsten und langsamsten Staedte
Migrando hat die tatsaechlichen Bearbeitungszeiten aus Mandantenerfahrungen und Berichten in sozialen Medien zusammengetragen. Laut The Local sind die Unterschiede enorm. Nuernberg und Aschaffenburg fuehren mit 6 bis 15 Monaten. Hamburg liegt bei rund 13 Monaten.
Am laengsten dauert es in Leipzig mit bis zu 50 Monaten, gefolgt von Dresden (24 Monate) und Frankfurt (20 bis 30 Monate). In Stuttgart und dem Rest Baden-Wuerttembergs muessen Antragsteller mit mindestens 18 Monaten rechnen.
Offizielle Schaetzungen taeuschen
"Es gibt derzeit kaum eine Behoerde, die sich als zuverlaessig schnell hervorhebt", erklaerte Migrando-Sprecherin Christin Schneider gegenueber The Local. Das Problem geht ueber die reinen Wartezeiten hinaus. Duesseldorf und Leipzig nannten Antragstellern anfangs eine geschaetzte Bearbeitungsdauer von neun Monaten. Die tatsaechliche Dauer lag deutlich darueber.
Die Migrando-Daten basieren nicht auf Behoerdenstatistiken, sondern auf realen Erfahrungswerten von Mandanten und Nutzern in sozialen Netzwerken. Das macht sie naeher an der gelebten Realitaet als jede offizielle Prognose.
Was tun bei ueberlanger Wartezeit?
Wer unangemessen lange wartet, kann eine Untaetigkeitsklage beim Verwaltungsgericht einreichen. Damit klagt man gegen die Behoerde wegen Nichtbearbeitung des Antrags. Diese Klage garantiert kein sofortiges Ergebnis, erzeugt aber rechtlichen Druck und kann das Verfahren beschleunigen. Viele Fachanwaelte fuer Migrationsrecht empfehlen diesen Schritt nach zwoelf Monaten ohne klare Rueckmeldung.
Praktische Tipps: Reichen Sie Ihren Antrag nur mit vollstaendigen Unterlagen ein. Jede Nachreichung verzoegert den Prozess erheblich. Dokumentieren Sie jede Kommunikation mit der Einbuergerungsbehoerde schriftlich. Und wer in einer Stadt mit extremen Wartezeiten lebt und flexibel ist, sollte einen Umzug in eine schnellere Kommune ernsthaft in Betracht ziehen. Der Unterschied kann Jahre betragen.
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