Im Volkswagen-Werk in Wolfsburg verfolgen die Arbeiter die Nachrichten mit wachsender Sorge. US-Präsident Donald Trump droht mit Zöllen von bis zu 25 Prozent auf europäische Autos - und Deutschland steht direkt im Fadenkreuz.
Die EU reagierte entschlossen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Brüssel sei "bereit, seine Interessen zu verteidigen", sollte Trump seine Drohungen wahrmachen. Aber Worte sind das eine, wirtschaftliche Realität das andere.
Die Exportzahlen zeigen das Ausmaß des Problems. Deutschland exportierte 2025 Autos im Wert von 28 Milliarden Euro in die USA, so das Statistische Bundesamt. Ein 25-Prozent-Zoll würde jedes deutsche Auto um Tausende Dollar verteuern - und amerikanische Verbraucher zum Nachdenken bringen.
Warum Grönland?
Es mag seltsam klingen: Was hat eine Insel in der Arktis mit Zöllen zu tun? Aber Trump verknüpfte beides ausdrücklich. Er forderte Dänemark auf, Grönland abzugeben - oder mit "wirtschaftlichen" Zöllen rechnen zu müssen.
Europa wies die Erpressung zurück. Dänemarks Außenminister nannte die Forderung "unrealistisch", während von der Leyen betonte, dass "europäische Souveränität nicht zum Verkauf steht". Aber - und hier liegt das Problem - die deutsche Wirtschaft ist stark vom US-Markt abhängig.
Arabische Arbeitnehmer in der Autoindustrie
Tausende Araber arbeiten in der deutschen Automobilindustrie. Von den Produktionslinien in Bayern bis zu den Forschungs- und Entwicklungszentren in Stuttgart. Viele von ihnen kamen mit den jüngsten Migrationswellen (besonders aus Syrien und dem Irak) und fanden in dieser Branche eine Chance zur Stabilität.
Was bedeutet ein Exportrückgang? Historisch gesehen beginnen Autohersteller damit, zunächst Zeitarbeiter abzubauen. Viele arabische Arbeitnehmer sind über Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Sie wären am stärksten gefährdet.
Aber das Bild ist nicht nur düster. Der Technologie- und Erneuerbare-Energien-Sektor wächst, und viele Unternehmen suchen qualifizierte Arbeitskräfte. Anpassung ist möglich - erfordert aber Vorbereitung.
Mögliche EU-Reaktion
Die EU wird nicht tatenlos zusehen. Quellen in Brüssel deuteten an, dass der Block Vergeltungszölle auf amerikanische Produkte erwägt - von Whiskey bis Harley-Davidson-Motorrädern.
Wird es zu einem ausgewachsenen Handelskrieg kommen? Die Frage bleibt offen. Aber klar ist: Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Die Verhandlungen laufen, der Druck steigt auf beiden Seiten.
Praktischer Rat für Beschäftigte in bedrohten Branchen: Beobachten Sie die Nachrichten Ihres Unternehmens und beginnen Sie nach Möglichkeit mit der Entwicklung neuer Fähigkeiten. Fortgeschrittene Deutschkurse und berufliche Qualifizierung sind über die Bundesagentur für Arbeit verfügbar - nutzen Sie sie.
Quellen
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