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EZB hält Zinsen: Wer jetzt mehr zahlt
Die EZB hat den Leitzins bei 2,0 Prozent belassen, doch Experten rechnen mit Erhöhungen im Laufe des Jahres. Wer eine Indexmiete zahlt oder dessen Zinsbindung bald ausläuft, ist direkt betroffen. Ein praktischer Überblick: Wer jetzt handeln sollte, wer noch Zeit hat und welche Schritte sich lohnen.
Berlinuna Redaktion
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Die monatliche Miete kommt pünktlich, der Dauerauftrag läuft, alles stabil. Dann liegt ein Brief im Kasten: Mieterhöhung. Nicht weil der Vermieter es so will, sondern weil der Mietvertrag eine Indexklausel enthält. Der Verbraucherpreisindex steigt - die Miete zieht automatisch nach.
Für Tausende Mieter in Deutschland könnte genau das in den kommenden Monaten Realität werden. Der Auslöser: die heutige Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank - und das Signal, das sie sendet.
Was die EZB heute entschieden hat
Die EZB hat am 19. März 2026 den Leitzins bei 2,0 Prozent belassen. Keine Änderung also - aber auch keine Entwarnung. Steigende Energiepreise treiben die Inflation in der Eurozone nach oben. Mehrere Ökonomen rechnen mit Zinserhöhungen im Laufe des Jahres, der genaue Zeitpunkt steht allerdings nicht fest.
Wer jetzt betroffen ist - und wer später
Der EZB-Zinssatz wirkt sich nicht auf alle Mieter und Kreditnehmer gleich aus. Entscheidend ist die Art des Vertrags.
Sofort betroffen: Indexmiete
Wer einen Mietvertrag mit Indexmiete hat, zahlt eine Miete, die an den Verbraucherpreisindex gekoppelt ist. Steigt die Inflation, steigt die Miete - automatisch und ohne dass der Vermieter eine klassische Mieterhöhung begründen muss. Die Rechtsgrundlage ist Paragraph 557b BGB. Falls die Inflation durch die steigenden Energiepreise wie erwartet anzieht, könnten sich Indexmieten um 3 bis 5 Prozent erhöhen.
Sofort betroffen: Variabler Zinssatz
Kreditnehmer mit variablem Zinssatz spüren jede Zinserhöhung direkt in der monatlichen Rate. Wer einen solchen Vertrag hat, sollte prüfen, ob ein Wechsel auf einen Festzins möglich ist - bevor die Zinsen tatsächlich steigen.
Später betroffen: Festzins mit auslaufender Zinsbindung
Wer einen Immobilienkredit mit Festzins hat, ist während der Zinsbindung geschützt. Die typischen Laufzeiten liegen bei 5 oder 10 Jahren. Erst bei der Prolongation - also der Anschlussfinanzierung - greift der dann aktuelle Zinssatz. Läuft die Zinsbindung in den Jahren 2026 oder 2027 aus, lohnt es sich, schon jetzt Anschlussfinanzierungen zu vergleichen.
Was jetzt konkret zu tun ist
Schritt eins ist simpel: den eigenen Mietvertrag lesen. Steht dort "Indexmiete" oder ein Verweis auf den Verbraucherpreisindex, dann ist die Miete inflationsgebunden. Das bedeutet nicht, dass sie morgen steigt - aber der Mechanismus ist aktiv.
Für Kreditnehmer gilt: Wann läuft die Zinsbindung aus? Wer in den nächsten ein bis zwei Jahren eine Anschlussfinanzierung braucht, sollte jetzt Angebote einholen. Viele Banken bieten Forward-Darlehen an, mit denen sich der aktuelle Zinssatz für die Zukunft sichern lässt. Die Differenz zwischen einem früh gesicherten und einem kurzfristig abgeschlossenen Vertrag kann über die gesamte Laufzeit mehrere Tausend Euro betragen.
Warum dieser Zeitpunkt wichtig ist
Die Energiepreise in Europa steigen seit Wochen. Das treibt die Inflation. Die EZB hat heute nicht an der Zinsschraube gedreht, aber sie hat deutlich gemacht, dass weitere Erhöhungen möglich sind, falls die Preisentwicklung es erfordert.
Für Mieter und Kreditnehmer sind das keine abstrakten Wirtschaftsnachrichten. Es geht um den Betrag, der am Ende des Monats auf dem Konto fehlt. Der Unterschied ist: Wer seinen Vertrag kennt, kann sich vorbereiten. Wer nicht hinschaut, wird überrascht.
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- Aktualisiert
- 20. März 2026
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