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Facharzttermin in 4 Wochen: Ihr Recht
42 Tage warten gesetzlich Versicherte im Schnitt auf einen Facharzttermin. Privatpatienten kommen deutlich schneller dran. Dabei gibt es eine kostenlose Nummer, die den Termin innerhalb von vier Wochen garantieren soll. Wer sie kennt und trotzdem keinen Termin bekommt, hat noch eine zweite Option, die fast niemand nutzt.
Berlinuna Redaktion
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Sechs Wochen auf den Hautarzt warten, drei Monate auf den Orthopäden. Für gesetzlich Versicherte in Deutschland ist das Alltag. 35 Prozent der Befragten in einer Umfrage der Techniker Krankenkasse gaben an, mehrere Monate auf einen Facharzttermin gewartet zu haben. Nur acht Prozent bekamen innerhalb weniger Tage einen Termin.
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat die Debatte diese Woche neu entfacht. Er forderte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) einen gesetzlichen Anspruch auf zeitnahe Facharzttermine. "Angemessen wären etwa drei Wochen", so Miersch. Doch was viele nicht wissen: Ein Instrument zur schnelleren Terminvergabe gibt es bereits.
116117: Die Nummer, die kaum jemand nutzt
Die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung ist unter der Nummer 116117 erreichbar. Rund um die Uhr, telefonisch, über die Website 116117.de und per App. Ihr Auftrag: gesetzlich Versicherten innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin vermitteln. Benötigt wird lediglich die Krankenversicherungskarte und, falls vorhanden, eine Überweisung.
Der vermittelte Termin muss nicht beim Wunscharzt sein. Aber er muss in einer erreichbaren Praxis liegen und innerhalb der Vier-Wochen-Frist stattfinden. Die Leistung ist kostenlos.

42 Tage Wartezeit im Durchschnitt
Die Zahlen zeigen, warum das Thema wieder auf der politischen Agenda steht. Nach einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken betrug die durchschnittliche Wartezeit gesetzlich Versicherter auf einen Facharzttermin 2024 rund 42 Tage. Privatversicherte kommen deutlich schneller an Termine. Diese Ungleichheit ist keine Vermutung, sondern durch Daten belegt.
Was Miersch fordert
Der SPD-Fraktionschef schlug ein Bonus-Malus-System in der Ärztevergütung vor: Praxen, die zu wenige Termine anbieten, bekommen weniger Budget. Das freigewordene Geld soll an Kliniken gehen, die mit ambulanten Terminen einspringen. Auch der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte bereits eine Termingarantie gefordert.
Parallel arbeitet eine von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission an Vorschlägen zur Gesundheitsversorgung. Ihre Ergebnisse werden kommende Woche erwartet.
Ob aus Mierschs Forderung ein Gesetz wird, ist offen. Es handelt sich bislang um einen politischen Vorstoß, nicht um einen Gesetzentwurf.
Was tun, wenn kein Termin kommt?
Kann die Terminservicestelle innerhalb von vier Wochen keinen Termin vermitteln, haben gesetzlich Versicherte das Recht, sich an die Ambulanz eines Krankenhauses zu wenden. Die Behandlung dort wird von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Das ist kein Sonderfall, sondern geltendes Recht.
Wer also seit Wochen auf einen Termin wartet, hat konkrete Optionen. Die Nummer 116117 anrufen oder online einen Termin anfragen. Falls die Vier-Wochen-Frist nicht eingehalten werden kann, den Weg über die Krankenhaus-Ambulanz nehmen. Die Werkzeuge sind da. Man muss nur wissen, dass es sie gibt.
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- 28. März 2026
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