
Bildquelle: 44penguins (Angela M. Arnold) / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Familienrat: Die Familie schreibt den Plan
Im entscheidenden Teil eines Familienrats verlassen die Fachkräfte den Raum. Die Familie entwickelt mit Menschen ihres Vertrauens einen eigenen Plan. Berlin will am 14. August eine neue Evaluation aus Marzahn-Hellersdorf vorstellen, hat aber noch keine Kennzahlen veröffentlicht. Das Verfahren eröffnet eine ungewöhnliche Möglichkeit in der Jugendhilfe. Ob es für eine konkrete Familie passt, bleibt dennoch eine Einzelfallfrage.
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Die Überschrift klingt bereits nach einem Ergebnis: Eine Evaluation zeige, dass der Familienrat in Marzahn-Hellersdorf wirksam sei. Die Berliner Bildungs- und Familienverwaltung will die Untersuchung jedoch erst am Freitag, 14. August 2026, vorstellen. Im bislang zugänglichen Ankündigungstext stehen weder Stichprobengröße noch Erfolgsquote.
Der Termin ist von 12:30 bis 13:30 Uhr im Familienratsbüro an der Nossener Straße 87 angekündigt. Neben Verwaltung und Bezirk soll dort auch eine Familie berichten. Nach Angaben der Senatsverwaltung habe der Familienrat geholfen, die Familie zu stabilisieren und eine stationäre Unterbringung der Kinder zu verhindern. Das ist ein angekündigter Erfahrungsbericht, keine Garantie für andere Fälle.
Die Familie entscheidet über Kreis und Ort
Der Familienrat Marzahn-Hellersdorf beschreibt das Verfahren als Beteiligungsformat der Kinder- und Jugendhilfe. Eine Koordination bereitet den Rat mit der Familie vor. Sie klärt, welche Frage gelöst werden soll, welche Verwandten, Freundinnen, Freunde oder anderen Vertrauenspersonen teilnehmen und wo das Treffen stattfindet.
Am Tag des Familienrats erhalten die Beteiligten zunächst die nötigen Informationen. Danach verlassen die Fachkräfte den Raum. In dieser Family-Only-Phase entwickelt die Familie einen Plan und verteilt konkrete Aufgaben. Erst anschließend wird der Plan den Fachleuten vorgestellt.
Nach sechs bis zwölf Wochen ist laut Projektseite ein weiteres Treffen vorgesehen. Dann wird geprüft, welche Vereinbarungen funktioniert haben und was angepasst werden muss. Der Familienrat ist damit kein einmaliges Gespräch, sondern ein Plan mit vereinbarter Rückschau.
Wo die Grenzen liegen
Die bisher veröffentlichten Quellen beantworten nicht, wie lange Familien auf einen Termin warten, welche Zugangsvoraussetzungen im Einzelfall gelten oder ob Kosten entstehen. Auch die vollständigen Evaluationsdaten fehlen noch. Diese offenen Punkte sollten nicht mit allgemeinen Versprechen gefüllt werden.
Ein Familienrat ersetzt zudem keine akute Hilfe bei einer Gefährdung und keine individuelle Beratung in einem Sorge- oder Jugendamtsverfahren. Er kann eine mögliche Arbeitsform sein. Ob sie zur Situation passt, müssen Familie und zuständige Fachstelle klären.
So wird aus Interesse eine Anfrage
Familien aus Marzahn-Hellersdorf können zunächst den Ablauf gemeinsam lesen und überlegen, welche Vertrauenspersonen sie einbeziehen würden. Über die offizielle Terminanfrage lässt sich anschließend der passende Standort auswählen. Vor einer festen Planung sollten Eignung, Wartezeit und mögliche Kosten direkt erfragt werden.
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- Aktualisiert
- 10. August 2026
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