Schmerzen aushalten, um Freundschaft zu beweisen: Mit diesem Versprechen wird eine gefährliche Heißwasser-Challenge in Ägypten verbreitet, berichtet DW Arabic. Der Beitrag nennt vor allem TikTok und schildert ärztliche sowie behördliche Warnungen. Dem Bericht zufolge warnt auch das ägyptische Gesundheitsministerium vor möglichen bleibenden Hautschäden und Entstellungen.
Eine Verbreitung unter Schülerinnen und Schülern in Deutschland belegt der Bericht nicht. Für Familien hier ergibt sich der Gesprächsanlass daraus, dass ihre Kinder arabischsprachige Inhalte verfolgen. Dabei steht eine praktische Frage im Mittelpunkt: Wie kann ein Jugendlicher aussteigen, wenn Freunde die Teilnahme zur Bewährungsprobe machen?
Nachfragen, ohne den Clip vorzuführen
Welche Challenges tauchen im Feed auf? Wie reagieren Freunde darauf? Solche Fragen lassen Raum für die Sicht der Jugendlichen. Wer ein Video gesehen hat, will es deshalb noch nicht nachmachen. Für das Gespräch reicht eine Beschreibung des Problems: Jemand soll sich oder andere verletzen, um dazuzugehören. Den Clip dafür zu suchen oder erneut abzuspielen, ist nicht nötig.
Ein Nein in eigenen Worten formulieren
Eine mögliche Antwort lautet: „Ich mache nichts mit, bei dem ich mich oder andere verletze.“ Fragen Sie Ihr Kind, ob es das so sagen würde und welche Formulierung besser zu ihm passt. Besprechen Sie auch den schwierigeren Moment danach: Was tun, wenn jemand spottet oder die Freundschaft infrage stellt? Als Vereinbarung bietet sich an, die Situation zu verlassen und einen Erwachsenen anzurufen, wenn der Druck anhält.
Eine erreichbare Person festlegen
Klären Sie gemeinsam, wer bei einem solchen Anruf helfen kann: ein Elternteil, ein vertrauter Verwandter oder eine andere erwachsene Bezugsperson. Speichern Sie die Nummer und wählen Sie eine zweite Person für den Fall, dass die erste nicht antwortet. Zur Absprache gehört auch, wie Eltern reagieren: zunächst zuhören und sich um die Sicherheit kümmern. Das gilt ebenso, wenn das Kind Hilfe für einen Freund sucht.
Die Warnung ohne Video weitergeben
Auch Erwachsene sollten solche Clips nicht weiterschicken. Wer andere Eltern informieren möchte, kann die Sorge in einer Nachricht benennen, ohne den Ablauf zu beschreiben oder das Video zu verlinken.
Für Notfälle gilt die 112. Nach Angaben des offiziellen EU-Portals Your Europe ist sie in allen EU-Ländern, einschließlich Deutschland, kostenlos vom Festnetz und Mobiltelefon erreichbar und verbindet mit den Rettungsdiensten.
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