Am 2. September kam Bewegung in Herthas jahrelange Stadiondebatte. Gebaut werden darf deshalb noch lange nicht: Die Expertenkommission hält das Grundstück an der Jesse-Owens-Allee lediglich grundsätzlich für geeignet.
Eine Tür geht auf, mehr nicht
Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport empfiehlt Hertha BSC, beim Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf eine Bauvoranfrage zu stellen. Damit werden ausgewählte planungsrechtliche Fragen vor einem späteren Bauantrag geklärt. Der Vorgang ist also ein Prüfauftrag, keine Baugenehmigung.
Nach Angaben des Senats tagte die verwaltungsinterne Prüfgruppe seit Herbst 2024 achtmal. Untersucht wurden unter anderem Verkehrserschließung, Bau- und Umweltrecht, Immissionsschutz, Denkmalschutz und die Einbindung in den Olympiapark. Auch die wirtschaftlichen Folgen für das bestehende Olympiastadion gehören ausdrücklich zum Paket.
Die offenen Rechnungen
Der rbb-Bericht bei Sportschau nennt eine aktuelle Planung mit bis zu 52.000 Plätzen. Zugleich bleibt unklar, wie der Zweitligist das Vorhaben finanzieren und Investoren gewinnen will. Der Senat verlangt zudem, dass dem Land keine Erschließungskosten entstehen und die Olympiastadion GmbH wirtschaftlich nicht benachteiligt wird.
Ein möglicher Bauvorbescheid würde Hertha konkrete Hinweise zu Verkehr, Umwelt und Baurecht geben. Erst auf dieser Grundlage könnte der Klub entscheiden, ob sein Entwurf am Standort tatsächlich trägt. Danach wären weitere Planungs- und Genehmigungsschritte nötig.
Woran Leser den Fortschritt erkennen
Entscheidend ist jetzt, ob Hertha die Bauvoranfrage tatsächlich beim Bezirk einreicht und welche Fragen der Bauvorbescheid beantwortet. Wer die Entwicklung verfolgen will, sollte die amtliche Mitteilung und spätere Veröffentlichungen des Bezirks prüfen. Bis dahin lautet der nüchterne Stand: Der Standort hat eine Empfehlung, das Stadion noch keine Genehmigung.
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