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Human Rights Watch: Feindseligkeit gegen Migranten wächst

Human Rights Watch warnt in ihrem Jahresbericht vor einer Verschlechterung der Lage von Migranten in Deutschland.

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Human Rights Watch: Feindseligkeit gegen Migranten wächst

Bildquelle: Berlinuna / AI Generated · Berlinuna Original

Redaktioneller BelegVon der Berlinuna Redaktion1 offizielle LinksAktualisiert 5. Februar 2026Methodik
Quellenbeleg

In ihrer Berliner Geschäftsstelle hat die Flüchtlings-Rechtsberatung allein in den letzten zwei Monaten 340 Beschwerden über rassistische Vorfälle erhalten. Eine hohe Zahl. Doch was die Organisation noch mehr beunruhigt: Viele Betroffene melden sich gar nicht mehr.

Diese Realität deckt sich mit dem heute veröffentlichten Jahresbericht von Human Rights Watch: "Der feindselige Diskurs gegen Migranten ist nicht mehr auf die extreme Rechte beschränkt – er hat längst die etablierten Parteien erreicht."

Besorgniserregende Zahlen

Laut dem Bericht stiegen die registrierten Hassverbrechen gegen Ausländer in Deutschland 2025 um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Statistiken des Innenministeriums weisen 12.847 offiziell erfasste Vorfälle aus – die tatsächliche Zahl liegt nach Experteneinschätzung deutlich höher.

Sachsen verzeichnete die höchste Rate: 89 Vorfälle pro 100.000 ausländische Einwohner. Berlin? 67 Vorfälle. Aber die Hauptstadt erlebt eine andere Art der Diskriminierung – besonders auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt.

Wahlkampf und Migration

Nadia Abdel-Hamid, Europa-Forscherin bei Human Rights Watch, erklärte: "Wir beobachten, dass Parteien, die als gemäßigt galten, nun eine härtere Rhetorik gegenüber Migration übernehmen." Diese Verschiebung schlage sich in konkreter Politik nieder – von verschärften Bedingungen beim Familiennachzug bis hin zu beschleunigten Abschiebeverfahren.

Die AfD führt in mehreren ostdeutschen Bundesländern die Umfragen an. Laut der jüngsten Infratest-dimap-Erhebung erreicht die Partei bundesweit 22 Prozent der Wahlabsichten.

Aber – und das beunruhigt Beobachter – auch andere Parteien konkurrieren nun um die "härtere Linie" beim Thema Migration. Eine Analyse der Freien Universität Berlin ergab: Die Verwendung negativer Begriffe über Migranten in Politikerreden hat sich seit 2020 verdreifacht.

Was bedeutet das für die arabische Community?

Samir, ein syrischer Ingenieur, der seit 2015 in Berlin lebt, hat den Unterschied bemerkt. "Vor Jahren haben die Nachbarn gelächelt. Jetzt spüre ich andere Blicke in der U-Bahn." Er hat noch keinen direkten Vorfall erlebt, aber beschreibt ein Gefühl des "Nicht-Willkommenseins", das früher nicht da war.

Arabische Organisationen in Deutschland bestätigen diese Beobachtungen. Der Zentralrat der Muslime verzeichnete 2025 einen Anstieg der rechtlichen Anfragen zu Diskriminierung um 35 Prozent.

Empfehlungen des Berichts

Human Rights Watch fordert von der Bundesregierung drei dringende Maßnahmen: Stärkung der Antidiskriminierungsgesetze, Aufstockung der Integrationsprogramme und Überwachung politischer Hassrede.

Wird die nächste Regierung reagieren? Die Bundestagswahl am 23. Februar wird vieles entscheiden. Bis dahin bleiben Migranten in einer Lage des Wartens – und der Sorge.

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen

  1. Human Rights Watch - World Report 2026
  2. Bundesministerium des Innern - Politisch motivierte Kriminalität
  3. Infratest dimap - Sonntagsfrage Bundesweit

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