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"Importierte Konflikte" – AfDs neue Waffe
Demonstrationen zwischen Migranten aus demselben Herkunftsland auf deutschen Straßen nähren den rechtsextremen Diskurs. Experten warnen: Importierte Konflikte werden zur Wahlkampfwaffe – und die arabische Community steht im Zentrum.
Berlinuna Redaktion
Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.
Auf einer Straße in Essen standen sich vor wenigen Wochen türkische und kurdische Demonstranten gegenüber. Nur wenige Meter trennten sie. Die Polizei hielt sie auseinander, doch die Bilder verbreiteten sich rasant in den sozialen Medien.
Was dann geschah? Sofortige politische Verwertung.
Die AfD teilte die Videos mit Kommentaren wie: "Das passiert, wenn wir unsere Grenzen öffnen." Die Botschaft war klar – Konflikte aus dem Nahen Osten seien nach Deutschland gekommen. Aber stimmt dieses Bild?
Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte
Laut Bundeskriminalamt (BKA) wurden 2025 etwa 1.847 Straftaten als "ausländische Konflikte" eingestuft. Eine hohe Zahl – ja. Aber sie macht weniger als 0,03% aller erfassten Straftaten in Deutschland aus.
Dieser geringe Anteil taucht im rechtsextremen Diskurs nicht auf. Was gezeigt wird, sind die Bilder – die aufsehenerregenden Szenen, die tausendfach geteilt werden.
Eine Migrationsforscherin an der Universität Osnabrück erklärte gegenüber Deutsche Welle: "Das Problem sind nicht die Demonstrationen an sich – sie sind ein garantiertes Recht. Das Problem ist, wenn einige außer Kontrolle geraten, und das wird politisch ausgenutzt."
Die arabische Community im Fokus
Für Araber in Deutschland (besonders Syrer und Palästinenser) ist die Situation kompliziert. Solidaritätsdemonstrationen für Gaza verzeichneten 2024 und 2025 eine starke arabische Beteiligung. Die meisten verliefen friedlich, aber einzelne Vorfälle – Parolen oder Auseinandersetzungen – erhielten intensive Medienberichterstattung.
Ein syrischer Aktivist aus Berlin-Neukölln brachte es auf den Punkt: "Wir zahlen den Preis für das Verhalten Einzelner. Wenn einer einen Fehler macht, werden wir alle verurteilt."
Dies ist nicht nur ein Gefühl. Eine Umfrage des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) vom Dezember 2025 zeigte, dass 67% der Deutschen "Migranten" mit "importierten Konflikten" verbinden – ein Anstieg um 12 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Was kann getan werden?
Experten betonen mehrere Ansätze. Erstens: zwischen dem legitimen Demonstrationsrecht und inakzeptabler Gewalt unterscheiden. Zweitens: einzelne Vorfälle dürfen nicht ganze Gemeinschaften stigmatisieren. Drittens – und das ist am schwierigsten – dem vereinfachenden Narrativ entgegentreten, das Millionen Menschen auf sekundenlange Videoclips reduziert.
Ein Bericht des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom Januar 2026 wies darauf hin: "Die Mehrheit der Migranten führt ein ruhiges Leben und trägt zur deutschen Wirtschaft bei, aber diese Geschichten schaffen es selten in die Schlagzeilen."
Die Bundestagswahl steht bevor. Die Frage ist nun: Werden Migranten nach realistischen Statistiken beurteilt – oder nach ausgewählten Videoclips?
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
Quellen
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- 5. Februar 2026
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