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KI-Kennzeichnung: Was ab Sonntag gilt

Ab Sonntag reicht der Satz „mit KI erstellt“ als pauschale Antwort nicht mehr.

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KI-Kennzeichnung: Was ab Sonntag gilt

Das Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel; institutionelles Motiv zur EU-KI-Verordnung.Bildquelle: EmDee / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Redaktioneller BelegGeprüft4 offizielle LinksAktualisiert 2. August 2026Methodik
Quellenbeleg

Am Sonntagmorgen kann aus einem fehlenden Hinweis ein Compliance-Fall werden: Ein Chatbot spricht mit Kundinnen, ein manipuliertes Video wirkt echt, ein automatisch erzeugter Nachrichtentext geht ohne redaktionelle Kontrolle online. Am 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten des Artikels 50 der europäischen KI-Verordnung. Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für jeden KI-unterstützten Satz folgt daraus jedoch nicht.

Wer kennzeichnet was?

Die Leitlinien der Europäischen Kommission trennen mehrere Verantwortlichkeiten. Anbieter interaktiver Systeme müssen Nutzer grundsätzlich erkennen lassen, dass sie mit KI kommunizieren. Anbieter generativer Systeme sollen Ausgaben in den erfassten Fällen maschinenlesbar markieren. Wer Deepfakes einsetzt, muss die künstliche Erzeugung oder Manipulation sichtbar offenlegen. Das sind keine austauschbaren Pflichten.

Auch Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse können betroffen sein. Die EU-FAQ zu Artikel 50 weist zugleich auf Ausnahmen und Voraussetzungen hin, etwa wenn ein Mensch den Inhalt prüft oder eine Redaktion die Verantwortung für die Veröffentlichung übernimmt. Für ein Medienangebot ist deshalb nicht nur die Software entscheidend. Dokumentiert werden sollte ebenso, wer den Text kontrolliert hat und wer für die Endfassung einsteht.

Der 2. August ist kein Etiketten-Automat

Die Verordnung ist im amtlichen EUR-Lex-Text nachzulesen. Die Kommission veröffentlichte ihre aktuellen Transparenzleitlinien am 20. Juli 2026; die Pflichten gelten ab dem 2. August 2026. Kleine Unternehmen sollten jetzt für jeden Einsatz festhalten: Welches System wird verwendet? Entsteht Bild, Ton, Video oder Text? Gibt es eine maschinenlesbare Markierung? Wer prüft das Ergebnis vor der Veröffentlichung?

Die kurze August-Übersicht der Bundesregierung warnt Unternehmen vor fehlender Kennzeichnung. Für die genaue Reichweite reicht diese Kurzform aber nicht. Sanktionen hängen vom konkreten Verstoß und von der jeweiligen Rolle ab; eine einzige Bußgeldsumme für jeden vergessenen Hinweis wäre daher irreführend.

So prüfst du den nächsten Einsatz

Lege für den nächsten KI-Inhalt eine kurze Akte an: Zweck, System, Art der Ausgabe, technische Markierung, sichtbarer Hinweis und Name der menschlichen Prüfung. Offene Umsetzungsfragen bündelt der KI-Bereich der Bundesnetzagentur. Bei einem geschäftlichen Grenzfall ersetzt die Orientierung keine Rechtsberatung, sie zeigt aber, welche Angaben vor einer Einzelfallprüfung bereits auf den Tisch gehören.

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