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"Neues Gaza": Trumps Vision

Glänzende Bilder von Wolkenkratzern und Parks an der Mittelmeerküste.

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"Neues Gaza": Trumps Vision

SymbolbildBildquelle: Christopher Gower · Unsplash License

Redaktioneller BelegVon der Berlinuna Redaktion3 QuellenlinksAktualisiert 23. Januar 2026Methodik
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71 Milliarden Dollar. Das ist die Zahl, die Jared Kushner am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos nannte. Der vorgeschlagene Betrag für den Wiederaufbau des Gazastreifens und seine Verwandlung in eine – so seine Worte – "Riviera des Nahen Ostens".

Die Bilder, die der Berater und Schwiegersohn von Präsident Trump zeigte, zeigen gläserne Wolkenkratzer, Luxushotels und Parks am Meer. Gaza – das noch immer in Trümmern liegt – soll nach dieser Vision zu einer internationalen Touristenstadt werden.

Aber das ist noch nicht alles.

Das Projekt – wie von Deutsche Welle berichtet – beinhaltet die Umsiedlung der Bewohner in andere Gebiete während der Bauphase. Diese "Umsiedlungs"-Details haben eine Welle internationaler Kritik ausgelöst.

Luftaufnahme des Gazastreifens - Archivbild
Government Press Office / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Was genau wird vorgeschlagen?

Kushner erklärte, dass "Gaza der beste Ort zum Leben im Nahen Osten werden könnte". Der Plan spricht von moderner Infrastruktur, einem internationalen Flughafen und einem Seehafen. Er erklärt jedoch nicht, was mit den 2,3 Millionen Palästinensern geschehen soll, die dort leben, während der "Wiederaufbauphase".

Quellen im Weißen Haus bestätigten, dass der Plan "freiwillig" sei und keine Zwangsumsiedlung beinhalte. Kritiker jedoch – darunter UN-Beamte – warnten, dass jede Umsiedlung unter den gegenwärtigen Umständen einer "ethnischen Säuberung" gleichkommen könnte.

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wies in seinen jüngsten Berichten darauf hin, dass über 1,9 Millionen Menschen in Gaza – 85% der Bevölkerung – bereits intern vertrieben sind.

Wie reagierte die arabische Community?

In einem Café an der Sonnenallee in Berlin – bekannt als die "arabische Straße" – war die Nachricht am Mittwochabend Gesprächsthema Nummer eins. Die Reaktionen reichten von Spott bis Wut.

"Sie reden von Luxushotels, während meine Verwandten kein Zelt finden", erzählte eine Frau palästinensischer Herkunft in ihren Vierzigern. "Ist das ein Wiederaufbauprojekt oder eine Immobilienpräsentation?"

Andere wiesen darauf hin, dass der Plan die grundlegende Frage ignoriert: Werden die Bewohner zurückkehren? Und wohin?

Laut Statistischem Bundesamt leben etwa 100.000 Menschen palästinensischer Herkunft in Deutschland – die tatsächliche Zahl könnte höher sein, da viele unter anderen Staatsangehörigkeiten geführt werden.

Die deutsche Position

Die Bundesregierung hat noch keine offizielle Stellungnahme zum Projekt "Neues Gaza" abgegeben. Das Auswärtige Amt hatte jedoch in früheren Erklärungen Berlins Engagement für die "Zwei-Staaten-Lösung" und die Ablehnung jeglicher erzwungener demografischer Veränderungen bekräftigt.

Beobachter merkten an, dass Deutschland – der zweitgrößte Geber für UNRWA nach den USA – in eine schwierige Lage geraten könnte, sollte die Trump-Administration auf diesem Projekt bestehen.

Reichstagsgebäude in Berlin - Sitz des Deutschen Bundestages
Jürgen Matern / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Wie geht es weiter?

Berichten zufolge plant Kushner eine Reise in die Region in den kommenden Wochen. Die Golfstaaten – potenzielle Investoren – haben noch keine klare Position bezogen.

Vor Ort in Gaza sind die Prioritäten völlig andere: sauberes Trinkwasser, Strom und funktionierende Krankenhäuser. Wolkenkratzer – falls sie jemals gebaut werden – stehen nicht auf der Prioritätenliste.

Ein deutscher politischer Analyst arabischer Herkunft kommentierte gegenüber Berlinuna: "Der Plan wirkt, als sei er für Investoren in Davos konzipiert, nicht für die Menschen, die unter den Trümmern leben."

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen

  1. DW - Neues Gaza: Trumps und Kushners Vision
  2. UN OCHA - Humanitäre Updates zu Gaza
  3. Destatis - Migration und Integration

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