Wirtschaft

Oktober: Weniger Inflation, höhere Preise

Wenn die Inflationsrate sinkt, muss der nächste Einkauf noch lange nicht günstiger werden.

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Bildquelle: Maximilian Droste · CC BY-SA 4.0

Redaktioneller BelegGeprüft1 offizielle LinksAktualisiert 31. Oktober 2026Methodik
Quellenbeleg

Die niedrigere Inflationsrate macht den nächsten Wocheneinkauf nicht automatisch billiger. Wer deshalb weniger Geld für den kommenden Monat einplant, könnte zu knapp kalkulieren. Auch eine Entlastung beim Tanken sagt noch wenig darüber aus, wie sich das gesamte Haushaltsbudget verändert.

Am 30. Oktober 2026 meldete die tagesschau unter Berufung auf eine erste Schätzung des Statistischen Bundesamts eine Teuerungsrate von 2,8 Prozent für Oktober. Waren und Dienstleistungen waren demnach im Durchschnitt teurer als im Oktober des Vorjahres. Im September hatte die Jahresrate noch 3,3 Prozent betragen. Die Oktoberzahl ist damit vorläufig.

Die Vergleichsbasis ist Oktober 2025, nicht September 2026.

Als wichtigsten Grund für die Abschwächung nennt die tagesschau günstigere Preise an den Tankstellen. Energie insgesamt kostete laut Bericht dennoch 12,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Lebensmittel nennt er einen Anstieg um 0,4 Prozent, für Dienstleistungen um 2,5 Prozent. Aus dem beschriebenen Rückgang an den Zapfsäulen lässt sich also weder auf billigere Lebensmittel noch auf sinkende Mieten schließen.

Warum eine sinkende Rate und höhere Preise zusammenpassen, erklärt die Europäische Zentralbank: Inflation bezeichnet einen allgemeinen Preisanstieg. Bleibt die Jahresrate positiv, liegt das durchschnittliche Preisniveau über dem des Vorjahresmonats. Eine niedrigere positive Rate bedeutet einen kleineren jährlichen Anstieg. Frühere Verteuerungen verschwinden dadurch nicht.

Für den einzelnen Haushalt kommt die Gewichtung hinzu. Nach der EZB-Erklärung zählt eine Preisänderung im Index umso stärker, je größer der Anteil des betreffenden Produkts an den durchschnittlichen Ausgaben ist. Die eigene Verteilung kann davon deutlich abweichen. Wer für den Arbeitsweg auf das Auto angewiesen ist, hat andere Kraftstoffausgaben als jemand, der fast ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Derselbe Preis an der Zapfsäule wirkt deshalb unterschiedlich auf die Haushaltskasse.

Was die eigenen Belege zeigen

Für die nächste Monatsplanung helfen vergleichbare Einkäufe mehr als die Schlagzeile allein. Legen Sie Kassenzettel für regelmäßig gekaufte Produkte nebeneinander und prüfen Sie auch Packungsgröße und Menge. Auf Tankbelegen gehören Literpreis und getankte Liter zusammen: Ein höherer Zahlbetrag kann ebenso an einem längeren Arbeitsweg oder zusätzlichen Fahrten liegen.

Der Vergleich mit September zeigt die jüngste Veränderung Ihrer Ausgaben. Belege aus dem Oktober des Vorjahres ermöglichen dagegen einen Jahresvergleich. Ergänzen Sie Miete und regelmäßige Abbuchungen aus dem Kontoauszug. Passen Sie die eingeplanten Beträge anschließend an diese tatsächlichen Kosten an. Daraus entsteht eine brauchbare Budgetkontrolle, auch wenn sie keine persönliche Nachberechnung des amtlichen Preisindex ist.

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