Pflegeausbildung Berlin: zwei klare Wege
Berlin hat zwei staatliche Pflegeschulen mit klarem Bewerbungsweg und Tarifgehalt ab dem ersten Monat: die Charité-Gesundheitsakademie auf dem Campus Charité Mitte und die Vivantes-Akademie in Friedrichshain. Das Bewerbungsfenster für den Ausbildungsbeginn Oktober 2026 läuft jetzt. Laut Tagesschau-Bericht vom 2. Mai 2026 bleiben bundesweit Plätze unbesetzt, weil Pflegelehrer fehlen — wer sich nur an einer Schule bewirbt, riskiert ein verlorenes Jahr.
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Kvikk / Wikimedia Commons (CC BY-SA (Wikimedia Commons)) · CC BY-SA (Wikimedia Commons)
Mai. Bewerbungsfenster offen. Ausbildungsbeginn Oktober 2026 — und in Berlin gibt es genau zwei staatliche Pflegeschulen, an denen sich Bewerberinnen und Bewerber jetzt melden können, ohne auf einen privaten Träger ausweichen zu müssen: die Charité-Gesundheitsakademie auf dem Campus Charité Mitte und die Vivantes-Akademie für Berufe im Gesundheitswesen am Standort Friedrichshain, Landsberger Allee. Beide Häuser sind tarifgebunden, beide laufen über das Karriereportal des jeweiligen Klinikums.
Der Hintergrund, vor dem diese Bewerbungsphase stattfindet, hat sich am 2. Mai geändert. Die Tagesschau berichtete an diesem Tag von einem erneuten Anstieg der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Pflegeberuf — und zugleich von einer Warnung des Deutschen Pflegerats: An mehreren Pflegeschulen bundesweit fehlen Lehrkräfte, weshalb mancherorts Plätze unbesetzt bleiben. Welche Schulen oder Bundesländer betroffen sind, nennt der Bericht nicht. Für Bewerberinnen und Bewerber ist die Lehre daraus nicht politisch, sondern logistisch: nicht auf eine einzige Schule setzen.
Bezahlt ab dem ersten Tag
Anders als viele andere Ausbildungen ist die Pflegeausbildung von Anfang an vergütet. Im öffentlichen Dienst gilt der Tarifvertrag TVAöD-Pflege. Die Vergütung liegt im ersten Ausbildungsjahr bei 1.290,24 Euro brutto pro Monat, im zweiten bei 1.350,30 Euro, im dritten bei 1.447,03 Euro (gültig ab 01.04.2025). Zum 01.05.2026 erhöhen sich die Beträge um je 75 Euro auf rund 1.365, 1.425 und 1.522 Euro. Charité und Vivantes sind beide tarifgebunden und zahlen nach diesen Sätzen. Bei privaten Trägern können die Beträge abweichen — wer sich dort zusätzlich bewirbt, sollte vor Vertragsunterzeichnung nach der konkreten Tarifbindung fragen.
Drei Wege in den Ausbildungsplatz
Die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann basiert auf dem Pflegeberufegesetz (PflBG), das 2020 in Kraft trat. Sowohl die Charité-Gesundheitsakademie als auch die Vivantes-Akademie führen die Ausbildung in dieser einheitlichen Form durch. Wer einsteigen will, hat drei Zugangsoptionen.
Erstens: mittlere Reife (Realschulabschluss oder vergleichbar) — direkter Einstieg in die dreijährige Fachausbildung. Zweitens: Hauptschulabschluss plus eine ein- bis zweijährige Ausbildung zum Pflegehelfer oder zur Pflegehelferin (Dauer je nach Bundesland) — ein eigenständiger Abschluss, der anschließend gemäß §12 PflBG eine auf zwei Jahre verkürzte Pflegefachausbildung ermöglicht. Diese Variante ist besonders sinnvoll für Personen, die bereits in einem Pflegeheim oder ambulanten Dienst arbeiten und sich qualifizieren wollen. Drittens, und für viele neu Zugewanderte der entscheidende Weg: ein ausländischer Schulabschluss in Kombination mit einer Anerkennungsprüfung über anabin.kmk.org, die offizielle Datenbank der Kultusministerkonferenz für ausländische Bildungsabschlüsse. Charité und Vivantes prüfen vor Vertragsunterzeichnung, ob der eingereichte Abschluss mindestens dem Hauptschulabschluss entspricht. Dieser Prüfschritt dauert oft länger als die eigentliche Bewerbung — er sollte zuerst angestoßen werden.
Sprachstufe B2 — und welches Zertifikat zählt
Beide Akademien verlangen Deutsch auf Niveau B2. Anerkannt werden in der Praxis zwei Zertifikate: das telc B2 Pflege, das gezielt auf die berufliche Sprache der Pflege ausgerichtet ist, und das Goethe-Zertifikat B2. Wer aktuell auf B1 steht, sollte realistisch drei bis sechs Monate Vorbereitungszeit einplanen. Für den Pflegeweg ist telc B2 Pflege oft die nähere Wahl, weil es Wortschatz und Gesprächssituationen aus dem Klinikalltag abdeckt.
Die Bewerbung läuft online — über die Karriereportale
Bewerbungen werden bei beiden Häusern ausschließlich über das jeweilige Karriereportal eingereicht. Bei der Charité ist das die Seite Karriere — Ausbildung & Studium, bei Vivantes Karriere — Ausbildung und Studium. Sowohl die Charité-Gesundheitsakademie als auch die Vivantes-Akademie starten die Ausbildung zweimal jährlich — im April und im Oktober. Laut den Karriereportalen (Stand Mai 2026) liegt das Bewerbungsfenster für den Oktober-Start üblicherweise zwischen Mai und Juli; die genauen Stichtage stehen in der jeweiligen Stellenanzeige und sollten dort vor dem Absenden geprüft werden.
Zur Standardunterlage gehören Lebenslauf auf Deutsch, Schulabschlusszeugnis (bei ausländischem Abschluss mit anabin-Bewertung), B2-Sprachzertifikat, Anmeldebescheinigung in Berlin, Ausweis oder Aufenthaltstitel und meist ein kurzes Motivationsschreiben. Wer alle Dokumente vorab als saubere PDF-Dateien fertig hat, gewinnt mehrere Tage.
Warum parallel bewerben
Hier wird die Tagesschau-Meldung praktisch. Der Deutsche Pflegerat hat angegeben, dass an Pflegeschulen Lehrkräfte fehlen und deshalb in einigen Bundesländern Plätze unbesetzt bleiben. Welche Schulen konkret betroffen sind, geht aus dem Bericht nicht hervor; eine Aussage über Charité oder Vivantes lässt sich daraus nicht ableiten. Aus Bewerbersicht zählt aber eine andere Konsequenz: Wer nur eine Bewerbung abgibt und auf Antwort wartet, kann durch Bearbeitungszeiten oder Zulassungsschwankungen, die nichts mit der eigenen Eignung zu tun haben, ein Jahr verlieren.
Praktische Konsequenz: parallel bei Charité und Vivantes bewerben. Wer geografisch flexibel ist, kann zusätzlich eine Pflegeschule in einem anderen Bundesland als Backup einplanen — nicht als Qualitätsurteil, sondern als Risikostreuung. Bleibt nur eine Schule und kommt erst spät eine Absage, ist der nächste Einstieg im Oktober 2027. Das sind zwölf Monate ohne Ausbildungsvergütung und ohne anerkannten Berufsstatus.
Was heute zu tun ist
Drei Schritte sind sofort sinnvoll. Erstens: ausländischen Abschluss auf anabin.kmk.org prüfen und die Bewertungsseite ausdrucken. Zweitens: B2-Sprachprüfung anmelden, vorzugsweise telc B2 Pflege. Drittens: bei Charité und Vivantes je ein Bewerberprofil im Karriereportal anlegen und Unterlagen hochladen, sobald die Stelle für Oktober 2026 ausgeschrieben ist. Die rechtlichen Grundlagen, Inhalte und Dauer der Ausbildung sind beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gebündelt nachzulesen.
Die Informationen in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und stellen keine Rechtsberatung dar. Für eine verbindliche Rechtsberatung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder eine Migrationsberatungsstelle.
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