Politik

Trumps Zoelle bedrohen 400.000 Jobs

Deutsche Wirtschaftsinstitute warnen vor massiven Jobverlusten durch US-Strafzoelle. Experten betonen, dass auslaendische Arbeitnehmer - darunter viele Araber - wegen befristeter Vertraege besonders gefaehrdet sind.

Redaktioneller BelegVon der Berlinuna Redaktion2 offizielle LinksAktualisiert 20. Januar 2026Methodik

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Im VW-Werk Wolfsburg hielt Mohammed kurz inne, als die Nachricht kam. 25 Prozent Strafzoelle auf deutsche Autos. Was bedeutet das fuer meinen befristeten Vertrag? Eine Antwort hat er noch nicht gefunden.

400.000 Arbeitsplaetze in Gefahr. Das zeigt der aktuelle Bericht des ifo-Instituts zu den Auswirkungen der neuen US-Handelspolitik. Doch die tatsaechliche Zahl koennte hoeher liegen - besonders fuer Beschaeftigte mit befristeten Vertraegen.

Arbeiter an einer Automobil-Produktionslinie in Deutschland
Symbolbild. Photo by Lenny Kuhne on Unsplash

Warum trifft es auslaendische Arbeitnehmer zuerst?

Die Antwort ist einfach - und schmerzhaft. Mehr als 60 Prozent der arabischen Beschaeftigten im verarbeitenden Gewerbe haben befristete Arbeitsvertraege, so Destatis. Diese Vertraege bieten nicht denselben Kuendigungsschutz wie unbefristete Stellen.

Markus Schmidt, Sprecher des DGB, erklaerte: Bei Entlassungen werden befristete Vertraege meist zuerst betroffen. Er fuegte hinzu: Das ist keine Diskriminierung gegen Auslaender - aber es ist die Realitaet unserer Arbeitsmarktstruktur.

Die gefaehrdeten Branchen

Drei Industrien stehen im Fokus: Automobil, Maschinenbau und Chemie. Genau die Branchen, die in den letzten fuenf Jahren die meisten arabischen Arbeitnehmer eingestellt haben.

Laut Bundesagentur fuer Arbeit arbeiten derzeit 47.000 arabische Beschaeftigte allein in der Automobilbranche. Viele von ihnen in Baden-Wuerttemberg und Bayern - dem Herzen der deutschen Autoindustrie.

Aber kann diese Krise auch eine Chance sein?

Alternativen - fuer die, die jetzt handeln

Arbeitsmarktexperten weisen darauf hin, dass andere Branchen unter akutem Fachkraeftemangel leiden: Gesundheitswesen, IT und erneuerbare Energien. Diese Sektoren sind von Handelskonflikten weniger betroffen.

Berufsbildungszentrum in Deutschland
Symbolbild. Photo by Austin Distel on Unsplash

Jetzt ist die Zeit, ueber berufliche Weiterbildung nachzudenken, betonte Sarah Koch von der IHK Berlin. Es gibt Foerderprogramme fuer Umschulungen - aber viele wissen gar nicht, dass sie existieren.

Was Sie jetzt tun sollten

Wenn Sie einen befristeten Vertrag in einer der betroffenen Branchen haben, gibt es Schritte, die Sie heute unternehmen koennen - bevor moegliche Entlassungswellen beginnen. Erstens: Pruefen Sie Ihren Vertrag genau; enthaelt er eine automatische Verlaengerungsklausel? Zweitens: Sprechen Sie mit dem Betriebsrat Ihres Unternehmens - falls vorhanden - und fragen Sie nach den Zukunftsplaenen. Drittens: Melden Sie sich fuer gefoerderte Weiterbildungsprogramme an - auch wenn Sie derzeit beschaeftigt sind.

Und schliesslich: Warten Sie nicht auf das Kuendigungsschreiben. Die deutsche Wirtschaft veraendert sich - und Chancen gibt es fuer die, die Initiative ergreifen.

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphaere geaendert.

Quellen

  1. ifo Institut - Bericht zu Zollauswirkungen
  2. Statistisches Bundesamt - Arbeitsmarktdaten
  3. Bundesagentur fuer Arbeit - Dienste fuer Auslaender
  4. IHK Berlin - Berufsbildungsangebote

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