Zeckensaison: Schutz, Impfung, Soforthilfe
Wer aus dem Nahen Osten oder Nordafrika kommt, kennt Zecken meist nicht — in der Heimat spielen sie kaum eine Rolle. In Deutschland sind sie in Stadtparks und Gärten präsent, übertragen eine Krankheit, gegen die es keine Behandlung gibt, und die meisten Betroffenen bemerken den Stich gar nicht. Was kaum jemand weiß: der vollständige Schutz ist kostenlos über die Krankenkasse.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: Erik_Karits/Pixabay · Pixabay License
24 Menschen sind 2024 in Deutschland an den Folgen von FSME und Borreliose gestorben. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Beide Krankheiten werden durch Zeckenstiche übertragen. Mit den steigenden Temperaturen im April 2026 beginnt die Zeckensaison, und wer sich jetzt informiert, kann sich und seine Familie wirksam schützen.
Warum viele das Risiko nicht kennen
Für Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, gehören Zecken zum Allgemeinwissen. Für viele Zugewanderte aus dem Nahen Osten und Nordafrika ist das anders. In den Herkunftsländern spielen Zecken im städtischen Alltag kaum eine Rolle. Wer seit Jahren in Deutschland lebt, hatte möglicherweise nie Kontakt mit dem Thema. Dabei lauern Zecken nicht nur im Wald: Stadtparks, Gärten und Grünflächen reichen aus.
FSME und Borreliose: zwei verschiedene Gefahren
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine Viruserkrankung, die das Nervensystem angreift. Eine Behandlung nach der Infektion gibt es nicht. Schwere Verläufe können zu dauerhaften Hirnschäden führen. Schutz bietet ausschließlich die Impfung.
Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die mit Antibiotika behandelbar ist, wenn sie früh erkannt wird. Eine Impfung gibt es nicht. Der beste Schutz: die Zecke möglichst schnell entfernen, idealerweise innerhalb der ersten Stunden.
Die FSME-Impfung ist kostenlos
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für alle, die in Risikogebieten leben oder dorthin reisen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Laut der RKI-Karte der FSME-Risikogebiete liegen diese vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen und Teilen Hessens.
Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen über mehrere Monate. Wer jetzt im April beginnt, ist rechtzeitig vor dem Sommer geschützt. Erster Schritt: Termin beim Hausarzt.

So entfernt man eine Zecke richtig
Mit einer feinen Pinzette oder einer Zeckenkarte (erhältlich in jeder Apotheke) die Zecke möglichst hautnah greifen und gleichmäßig herausziehen. Kein Öl, kein Nagellack, keine Creme. Diese Hausmittel sind nicht nur unwirksam, sondern gefährlich: Sie können dazu führen, dass die Zecke vermehrt erregerhaltige Flüssigkeit in die Wunde abgibt.
Wann zum Arzt?
Die Einstichstelle sollte über mehrere Wochen beobachtet werden. Bildet sich eine ringförmige Rötung um die Stichstelle, die sogenannte Wanderröte, ist das ein klares Zeichen für Borreliose. In diesem Fall sofort den Hausarzt aufsuchen. Frühzeitig behandelt, ist Borreliose gut mit Antibiotika therapierbar. Wird die Behandlung verschleppt, drohen chronische Beschwerden an Gelenken und Nervensystem.
Nach jedem Aufenthalt im Grünen: Körper absuchen
Zecken bevorzugen warme, feuchte Körperstellen. Nach jedem Parkbesuch oder Ausflug ins Grüne diese Stellen kontrollieren: hinter den Ohren, unter den Achseln, am Hosenbund und in den Kniekehlen. Bei Kindern zusätzlich die Kopfhaut prüfen.
Helle Kleidung hilft, Zecken frühzeitig zu erkennen. Wer durch hohes Gras geht, sollte die Hosenbeine in die Socken stecken.

Zecken gehören in Deutschland zum Alltag. Der Schutz ist einfach: impfen lassen, nach dem Aufenthalt im Freien den Körper absuchen, Zecken schnell und richtig entfernen, bei Wanderröte zum Arzt. Die FSME-Impfung ist kostenlos, eine Zeckenkarte kostet wenige Euro in der Apotheke.
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