Wirtschaft

181.000 noch ohne Ausbildungsplatz

Auf dem Papier stehen mehr gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber.

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Beratungsräume im Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit Hannover, aufgenommen 2020.Bildquelle: Bernd Schwabe in Hannover / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Redaktioneller BelegGeprüft4 offizielle LinksAktualisiert 15. Juli 2026Methodik
Quellenbeleg

Ende Juni 2026 standen 181.000 registrierte Ausbildungssuchende ohne Vertrag und ohne Alternative da. Die Zahl der Bundesagentur für Arbeit fällt in eine heikle Phase: Viele Ausbildungen beginnen im August oder September. Die Ferien sind deshalb nicht das Ende der Suche, aber verlorene Wochen werden jetzt spürbar.

Seit Oktober 2025 hatten sich rund 400.000 Bewerberinnen und Bewerber bei Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet. Gleichzeitig waren 409.000 Ausbildungsstellen registriert. Diese Angaben stammen aus dem BA-Monatsbericht für Juni. Eine einfache Rechnung verbietet sich schon deshalb, weil die BA die Stellenzahl wegen einer Prozessumstellung derzeit als unvollständig bezeichnet. Vor allem aber passen Beruf, Region, Abschluss und Starttermin nicht automatisch zusammen.

Bundesweite Summen lösen kein Passungsproblem

Eine offene Stelle kann weit entfernt liegen, einen anderen Schulabschluss verlangen oder zu einem Beruf gehören, den jemand bisher nicht berücksichtigt hat. Der BIBB-Datenreport 2026 behandelt unversorgte und weiter suchende Bewerber deshalb als eigenen Indikator des Ausbildungsmarkts. Die Zahlen zeigen den Stand Ende Juni, nicht die Verfügbarkeit eines passenden Platzes am Wohnort.

Zugleich ist die Saison nicht abgeschlossen. Die BA erwartet über den Sommer weitere Vertragsabschlüsse. In ihrer Aktion „Sommer der Berufsausbildung“ nennt sie unter anderem Handwerk, Lebensmittelherstellung und -verkauf, Bau, Verkauf, Lagerlogistik, Gastronomie sowie Metall- und Elektroberufe als Felder mit guten Chancen. Das ist eine bundesweite Orientierung, keine lokale Platzgarantie.

Noch diese Woche die Suche neu sortieren

Wer noch keinen Vertrag hat, kann über das offizielle Terminformular einen Termin bei der Berufsberatung anfragen oder kostenlos 0800 4 5555 00 anrufen. Die BA beschreibt ihr Beratungsangebot als Hilfe bei Stellensuche, Bewerbung und Alternativen. Sinnvoll sind das letzte Zeugnis, ein realistischer Suchradius und zwei verwandte Berufe, über die man sprechen möchte.

Ein Beratungstermin garantiert keinen Vertrag. Er kann aber verhindern, dass jemand bis September dieselben Suchfilter wiederholt. Das konkrete Ziel sollte eine neue Liste sein: weitere Betriebe, ein vertretbar größerer Radius und ein Plan B für den Fall, dass der gewünschte Starttermin nicht mehr klappt.

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