AfD unter Nepotismus-Verdacht
AfD-Fraktionen in mehreren Landesparlamenten stehen unter Verdacht, Familienmitglieder und Freunde auf Steuerzahlerkosten als parlamentarische Mitarbeiter eingestellt zu haben. Die Ermittlungen betreffen Nordrhein-Westfalen und weitere Bundesländer. Beobachter sehen die Glaubwürdigkeit der Partei, die sich als Anti-Korruptions-Kraft inszeniert, beschädigt.
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In mehreren deutschen Bundesländern stehen AfD-Abgeordnete unter Verdacht, Familienangehörige und enge Freunde als parlamentarische Mitarbeiter auf Steuerzahlerkosten eingestellt zu haben. Die Vorwürfe betreffen unter anderem die Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen.
Die Dimension ist beträchtlich. Parlamentarische Mitarbeiter erhalten je nach Bundesland zwischen 2.500 und 5.000 Euro monatlich aus öffentlichen Mitteln. Jede einzelne Vetternwirtschafts-Anstellung kostet den Steuerzahler also Zehntausende Euro pro Jahr.
Wie DW berichtete, konzentrieren sich die Ermittlungen auf Abgeordnete im Landtag Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Dort sollen einzelne Parlamentarier Ehepartner oder Kinder in bezahlte Positionen gebracht haben. In weiteren Bundesländern dokumentierten Medien vergleichbare Fälle — Freunde ohne erkennbare Qualifikation auf der Gehaltsliste.
Aber die Ironie ist kaum zu übersehen. Die AfD hat einen erheblichen Teil ihrer Popularität auf der Kritik an der Korruption etablierter Parteien aufgebaut. Seit ihrer Gründung 2013 erklärten Parteifunktionäre wiederholt, sie seien "die Stimme des Volkes gegen das korrupte Establishment". Jetzt stehen sie selbst unter demselben Verdacht.
Parlamentsrechtler wiesen darauf hin, dass die Beschäftigung von Verwandten als Mitarbeiter nicht in allen Bundesländern gesetzlich verboten ist. Ethisch betrachtet (so die Einschätzung vieler Juristen) handelt es sich dennoch um einen klaren Verstoß. Einige Länder haben nach früheren Skandalen anderer Parteien bereits strikte Regelungen eingeführt; andere hinken hinterher.
Warum das die arabische Community betrifft
Die AfD ist die Partei mit der schärfsten Rhetorik gegen Einwanderung in deutschen Parlamenten. Ihr Programm fordert eine Verschärfung der Asylgesetze und eine Beschneidung der Rechte ausländischer Einwohner. Laut BAMF-Statistiken leben in Deutschland mehr als eine Million Syrer und 300.000 Iraker — Bevölkerungsgruppen, die von der AfD-Rhetorik besonders betroffen sind.
Der Nepotismus-Skandal kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst vor wenigen Tagen bestätigte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Einstufung der Partei als rechtsextremistischer Verdachtsfall. Und nun kommen die Vorwürfe interner Korruption hinzu — ein Schlag für eine Partei, die behauptet, anders zu sein als der Rest der politischen Klasse.
Schwächt der Skandal die AfD tatsächlich? Analysten sind geteilter Meinung. Aktuelle Umfragen (laut Infratest dimap) zeigen die Partei bei rund 20 Prozent auf Bundesebene. Ihre Wählerbasis neigt dazu, Skandale zu ignorieren. Das größte Problem? Die AfD profitiert von Protestwählern, denen Vetternwirtschaft weniger wichtig ist als Migrationspolitik.
Die AfD wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher der NRW-Landtagsfraktion betonte, alle Einstellungen seien ‚im Rahmen der geltenden rechtlichen Verfahren' erfolgt. Die Opposition im Landtag ließ sich davon allerdings nicht überzeugen.
Abgeordnete aus Koalitions- und Oppositionsparteien warnten, solche Praktiken unterminierten das Vertrauen in demokratische Institutionen. Die SPD-Fraktion in Düsseldorf forderte strengere Regeln für die Beschäftigung parlamentarischer Mitarbeiter in allen 16 Bundesländern.
Wie es weitergeht: Parlamentarische Untersuchungsausschüsse in mehreren Ländern werden die Personalakten prüfen. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, könnten die betroffenen Abgeordneten zur Rückzahlung der Gelder verpflichtet werden. Die Akte bleibt offen — und die kommenden Tage könnten weitere Überraschungen bringen.
المصادر / Quellen
- DW - AfD unter Nepotismus-Verdacht in mehreren Bundesländern (Februar 2026)
- BAMF - Aktuelle Asylzahlen
- Tagesschau - Nachrichten Inland
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