Erst das Abschlusszeugnis abwarten und dann Bewerbungen schreiben? Bei größeren Ausbildungsbetrieben kann diese Reihenfolge zu spät sein. Sie suchen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bereits eineinhalb Jahre vor Ausbildungsbeginn nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern. Vor dem Anschreiben steht deshalb ein Blick auf den Termin der gewünschten Stelle.
1. Den Bewerbungstermin klären
Die Bundesagentur für Arbeit erklärt den Bewerbungsablauf so: Schulen und kleinere Unternehmen beginnen später als größere Betriebe, spätestens aber am Anfang des letzten Schuljahres. Als allgemeinen Ausgangspunkt nennt sie das Jahreszeugnis der vorletzten Klasse. Bei Banken, Versicherungen und im öffentlichen Dienst startet die Bewerbungsphase schon früher.
Für schulische Ausbildungen unterscheiden sich die Fristen von Schule zu Schule. Teilweise ist vor Beginn ein Praktikum nötig. Auf ihrer Seite zur Ausbildungsplatzsuche weist die Bundesagentur darauf hin, dass die Bewerbung für viele schulische Ausbildungen bereits ein Jahr vor Beginn ansteht. Diese Angaben helfen bei der Planung. Den konkreten Termin liefert die ausgewählte Schule oder der Betrieb; bei Unklarheiten lohnt sich eine Nachfrage.
2. Eine passende Anzeige auswählen
Betriebliche Ausbildungsplätze stehen in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Für schulische Angebote verweist die Behörde auf ihre Ausbildungsplatzsuche. Beim Lesen zählen die Aufgaben ebenso wie Schulabschluss, erwartete Stärken, ein eventuell verlangtes Praktikum und der Ausbildungsbeginn. Auch die zuständige Ansprechperson gehört in die Notizen.
Ob ein Angebot im Alltag passt, hängt außerdem vom Arbeitsweg und der Pendelzeit ab. Wer bei der Auswahl oder Bewerbung Unterstützung braucht, kann sich an die Berufsberatung wenden. Sie schlägt laut Bundesagentur Ausbildungsstellen vor und hilft bei der Bewerbung. Über das Kontaktformular der Bundesagentur lässt sich die passende Ansprechperson finden.
3. Die Unterlagen auf die Stelle zuschneiden
Warum dieser Beruf und warum dieser Betrieb? Diese Fragen sollten die Unterlagen beantworten. Die Bundesagentur empfiehlt, sowohl Anschreiben als auch Lebenslauf jeweils anzupassen. Im Gespräch auf ihrer Bewerbungsseite nennt Mandy Rusch, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Leipzig, Anschreiben, tabellarischen Lebenslauf und Zeugnisse, möglichst das letzte Zeugnis. Ein besseres älteres Zeugnis könne ergänzend sinnvoll sein. Dazu kommen vorhandene Praktikumsnachweise oder Bescheinigungen über Wettbewerbsteilnahmen.
Für Onlinebewerbungen beschreibt Rusch die Unterlagen als gemeinsame PDF-Datei; manche Unternehmen lassen Dateien über ein Bewerbungsportal hochladen. Entscheidend für die Vorbereitung ist deshalb auch der verlangte Übermittlungsweg. Fragen zur Stelle lassen sich vor dem Versand telefonisch mit Schule oder Betrieb klären.
4. Den Überblick behalten und das Gespräch vorbereiten
Eine einfache Tabelle verhindert, dass Bewerbungen im E-Mail-Postfach verschwinden: Wo wurde die Bewerbung wann eingereicht, wer ist zuständig und gab es eine Einladung? Wer nach vier Wochen noch nichts gehört hat, kann laut Bundesagentur für Arbeit nach dem Stand der Entscheidung oder dem erwarteten Antworttermin fragen.
Für das Vorstellungsgespräch empfiehlt Rusch eine Vorbereitung unabhängig davon, ob es online oder vor Ort stattfindet. Dazu gehört, sich selbst vorzustellen und die Motivation für Beruf und Unternehmen zu erklären. Bei einem Termin im Betrieb sollten Anfahrt, Kleidung und mitzubringende Unterlagen vorher geklärt sein. Ein erneuter Blick in die eigene Bewerbung hilft, an das bereits Geschriebene anzuknüpfen.
5. Bei Einreise aus einem Nicht-EU-Staat den Aufenthalt prüfen
Eine Zusage erledigt die Aufenthaltsfrage noch nicht. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beschreibt auf seiner Seite den Fall, dass ein Ausbildungsplatz bereits vor der Einreise gefunden wurde. Als Voraussetzungen nennt es den Nachweis eines konkreten Platzes durch einen Ausbildungsvertrag mit dem Ausbildungsbetrieb sowie einen gesicherten Lebensunterhalt während des gesamten Aufenthalts.
Beim Sprachnachweis unterscheidet die BAMF-Seite zwischen hinreichenden Deutschkenntnissen und ausreichenden Deutschkenntnissen bei einer qualifizierten Berufsausbildung. Letztere bezeichnet eine Ausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Ausbildungsberuf mit mindestens zweijähriger Ausbildungsdauer. Für betriebliche Ausbildungen nennt das BAMF außerdem die erforderliche Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit.
Für die Finanzplanung ist die Ausbildungsart wichtig: Eine betriebliche Ausbildung wird laut BAMF vergütet, die Höhe hängt vom Beruf ab. Schulische Ausbildungen werden dagegen in der Regel nicht vergütet. Fragen zum eigenen Fall können an die auf der Seite genannte Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland unter +49 30-1815-1111 gerichtet werden. Die Angaben in diesem Abschnitt betreffen die Einreise mit einem bereits gefundenen Ausbildungsplatz.
Der nächste Schritt lässt sich an einer einzigen Anzeige festmachen: ein Angebot in der Jobsuche oder der Ausbildungsplatzsuche für schulische Angebote auswählen, speichern und Bewerbungstermin, geforderte Unterlagen sowie Versandweg notieren. Danach kann die erste Bewerbung gezielt vorbereitet werden.
Redaktioneller Hinweis
Die Informationen in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und stellen keine Rechtsberatung dar. Für eine verbindliche Rechtsberatung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder eine Migrationsberatungsstelle.
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