Wirtschaft
BA: Jobplus durch ausländische Beschäftigte
Die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, aufgenommen 2021.

Bildquelle: Zepraba / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

BA: Jobplus durch ausländische Beschäftigte

Deutschland sucht Fachkräfte, trotzdem endet die nächste Bewerbung womöglich mit einer Absage. Zugleich sagt die Bundesagentur für Arbeit: Seit 2024 stammt das Beschäftigungswachstum vollständig von ausländischen Beschäftigten. Wie passt das zusammen? Die Bundeszahl beschreibt eine echte Verschiebung, kann für den eigenen Beruf aber in die falsche Richtung weisen. Erst der Blick auf Region, Vakanzzeit und Engpasslage im Arbeitsmarktmonitor zeigt, was der Trend für den eigenen Arbeitsmarkt tatsächlich aussagt.

Redaktioneller BelegGeprüft3 offizielle LinksAktualisiert 21. August 2026Methodik

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Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland blieb 2025 nahezu unverändert. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) stützten die Nettozuwanderung ausländischer Arbeitskräfte und die höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren den Arbeitsmarkt. Hinter dem ruhigen Gesamtwert steht also eine deutliche Veränderung in der Zusammensetzung der Beschäftigung.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) formuliert das in ihrer am 14. Juli 2026 veröffentlichten Auswertung noch zugespitzter: Seit 2024 werde das Beschäftigungswachstum ausschließlich von ausländischen Beschäftigten getragen. Die Beschäftigung deutscher Staatsangehöriger gehe demografisch bedingt zurück. Das ist eine Aussage der BA über bundesweite Bestände, keine Prognose für eine einzelne Bewerbung.

Eine lange Reihe zeigt die Verschiebung

Für den Zeitraum von Juni 2014 bis Juni 2025 weist die Statistik der Bundesagentur für Arbeit 43 Prozent des Beschäftigungswachstums Drittstaatsangehörigen zu. Weitere 26 Prozent entfielen laut BA auf Beschäftigte aus dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz. Die Anteile beschreiben den Zuwachs in dieser elfjährigen Spanne, nicht die individuelle Einstellungswahrscheinlichkeit.

Auch in Engpassberufen hat sich die Zusammensetzung verändert. Nach Angaben der BA stieg dort der Anteil ausländischer Beschäftigter seit 2014 von 7 auf rund 14 Prozent. Eine Verdopplung des Anteils ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer offenen Stelle für jede qualifizierte Person. Anerkennung, konkrete Anforderungen des Betriebs und regionale Nachfrage bleiben davon getrennte Fragen.

Keine Aussage über einzelne Jobchancen

Aus den BA-Daten lässt sich weder eine Verdrängung deutscher Beschäftigter noch ein Vorrang für Bewerberinnen und Bewerber ohne deutschen Pass ableiten. Die Auswertung trennt den Bundestrend nicht automatisch nach jedem Beruf, jeder Region, Qualifikation oder jedem Aufenthaltsstatus. Wer Absagen erlebt, sieht darin deshalb keinen Widerspruch zur Statistik: Bundesweites Wachstum kann mit einem engen lokalen Stellenmarkt zusammenfallen.

Den eigenen Markt im Monitor prüfen

Der praktische nächste Schritt führt deshalb in den Arbeitsmarktmonitor der BA. Dort Region und Beruf auswählen und die Entwicklung der Beschäftigung, die Vakanzzeit sowie die Engpasslage für das eigene Feld vergleichen. Das kann zeigen, ob eine andere Region oder ein breiterer Suchradius sinnvoll zu prüfen ist. Auch diese Werte sind Orientierung und keine Jobgarantie.

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21. August 2026
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