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Berlin scannt verdächtige Angebotsmieten
Bild des offiziellen Abfrageservices zum Berliner Mietspiegel 2026.

Bildquelle: mietspiegel.berlin.de · Official source page image

Berlin scannt verdächtige Angebotsmieten

Berlins erster automatisierter Mietenscan markierte 46 Prozent der ausgewerteten Inserate als Verdachtsfälle. Doch ein Schreiben an den Vermieter senkt noch keine Miete und ersetzt keine Prüfung des Vertrags. Entscheidend ist, den eigenen Mietspiegelwert zu ermitteln, Inserat und Unterlagen zu sichern und erst dann zwischen kostenloser Beratung und offizieller Anzeige zu wählen.

Redaktioneller BelegGeprüft4 offizielle LinksAktualisiert 22. Juli 2026Methodik

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Fast jedes zweite ausgewertete Wohnungsinserat landete im ersten Berliner Mietenscan auf der Verdachtsliste. Von 4.539 geprüften Angeboten waren es 2.102, teilte die Senatsverwaltung am 22. Juli 2026 mit. Ein Rechtsverstoß ist damit im Einzelfall noch nicht bewiesen.

Was Berlin jetzt prüft

Die automatisierte Auswertung erfasste im Juni zunächst 7.757 öffentlich zugängliche Anzeigen. Nach dem Entfernen von Dubletten und Wohnungen außerhalb des Mietspiegel-Geltungsbereichs blieben 2.812 unmöblierte und 1.727 möblierte Angebote. Grundlage war der Berliner Mietspiegel 2026; weitere Scans sollen monatlich folgen.

Sicheres Wohnen AöR schreibt die betroffenen Vermieter im Auftrag des Landes an. Sie sollen ihre Forderung kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Das ist ein präventiver Schritt, keine automatische Vertragsänderung. Ausnahmen von der Mietpreisbremse, etwa bei bestimmten Neubauten oder nach einer Modernisierung, die eine gesetzliche Ausnahme auslöst, müssen weiterhin im Einzelfall geprüft werden.

Der eigene Vertrag zählt

Wohnungssuchende und Mieter sollten zuerst den offiziellen Mietspiegel-Abfrageservice für die konkrete Adresse nutzen. Er berechnet die ortsübliche Vergleichsmiete auf Basis der Nettokaltmiete. Das Ergebnis sollte zusammen mit Inserat und Vertrag gespeichert werden; die Online-Auskunft selbst ist nicht rechtsverbindlich.

Liegt die Nettokaltmiete mehr als 20 Prozent über dem Vergleichswert und besteht der Verdacht, dass die Marktlage ausgenutzt wurde, kann eine Mietpreisüberhöhung online angezeigt werden. Der kostenlose Vorgang geht an das zuständige Bezirksamt. Mietvertrag sowie vorhandene Schreiben oder ein Energieausweis können hochgeladen werden. Das Amt prüft anschließend, ob ein Anfangsverdacht besteht.

Wer beim Rechnen oder bei der Einordnung unsicher ist, erreicht die Mietpreisprüfstelle des Landes unter 030 213 007 302. Die Erstberatung ist kostenlos. Sie ist besonders wichtig, weil die Zehn-Prozent-Grenze der Mietpreisbremse und die Anzeige einer Mietpreisüberhöhung über 20 Prozent unterschiedliche rechtliche Wege betreffen.

Quellen

Die Scan-Zahlen und das geplante Verfahren stammen aus der Mitteilung der Berliner Senatsverwaltung vom 22. Juli 2026. Voraussetzungen und Unterlagen für eine Anzeige nennt das verlinkte ServicePortal Berlin.

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22. Juli 2026
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