Gesundheit
CAR-T bei Rheuma: Signal aus sechs Fällen
Ein Gebäude der Charité in Berlin. Das Bild zeigt weder den Behandlungsort der Teilnehmenden noch eine CAR-T-Anwendung.

Bildquelle: صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: falco/Pixabay · Pixabay License

CAR-T bei Rheuma: Signal aus sechs Fällen

Sechs Menschen mit schwer behandelbarer rheumatoider Arthritis verbesserten sich nach einer CAR-T-Infusion. Doch hinter der auffälligen Zahl stehen entscheidende Grenzen: keine randomisierte Vergleichsgruppe, höchstens rund ein Jahr Nachbeobachtung und eine weiterhin experimentelle Therapie. Spannend ist deshalb weniger ein Heilungsversprechen als die Frage, ob der nächste Studienteil das Signal bestätigt und für wen.

Redaktioneller BelegGeprüft4 QuellenlinksAktualisiert 29. August 2026Methodik

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Bei sechs Erwachsenen mit schwer behandelbarer rheumatoider Arthritis ging die Krankheitsaktivität nach einer einmaligen CAR-T-Infusion zurück. Eine verfügbare neue Therapie folgt daraus noch nicht: Untersucht wurde eine nicht randomisierte Phase-1-Gruppe mit drei Frauen und drei Männern.

Die Ergebnisse der COMPARE-Studie erschienen am 27. August 2026 in Nature Medicine. Der Fachartikel beschreibt Teilnehmende zwischen 31 und 69 Jahren mit ACPA-positiver, therapieresistenter Erkrankung. Sie erhielten nach einer vorbereitenden Lymphodepletion einmalig mivocabtagene autoleucel, kurz miv-cel, und wurden 36 bis 52 Wochen beobachtet.

Was die kleine Studie zeigt

Alle sechs verbesserten sich, obwohl die krankheitsmodifizierenden Rheumamedikamente im Studienprotokoll abgesetzt worden waren. Beim letzten Termin waren drei von sechs nach dem DAS28-CRP in Remission; ebenfalls drei erreichten eine ACR70-Antwort. Diese Endpunkte sind ein klinisches Signal, aber kein Beleg dafür, dass die Wirkung bei vielen Menschen gleich ausfällt oder über Jahre anhält.

Im ersten Studienteil stand vor allem die Sicherheit im Mittelpunkt. Bei allen sechs trat ein Zytokin-Freisetzungssyndrom vom Grad 1 oder 2 auf. Fälle von ICANS, einer möglichen Neurotoxizität, oder andere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden nicht beobachtet. Eine Erhöhung der Leberwerte vom Grad 3 galt als dosislimitierende Toxizität und klang folgenlos ab. Auch hier gilt: Das sind Kurzzeitdaten aus einer sehr kleinen Gruppe.

Warum CAR-T noch keine Routine ist

Für CAR-T werden körpereigene Immunzellen entnommen und so verändert, dass sie das Merkmal CD19 auf B-Zellen erkennen. Vor der Rückgabe der Zellen ist eine vorbereitende Chemotherapie nötig. Das Verfahren ist aufwendig und bei rheumatoider Arthritis experimentell. Die Charité weist darauf hin, dass Langzeiterfahrungen fehlen, nicht alle gleich stark ansprachen und die Erkrankung bei einer Person nach einer zunächst medikamentenfreien Phase zurückkehrte.

Im zweiten Abschnitt sollen zehn weitere Personen behandelt und die Zelltherapie mit einem bereits zugelassenen, gegen B-Zellen gerichteten Medikament verglichen werden. Unter NCT06475495 lässt sich der Eintrag im US-Studienregister nachlesen. Kyverna Therapeutics unterstützte die von der Charité initiierte Studie und stellte miv-cel bereit. Nach Angaben der Charité hatte das Unternehmen keinen Einfluss auf Studiendesign, Datenerhebung, Auswertung oder Darstellung.

Was Betroffene jetzt tun können

Medikamente sollten wegen dieser Meldung weder abgesetzt noch anders dosiert werden. Wer trotz mehrerer Therapien weiterhin starke Beschwerden hat, kann den DOI 10.1038/s41591-026-04603-3 oder die Studiennummer NCT06475495 zum nächsten Termin mitnehmen. Die konkrete Frage an die Rheumatologin oder den Rheumatologen lautet, ob eine Beurteilung an einem spezialisierten Universitätszentrum oder für eine registrierte Studie sinnvoll ist. Eine weitere Zusammenfassung bietet das Fraunhofer ITMP. Im Moment bleibt CAR-T bei Rheuma ein prüfenswertes Forschungssignal, keine reguläre Behandlungsoption.

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29. August 2026
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