Bei sechs Erwachsenen mit schwer behandelbarer rheumatoider Arthritis ging die Krankheitsaktivität nach einer einmaligen CAR-T-Infusion zurück. Eine verfügbare neue Therapie folgt daraus noch nicht: Untersucht wurde eine nicht randomisierte Phase-1-Gruppe mit drei Frauen und drei Männern.
Die Ergebnisse der COMPARE-Studie erschienen am 27. August 2026 in Nature Medicine. Der Fachartikel beschreibt Teilnehmende zwischen 31 und 69 Jahren mit ACPA-positiver, therapieresistenter Erkrankung. Sie erhielten nach einer vorbereitenden Lymphodepletion einmalig mivocabtagene autoleucel, kurz miv-cel, und wurden 36 bis 52 Wochen beobachtet.
Was die kleine Studie zeigt
Alle sechs verbesserten sich, obwohl die krankheitsmodifizierenden Rheumamedikamente im Studienprotokoll abgesetzt worden waren. Beim letzten Termin waren drei von sechs nach dem DAS28-CRP in Remission; ebenfalls drei erreichten eine ACR70-Antwort. Diese Endpunkte sind ein klinisches Signal, aber kein Beleg dafür, dass die Wirkung bei vielen Menschen gleich ausfällt oder über Jahre anhält.
Im ersten Studienteil stand vor allem die Sicherheit im Mittelpunkt. Bei allen sechs trat ein Zytokin-Freisetzungssyndrom vom Grad 1 oder 2 auf. Fälle von ICANS, einer möglichen Neurotoxizität, oder andere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden nicht beobachtet. Eine Erhöhung der Leberwerte vom Grad 3 galt als dosislimitierende Toxizität und klang folgenlos ab. Auch hier gilt: Das sind Kurzzeitdaten aus einer sehr kleinen Gruppe.
Warum CAR-T noch keine Routine ist
Für CAR-T werden körpereigene Immunzellen entnommen und so verändert, dass sie das Merkmal CD19 auf B-Zellen erkennen. Vor der Rückgabe der Zellen ist eine vorbereitende Chemotherapie nötig. Das Verfahren ist aufwendig und bei rheumatoider Arthritis experimentell. Die Charité weist darauf hin, dass Langzeiterfahrungen fehlen, nicht alle gleich stark ansprachen und die Erkrankung bei einer Person nach einer zunächst medikamentenfreien Phase zurückkehrte.
Im zweiten Abschnitt sollen zehn weitere Personen behandelt und die Zelltherapie mit einem bereits zugelassenen, gegen B-Zellen gerichteten Medikament verglichen werden. Unter NCT06475495 lässt sich der Eintrag im US-Studienregister nachlesen. Kyverna Therapeutics unterstützte die von der Charité initiierte Studie und stellte miv-cel bereit. Nach Angaben der Charité hatte das Unternehmen keinen Einfluss auf Studiendesign, Datenerhebung, Auswertung oder Darstellung.
Was Betroffene jetzt tun können
Medikamente sollten wegen dieser Meldung weder abgesetzt noch anders dosiert werden. Wer trotz mehrerer Therapien weiterhin starke Beschwerden hat, kann den DOI 10.1038/s41591-026-04603-3 oder die Studiennummer NCT06475495 zum nächsten Termin mitnehmen. Die konkrete Frage an die Rheumatologin oder den Rheumatologen lautet, ob eine Beurteilung an einem spezialisierten Universitätszentrum oder für eine registrierte Studie sinnvoll ist. Eine weitere Zusammenfassung bietet das Fraunhofer ITMP. Im Moment bleibt CAR-T bei Rheuma ein prüfenswertes Forschungssignal, keine reguläre Behandlungsoption.
Berlinuna Redaktion
So arbeiten wir: redaktionelle MethodikWeiter von hier
Passende Lektüre, ein praktischer nächster Schritt oder das Spiel des Tages.
- 01
Zähneputzen ohne Bürste: Was belegt ist
Ein Mundstück soll das Zähneputzen übernehmen. Für Menschen, denen die tägliche Pflege schwerfällt, klingt das verlockend. Doch laut einem DW-Bericht ist bislang ein Prototyp getestet worden; klinische Vergleichsstudien mit Zahnbürsten fehlen demnach. Ein geplanter Marktstart beantwortet deshalb noch keine Fragen zur Wirksamkeit. Worauf es vor einem Kauf ankommt und welche Pflege das US-Forschungsinstitut NIDCR für den Alltag empfiehlt.
Gesundheitفريق برليننا - 02
Blutdruck sinkt nach Vollbad, Dauer unklar
Ein heißes Bad senkte in einer kleinen Studie den Blutdruck stärker als eine Einheit auf dem Fahrradergometer. Wer Blutdruckmittel nimmt, sollte daraus keine neue Behandlung ableiten. Der Bericht lässt offen, wie lange der Effekt anhielt und welche Medikamente die Teilnehmenden einnahmen. Zugleich kann heißes Wasser den Kreislauf belasten. Worauf es beim Lesen der Ergebnisse ankommt und was Sie vor einem solchen Bad mit Ihrer Hausarztpraxis klären sollten.
Gesundheitفريق برليننا
