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Deutsche Journalistin in Syrien vermisst
Seit über fünf Wochen fehlt von der deutschen Journalistin Eva Michelmann in Syrien jede Spur. Damaskus schweigt. Der Fall wirft Fragen über Berlins Fähigkeit auf, seine Bürger im Ausland zu schützen — während die syrische Diaspora in Deutschland die Lage mit wachsender Sorge verfolgt.
Berlinuna Redaktion
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38 Tage. Kein Lebenszeichen, keine offizielle Stellungnahme. Die deutsche Journalistin Eva Michelmann ist seit Anfang Februar 2026 in Syrien verschwunden. Damaskus schweigt.
Michelmann, eine freiberufliche Reporterin, die für mehrere deutsche Medien arbeitet, war nach Syrien gereist, um über die politische Lage nach den jüngsten Umbrüchen zu berichten. Ihr letzter Kontakt - am 2. Februar aus einem Gebiet nahe Damaskus - blieb ihr letztes Lebenszeichen.
Das Auswärtige Amt bestätigte, man sei „über den Fall informiert und verfolge ihn über alle verfügbaren diplomatischen Kanäle“. Weitere Details? Keine. Man wolle laufende Bemühungen nicht gefährden.
Ein Sprecher des Ministeriums in Berlin erklärte, man habe mehrfach Kontakt zur syrischen Seite aufgenommen - ohne jedoch die Art der Antworten zu konkretisieren. Ob es überhaupt Antworten gab, blieb offen. Deutschland unterhält seit 2012 keine funktionierende Botschaft mehr in Damaskus, was konsularische Hilfe erheblich erschwert.
Aber der Fall geht über eine einzelne Journalistin hinaus. Reporter ohne Grenzen wies darauf hin, dass Syrien weiterhin zu den gefährlichsten Ländern weltweit für Medienschaffende zählt. Seit 2011 sind dort Dutzende Journalistinnen und Journalisten verschwunden oder getötet worden.
Kann Berlin seine Bürger in einem Land schützen, in dem es seit 14 Jahren keine diplomatische Vertretung mehr hat?
Syrische Diaspora verfolgt den Fall mit Sorge
Für die mehr als 800.000 Syrerinnen und Syrer in Deutschland - laut Statistischem Bundesamt - wirft der Fall eine schmerzhafte Frage auf: Wie sicher ist eine Rückkehr nach Syrien wirklich?
In Berlin-Neukölln, Heimat einer der größten syrischen Gemeinschaften Europas, verfolgen viele die Nachrichten mit wachsender Unruhe. Ein Syrer Mitte vierzig (der seinen Namen nicht nennen wollte) berichtete gegenüber Berlinuna: „Wenn eine deutsche Journalistin mit europäischem Pass dort spurlos verschwindet - was passiert dann mit uns, wenn wir zurückkehren?“
Das Auswärtige Amt warnte wiederholt vor Reisen nach Syrien. Die höchste Sicherheitsstufe gilt nach wie vor. Und trotzdem reisen Journalisten und Aktivisten dorthin.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) betonte, der Schutz von Reportern in Konfliktgebieten bleibe eine gemeinsame Verantwortung von Regierung und Medienhäusern. Mehr als 30 deutsche Journalisten seien in den vergangenen zwei Jahren in Konfliktregionen in gefährliche Situationen geraten.
Diplomatisches Schweigen und offene Fragen
Europäische Diplomatenkreise (die nicht namentlich genannt werden wollten) räumten ein, dass mehrere EU-Staaten Damaskus kontaktiert hätten. Die Antworten seien „vage und verspätet“ gewesen. Die deutsch-syrischen Beziehungen haben seit der Botschaftsschließung keinen echten Durchbruch erlebt - trotz wiederholter Versuche.
Unterdessen fordern mehrere Bundestagsabgeordnete von der Regierung mehr Transparenz. Ein Grünen-Abgeordneter fügte hinzu: „Das Schweigen der Regierung schützt keine Verhandlungen - es untergräbt das Vertrauen der Bürger.“
Die größte Frage bleibt unbeantwortet: Weiß Damaskus tatsächlich, wo sich Michelmann befindet? Oder macht das anhaltende Sicherheitschaos eine Ortung selbst für die Regierung unmöglich?
Fünf Wochen Warten. Eine Familie ohne Antworten. Und zwei Regierungen - eine schweigt, die andere versichert, „alles Mögliche zu tun“. Aber alles Mögliche heißt nicht unbedingt genug.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
Quellen
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- 13. März 2026
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