Wirtschaft
EU-Pakete: 3 Euro pro Artikel
Ein deutsches Paketzentrum. Die neue EU-Regel betrifft niedrigwertige Sendungen aus Nicht-EU-Staaten.

Bildquelle: Wolkenkratzer / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

EU-Pakete: 3 Euro pro Artikel

Der guenstige Warenkorb aus einem Nicht-EU-Shop kann seit Juli anders aussehen. Die neue EU-Zollregel trifft gerade kleine Bestellungen, die bisher harmlos wirkten. Entscheidend ist nicht nur der Paketwert, sondern auch, wie viele verschiedene Artikel im Paket stecken und wer die Abgaben an der Tuer oder im Checkout einzieht. Genau dort entstehen die Ueberraschungen.

Redaktioneller BelegGeprüft2 offizielle LinksAktualisiert 6. Juli 2026Methodik

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Ein Handycover fuer sieben Euro wirkt im Warenkorb harmlos. Seit dem 1. Juli 2026 kann aus genau so einer Bestellung aber ein anderes Rechenbeispiel werden: Die EU hat fuer bestimmte niedrigwertige Sendungen aus Nicht-EU-Staaten einen voruebergehenden Zoll von 3 Euro pro Artikel eingefuehrt.

Auf der Seite zur EU Customs Reform schreibt die Europaeische Kommission, dass die De-minimis-Zollbefreiung wegfaellt und bis 1. Juli 2028 eine befristete Abgabe von 3 Euro pro Artikel gilt. Die Kommissionsleitlinien beziehen sich auf Sendungen mit einem Eigenwert bis 150 Euro.

Warum das kleine Bestellungen trifft

Entscheidend ist die Formulierung pro Artikel. Ein Paket mit mehreren unterschiedlichen Waren kann also anders behandelt werden als ein einzelnes Produkt. Betroffen sind vor allem Distanzkaeufe, bei denen die Ware zum Zeitpunkt des Verkaufs aus einem Drittland in die EU geschickt wird.

Der Guardian berichtete unter Berufung auf EU-Angaben, dass niedrigwertige Sendungen von 1,3 Milliarden im Jahr 2022 auf 5,9 Milliarden im Jahr 2025 gestiegen seien. Diese Zahl erklaert den politischen Druck, sie sagt aber nicht, dass jede einzelne Bestellung problematisch ist.

Checkout oder Haustuer

Fuer Verbraucher ist die wichtigste Frage: Wird alles schon im Checkout berechnet oder verlangt der Paketdienst spaeter Geld? Das kann je nach Plattform, Verkaeufer, Versandweg und Steuerabwicklung unterschiedlich aussehen. Wer nur den Produktpreis sieht, vergleicht oft falsch.

Bei Zahlungsnachrichten von DHL, Deutsche Post oder anderen Zustellern gilt: nicht auf irgendeinen Link klicken. Sendungsnummer in der offiziellen App oder auf der offiziellen Website pruefen. Zoll- oder Abgabenforderungen koennen echt sein, aber Phishing nutzt genau diese Unsicherheit aus.

Der sinnvolle Check vor dem Kauf

Pruefen Sie vor der Bestellung drei Punkte: Versandland, enthaltene Steuern und Abgaben, Anzahl der unterschiedlichen Artikel. Wenn ein EU-Shop nur wenig teurer ist, kann er am Ende die klarere Option sein. Die neue Regel macht billige Bestellungen nicht verboten, aber weniger blind kalkulierbar.

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6. Juli 2026
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