Berlin

FreiFahren schützt nicht vor 60 Euro

Die App FreiFahren kann gemeldete Kontrollen auf einer Karte zeigen.

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FreiFahren schützt nicht vor 60 Euro

U5-Bahnsteig am Alexanderplatz. Das Bild zeigt das BVG-Umfeld, nicht die App FreiFahren.Bildquelle: Geoprofi Lars / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Redaktioneller BelegGeprüft1 offizielle LinksAktualisiert 16. August 2026Methodik
Quellenbeleg

Sie hatten bei der Kontrolle bereits ein persönliches BVG-Abo, konnten es aber nicht zeigen? Dann läuft eine Frist: Innerhalb von sieben Tagen lässt sich der Besitz nachweisen. Nach Angaben der BVG sinkt die Forderung in diesem Fall von 60 auf sieben Euro Bearbeitungsentgelt. Wer hingegen ohne gültigen Fahrschein unterwegs war, kann diese Regel nicht nutzen.

Die Einzelheiten und das Online-Verfahren stehen auf der offiziellen BVG-Seite zur Ticketkontrolle. Dort unterscheidet das Unternehmen klar zwischen einem vergessenen personalisierten Abo und einer Fahrt ohne gültiges Ticket. Im zweiten Fall werden 60 Euro erhöhtes Beförderungsentgelt fällig.

Was hinter FreiFahren steckt

Die Web-App FreiFahren sammelt Meldungen von Fahrgästen zu Kontrollen und zeigt sie auf einer Karte. Deutsche Welle berichtete am 15. August 2026, der Entwickler spreche von rund 40.000 regelmäßigen Nutzern. Diese Zahl ist eine Selbstauskunft des Entwicklers und keine unabhängig geprüfte BVG-Statistik.

Laut einem taz-Interview mit dem Entwickler entstand das Projekt 2023 aus Meldungen, die zuvor in Messenger-Gruppen kursierten. Die Karte bleibt damit ein nutzergeneriertes Lagebild. Eine nicht gemeldete Kontrolle kann trotzdem stattfinden, eine ältere Meldung bereits überholt sein.

Die Rechtslage bleibt unverändert

Eine Warnung auf dem Smartphone ersetzt weder Kauf noch Mitnahme eines gültigen Fahrscheins. Auch Paragraf 265a des Strafgesetzbuchs gilt weiter. Er erfasst das vorsätzliche Erschleichen einer Beförderungsleistung und sieht Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr vor. Ob die App selbst rechtlich angreifbar ist, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht unabhängig beantworten.

Legale Entlastung prüfen

Für Berlinerinnen und Berliner mit bestimmten Sozialleistungen kann das Berlin-Ticket S die legale Alternative sein. Die Sozialverwaltung des Landes Berlin nennt Anspruch, erforderliche Nachweise und die bei einer Kontrolle mitzuführenden Unterlagen. Wer sein persönliches Abo bereits hatte und nur vergessen hat, sollte dagegen sofort die BVG-Seite öffnen und die Sieben-Tage-Frist nutzen.

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