Geldautomat weg? So sparen Sie Gebuehren
In Spremberg ist der letzte oeffentliche Geldautomat verschwunden. Wer noch einen findet, zahlt am falschen Schalter bis zu sieben Euro pro Abhebung, und eine Auslandsueberweisung in der Filiale kostet schnell zwanzig Euro mehr als per App. Unterm Strich verlieren Haushalte zwischen hundert und dreihundert Euro pro Jahr, ohne es zu merken. Dabei muessen Behoerden Bargeld weiter annehmen, und an der Supermarktkasse wartet eine Gratis-Alternative.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: stevepb/Pixabay · Pixabay License
Fuenf bis sieben Euro pro Abhebung an einem fremden Geldautomaten. Bis zu zwanzig Euro Aufschlag bei einer Auslandsueberweisung in der Filiale gegenueber dem Online-Anbieter. Wer in Deutschland regelmaessig Bargeld nutzt oder Geld ins Ausland schickt, zahlt schnell mehrere hundert Euro im Jahr ohne es zu merken. Mit dem fortschreitenden Abbau von Geldautomaten waechst dieser Effekt.
Die Tagesschau berichtete am 25. April 2026 ueber Spremberg in Brandenburg, wo der letzte oeffentlich zugaengliche Geldautomat geschlossen wurde. Aehnliche Faelle haeufen sich in Klein- und Mittelstaedten bundesweit. Die Banken nennen hohe Wartungskosten und sinkende Bargeldnutzung als Gruende. Fuer Menschen, die weiterhin auf Bargeld angewiesen sind, hat das praktische Folgen: Wer keinen Automaten der eigenen Bank in der Naehe hat, zahlt jedes Mal die Fremdgebuehr.
Cashback an der Kasse: kostenlos und unterschaetzt
Die einfachste Alternative zum Geldautomaten steht in jedem groesseren Supermarkt: Cashback an der Kasse. Bei Rewe, Edeka, dm und Penny koennen Kundinnen und Kunden ab einem Einkauf von einem Euro Bargeld direkt mit aufs Band legen lassen. Der ueblichen Hoechstbetrag liegt bei zweihundert Euro pro Vorgang. Es fallen keine Bankgebuehren an, und der Wechselkurs ist nicht verzerrt. Wer ohnehin einkauft, hebt das Bargeld faktisch gratis ab.

Welche Banken kostenlos abheben lassen
Direktbanken bieten in der Regel die guenstigsten Konditionen. DKB, ING und N26 erlauben kostenlose Bargeldabhebungen an grossen Automatennetzen in Deutschland oder im Euro-Raum, abhaengig vom Kontomodell. Die Kontoeroeffnung ist online moeglich und setzt keinen hohen Mindestlohn voraus. Wichtig vor dem Wechsel: Pruefen, an welchen Automatengruppen das jeweilige Konto wirklich gebuehrenfrei abhebt. Wer ausserhalb des erlaubten Netzes zieht, zahlt erneut Fremdgebuehren.
Fremdgebuehren sind nicht freiwillig versteckt. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass der Automatenbetreiber den genauen Betrag vor Bestaetigung der Auszahlung anzeigen muss. Wer den Vorgang dort abbricht, zahlt nichts. Fuenf Euro pro Abhebung bedeuten bei woechentlichem Bedarf rund zweihundertvierzig Euro im Jahr.
Geld ins Ausland: App schlaegt Filiale
Wer regelmaessig Geld an Familienangehoerige im Ausland schickt, kann ueber die Wahl des Anbieters den groessten Hebel nutzen. Online-Dienste wie Wise und Remitly liegen bei kleineren Betraegen meist deutlich unter den Filialgebuehren etablierter Anbieter. Auch Western Union ist in der Online-Variante guenstiger als am Schalter. Der Unterschied bei einer Ueberweisung von fuenfhundert Euro kann zweistellig sein.
Konkrete Tarife schwanken woechentlich und haengen vom Zielland sowie der Auszahlungsart ab. Die praktische Regel lautet daher: Vor jeder Ueberweisung den gleichen Betrag in zwei oder drei Apps eingeben, den Endbetrag nach Gebuehren und Wechselkurs vergleichen, dann entscheiden. Stand April 2026 koennen so jaehrlich zwischen hundert und dreihundert Euro eingespart werden, je nach Volumen und Zielland.
Wann Bargeld akzeptiert werden muss
Bargeld ist in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel. Die Bundesbank stellt klar, dass Euro-Banknoten und Muenzen offizielles Zahlungsmittel im Land sind. Privatgeschaefte duerfen Kartenzahlung trotzdem zur Bedingung machen, sofern sie das vor Vertragsabschluss klar erkennbar machen, etwa per Aushang am Eingang oder an der Kasse. Wer dort Bargeld zueckt, hat keinen rechtlichen Anspruch auf Annahme.
Anders sieht es bei oeffentlichen Stellen, Aerztinnen und Aerzten und vielen Apotheken aus. Behoerden nehmen Bargeld in der Regel an, sofern keine ausdrueckliche andere Regelung gilt. Auch bei privaten Mietverhaeltnissen mit vertraglich vereinbarter Barzahlung kann der Vermieter nicht einfach mit muendlicher Anweisung auf Ueberweisung umstellen. Eine Aenderung der Zahlungsweise gehoert in eine schriftliche Vertragsanpassung, nicht in eine Kurzansage am Telefon.
Drei Schritte fuer diese Woche
Erstens: In der App der eigenen Bank pruefen, an welchen Automatennetzen kostenlos abgehoben werden kann. Zweitens: Beim naechsten Einkauf einmal Cashback ausprobieren, um die Funktion auf der eigenen Karte zu testen. Drittens: Bei der naechsten Ueberweisung ins Ausland den Betrag vor dem Filialbesuch in zwei Apps eingeben und vergleichen. Der Unterschied zwischen den Endbetraegen ist das Geld, das sonst in den Gebuehren bleibt.
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