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Familie

Gewalt an Schulen: Was Eltern tun können

Über 1.200 dokumentierte Gewaltvorfälle an Berliner Schulen in einem Jahr, steigende Krankenstände bei Lehrkräften und eine Gewerkschaft, die Alarm schlägt. Was bedeutet das für Ihr Kind? Welche Rechte haben Sie als Eltern, wenn etwas passiert? Und wie können Sie präventiv handeln, bevor es so weit kommt? Die wichtigsten Fakten und konkreten Schritte.

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فريق برليننا

Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

•12. April 2026•3 Min. Lesezeit•4 Aufrufe
Gewalt an Schulen: Was Eltern tun können

Edmund F. Arras / Wikimedia Commons (CC BY-SA (Wikimedia Commons)) · CC BY-SA (Wikimedia Commons)

1.200 dokumentierte Gewaltvorfälle an Berliner Schulen im Schuljahr 2024/2025. Ein Anstieg von rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, laut gemeldeten Fällen der Berliner Senatsverwaltung. Und das sind nur die Fälle, die überhaupt gemeldet wurden.

Der aktuelle Tagesschau-Bericht vom April 2026 bestätigt einen bundesweiten Trend: Lehrkräfte in ganz Deutschland berichten zunehmend von verbalen und körperlichen Übergriffen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verzeichnet seit 2022 eine signifikante Zunahme der Meldungen. Aber was bedeutet das konkret für Eltern?

Zunächst die Einordnung. Laut einer GEW-Erhebung von 2025 sind 78 Prozent der gemeldeten Vorfälle verbale Beleidigungen, 34 Prozent Bedrohungen und 12 Prozent körperliche Übergriffe. Die meisten Vorfälle sind also keine Schlägereien, sondern ein Klima der verbalen Aggression, das sich über Jahre aufgebaut hat.

school hallway germany corridor education
Symbolbild: Schulflur in einer deutschen Schule

Lehrkräfte am Limit

Die Folgen für das Lehrpersonal sind messbar. Der DAK-Gesundheitsreport 2025 zeigt steigende Krankenstände bei Lehrkräften, mehr Burnout-Diagnosen, mehr Frühpensionierungen. Für Schülerinnen und Schüler heißt das: häufigerer Lehrerwechsel, mehr Unterrichtsausfall, weniger Kontinuität. Wer Kinder an deutschen Schulen hat (besonders in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder im Ruhrgebiet), spürt das schon jetzt.

Die GEW betonte wiederholt, dass die Ursachen systemischer Natur sind: zu große Klassen, zu wenig Schulpsychologen, zu wenig Fortbildung im Umgang mit Konflikten. Das Problem liegt nicht bei einzelnen Schülern oder Schulen. Es liegt in einer Struktur, die seit Jahren unterfinanziert ist.

Welche Rechte haben Eltern?

Das Wichtigste zuerst: Sie haben Rechte. Nach § 42 des Berliner Schulgesetzes können Erziehungsberechtigte schriftlich Auskunft beim Schulamt verlangen, wenn ihr Kind in einen Vorfall verwickelt war oder Zeuge wurde. Das ist kein Bittgesuch, sondern ein gesetzlich verankertes Recht.

Wird der Auskunft nicht nachgekommen oder fühlen Sie sich nicht ernst genommen, gibt es Ombudspersonen. Diese unabhängigen Vermittler sind dafür da, Konflikte zwischen Eltern und Schule zu klären. Viele Eltern wissen das nicht. Das größte Hindernis? Nicht die Sprache, sondern die fehlende Information darüber, dass diese Strukturen existieren.

parent child conversation family home
Symbolbild: Elterngespräch zu Hause

Was Eltern jetzt tun können

Reden Sie mit Ihrem Kind. Nicht als Verhör, sondern als offenes Gespräch über den Schulalltag. Fragen Sie nach den Lehrkräften, nach der Stimmung in der Klasse, nach Situationen, die Ihr Kind beschäftigen. Kinder reden, wenn sie sich sicher fühlen.

Nehmen Sie am Elternabend teil. Das klingt banal, macht aber einen Unterschied. Dort erfahren Sie, wie die Schule mit Konflikten umgeht, und können direkt Fragen stellen. Ihre Präsenz signalisiert der Schule: Hier ist ein Elternteil, das sich einbringt.

Und dokumentieren Sie. Wenn Ihr Kind von einem Vorfall berichtet, notieren Sie Datum, Uhrzeit und Details. Wenn Sie die Schule kontaktieren, tun Sie es schriftlich per E-Mail. Dokumentation ist Ihr stärkstes Werkzeug, falls eine Situation eskaliert.

Prävention statt Panik

Schulen in Deutschland sind nicht unsicher. Aber sie brauchen Unterstützung, und Eltern sind Teil dieser Unterstützung. Laut einer KMK-Erhebung verfügen nicht alle kleineren Schulen über einen aktiven Notfallplan. Das heißt nicht, dass Ihr Kind in Gefahr ist. Es heißt, dass es sich lohnt, nachzufragen: Hat die Schule meines Kindes einen Krisenplan? Wer ist die Ansprechperson bei Vorfällen?

Respektvolles Verhalten beginnt zu Hause. Reden Sie mit Ihren Kindern darüber, wie sie mit Lehrkräften und Mitschülern umgehen. Und warten Sie nicht, bis etwas passiert. Die beste Reaktion ist die, die vor dem Vorfall kommt.

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen

  1. Tagesschau - Gewalt gegen Lehrkräfte nimmt zu (April 2026)
  2. GEW - Gewalt an Schulen: Studie und Zahlen
  3. Berliner Senatsverwaltung für Bildung - Schulstatistiken

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