Gefährlicher Kindersitz unter neuem Namen
Der Kindersitz, den Sie online mit guten Bewertungen gekauft haben, könnte dasselbe Produkt sein, das im ADAC-Crashtest durchgefallen ist. Verkäufer ändern den Namen und listen neu. Der ADAC warnt seit heute. So prüfen Sie Ihren Sitz in zwei Minuten.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: Pixel-mixer/Pixabay · Pixabay License
Ein Kindersitz versagt im ADAC-Crashtest. Er wird aus dem Sortiment genommen. Wochen später taucht das gleiche Produkt unter einem neuen Markennamen wieder auf, mit frischer Produktseite, ohne Verbindung zum alten Testergebnis. Genau davor warnen ADAC und Stiftung Warentest seit heute (8. April 2026).
Laut einem Bericht des Spiegel nutzen einige Anbieter die einfache Möglichkeit, auf Online-Handelsplattformen neue Produktlistings zu erstellen. So umgehen sie die negativen Testergebnisse, die mit dem ursprünglichen Produktnamen verknüpft sind. Für Eltern ist das kaum erkennbar: Die Kundenbewertungen auf der neuen Seite sagen nichts über die Sicherheit des Sitzes aus.
Was im Crashtest passiert
Der standardisierte ADAC-Kindersitztest simuliert einen Frontalaufprall bei 64 km/h und einen Seitenaufprall bei 50 km/h. Sitze mit dem Urteil "mangelhaft" zeigen dabei strukturelles Versagen: Das Gehäuse bricht, der Gurt löst sich, oder das Kind wird nicht ausreichend gehalten. Bei einem realen Unfall, selbst bei typischen Stadtgeschwindigkeiten, kann das schwere Verletzungen oder den Tod bedeuten.
Der ADAC betont, dass der Sitz physisch identisch bleibt. Nur der Markenname auf der Verpackung und im Online-Listing ändert sich. Die strukturelle Schwäche bleibt dieselbe.

So prüfen Sie Ihren Kindersitz
Zunächst: Kontrollieren Sie, ob der Sitz eine ECE-R129-Zulassung (auch i-Size genannt) trägt. Der orangefarbene Prüfaufkleber befindet sich meist an der Seite oder Unterseite des Sitzes. Fehlt dieser Aufkleber, sollte der Sitz nicht mehr verwendet werden.
Dann gleichen Sie das genaue Modell mit der ADAC-Kindersitztest-Datenbank ab. Die Datenbank enthält Ergebnisse für über 500 getestete Modelle, aufgeschlüsselt nach Sicherheit, Bedienung und Schadstoffgehalt.
Wenn Ihr Modell dort nicht auftaucht oder das Urteil "mangelhaft" lautet, sollten Sie den Sitz austauschen. Gut getestete Kindersitze gibt es ab etwa 100 Euro. Der Preis allein sagt allerdings wenig über die Sicherheit aus: Auch teure Sitze schneiden manchmal schlecht ab, günstigere Modelle bestehen den Test. Entscheidend ist allein das Testergebnis.
Warum gerade jetzt
Im Frühjahr kaufen viele Familien neue Kindersitze für die Sommerreise. Wer am Freitag wegen des angekündigten Lufthansa-Streiks auf das Auto umsteigt, sollte vorher einen Blick auf den Kindersitz werfen. Die Warnung von ADAC und Stiftung Warentest kommt also zu einem Zeitpunkt, an dem besonders viele Eltern einen neuen Sitz suchen oder den vorhandenen Sitz hinterfragen sollten.

Der ADAC weist darauf hin, dass Umbenennungen kein neues Phänomen sind, ihre Häufigkeit aber zunimmt. Das Problem sei nicht der Online-Kauf an sich, sondern der fehlende Abgleich mit unabhängigen Testergebnissen. Die Empfehlung: Vor jedem Kauf das Modell in der ADAC-Datenbank suchen. Taucht es dort nicht auf, ist Vorsicht geboten.
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