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Hantavirus: Vorsicht beim Kellerputz

Im Mai entruempeln viele Familien Keller, Schuppen und Gartenhaeuschen.

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Hantavirus: Vorsicht beim Kellerputz

Bildquelle: Andreas Eichler / Wikimedia Commons (CC BY-SA (Wikimedia Commons))

Redaktioneller BelegGeprüft2 QuellenlinksAktualisiert 5. Mai 2026Methodik
Quellenbeleg

Wer im Mai den Keller entruempelt oder den Schuppen winterfest macht, greift fast reflexartig zum Besen. Das ist genau der Moment, in dem Hantaviren ein Risiko werden. Sobald sich auf dem Boden kleine schwarze Kotkruemel oder Urinflecken zeigen, sollte der trockene Besen zur Seite gelegt werden. Der Erreger wird ueber aufgewirbelten Staub eingeatmet, nicht von Mensch zu Mensch uebertragen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) beschreibt im offiziellen Ratgeber, dass die Infektion fast ausschliesslich ueber Kontakt mit Nagetieren laeuft, vor allem ueber Staub aus getrocknetem Kot, Urin oder Speichel der Tiere. Hantavirus-Infektionen sind nach Paragraph 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig, sowohl bei Verdacht als auch bei bestaetigter Erkrankung. Aerztinnen und Labore melden den Fall direkt an das zustaendige Gesundheitsamt.

Zwei Virustypen, zwei Maeusearten

In Deutschland zirkulieren zwei Hauptvarianten. Das Puumalavirus wird ueber die Roetelmaus (Myodes glareolus) uebertragen und tritt historisch besonders haeufig in Bayern, Baden-Wuerttemberg und Nordrhein-Westfalen auf. Das Dobravavirus uebertraegt die Brandmaus, vor allem in Norddeutschland. Belastbare Inzidenzzahlen fuer 2026 liegen oeffentlich noch nicht vollstaendig vor, deshalb sprechen RKI und Bundeszentrale fuer gesundheitliche Aufklaerung (BzgA) bewusst nicht von einem Ausbruch, sondern von einer saisonal wiederkehrenden Infektion mit deutlichem Anstieg in Reinigungs- und Gartensaisons.

Die Deutsche Welle hat am 4. Mai 2026 eine arabischsprachige Erklaerung zum Hantavirus veroeffentlicht. Der Anlass ist saisonal: viele Haushalte raeumen jetzt Keller, Dachboeden und Gartenhaeuschen aus, in denen sich ueber den Winter Maeuse eingenistet haben.

Schutzprotokoll vor dem Putz

Die Bundeszentrale fuer gesundheitliche Aufklaerung formuliert auf infektionsschutz.de eine klare Reihenfolge: nicht trocken fegen. Vor dem ersten Wisch werden Boden und Oberflaechen mit Wasser oder Reinigungsmittel besprueht und einige Minuten einwirken gelassen. Erst dann wird gewischt, mit Gummihandschuhen und mindestens einer FFP2-Maske, in geschlossenen Raeumen wie Kellern besser FFP3. Fenster und Tueren sollten waehrend und nach der Arbeit weit offen stehen. Tierreste, Kotkruemel und benutzte Tuecher kommen in einen doppelten Plastikbeutel und gehen in den Restmuell.

Dasselbe gilt fuer Brennholzstapel im Garten: Maeuse nisten zwischen den Scheiten. Wer den Stapel umschichtet, sollte vorher Maske und Handschuhe anlegen. Haushaltsstaubsauger ohne HEPA-Filter sind keine Loesung, weil sie die feinen Partikel zurueck in die Raumluft blasen koennen.

Symptome zwei bis vier Wochen spaeter

Die Inkubationszeit liegt laut RKI bei zwei bis vier Wochen. Klassisch sind ploetzliches hohes Fieber, starke Kopfschmerzen sowie Bauch- und Rueckenschmerzen ohne erkennbare Ursache. In schweren Verlaeufen kommt es zu akutem Nierenversagen, das stationaer behandelt werden muss. Spezifische antivirale Medikamente gibt es nicht, ebenso wenig einen in Europa zugelassenen Impfstoff. Die Therapie ist symptomatisch.

Wer in den vier Wochen nach einem Keller- oder Schuppenputz solche Symptome bemerkt, sollte ohne Verzoegerung zum Hausarzt und beim ersten Satz den moeglichen Verdacht aussprechen: Hantavirus, nach Kontakt mit Maeusekot. Das verkuerzt die Diagnose. Antikoerpertests (IgM/IgG) bringen Klarheit, die gesetzliche Krankenversicherung uebernimmt Diagnostik und Behandlung. Der Fall wird ohnehin an das Gesundheitsamt gemeldet.

Was Hantavirus nicht ist

Eine Beruhigung fuer Familien: Hantaviren werden nicht von Mensch zu Mensch uebertragen. Kein Niesen, kein Haendeschuetteln, kein gemeinsames Essen birgt Ansteckungsgefahr. Eine Isolation der erkrankten Person zu Hause ist medizinisch nicht noetig. Bei staerkerem Maeusebefall in einer Mietwohnung wenden sich Mieter an Vermieter oder direkt an einen lizenzierten Schaedlingsbekaempfer. In vielen Faellen traegt der Eigentuemer die Bekaempfungskosten in gemeinschaftlich genutzten Bereichen.

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